MundoClima MUEX-H11 Multi-Split-Systeme: Technische Auslegung und Montage

Praxisleitfaden für Kälte-Klima-Fachhandwerker zur Auslegung, Verrohrung und elektrischen Verdrahtung der MundoClima MUEX-H11 Multi-Split-Außengeräte.
Technische Planung von MundoClima Multi-Split-Systemen
Die Außengeräte der Baureihe MundoClima MUEX-H11 ermöglichen den Anschluss von bis zu 5 Innengeräten an einen einzigen Kältekreislauf. Dies erlaubt eine flexible Raumklimatisierung bei geringem Platzbedarf an der Außenfassade.
Leitungsdimensionierung und Kältemittelmanagement
- Kombinationstabellen beachten: Die Summe der Nennkühlleistungen der angeschlossenen Inneneinheiten darf den zulässigen Gleichzeitigkeitsfaktor des Außengerätes (in der Regel zwischen 50 % und 130 %) nicht überschreiten.
- Rohrlängen: Beachten Sie die herstellerspezifische maximale Gesamtlänge des Leitungssystems sowie die Einzellänge pro Innengerät. Bei Überschreiten der werkseitig vorgefüllten Basislänge ist eine exakte Nachfüllung von Kältemittel R32 (pro zusätzlichem Meter Rohr) mit einer Präzisionswaage erforderlich.
Montagehinweise
- Aufstellung: Schützen Sie das Außengerät vor direktem Schnee- und Windeinfall. Stellen Sie sicher, dass eventuelles Abtauwasser im Winter ungehindert über den Kondensatablauf ablaufen kann.
- Kupferrohrverlegung: Schließen Sie jedes Innengerät über ein separates Leitungspaar (Sauggas- und Flüssigkeitsleitung) an die entsprechenden Ventile des Außengeräts an. Beschriften Sie die Rohre eindeutig (z. B. Raum A, B, C).
- Kabelzuordnung: Die Signalleitungen der Innengeräte müssen strikt mit den Klemmenblöcken des jeweils zugeordneten Kältekreislaufs am Außengerät übereinstimmen (z. B. Kreislauf A an Klemme A).
- Evakuierung: Jeder Teilkreis muss vor dem Freigeben der Ventile separat auf Dichtheit geprüft und gründlich evakuiert werden.
Praxisnahe Auslegung, Inbetriebnahme und Normkonformität der MUEX-H11-Serie
Beispielhafte Kältemittel- und Rohrleitungsberechnung
Die MundoClima MUEX-H11 Außengeräte werden ab Werk mit einer R32-Grundfüllung für eine definierte Gesamtleitungslänge ausgeliefert (typischerweise 5 m pro angeschlossenem Kreis, maximal 15 m bei einer 3x1-Anlage). Übersteigt die tatsächlich verlegte Rohrstrecke diese Basislänge, muss präzise nachgefüllt werden – meist mit 12 g bis 15 g R32 pro zusätzlichem Meter Flüssigkeitsleitung.
| Raum / Kreis | Modell Innengerät | Nennkühlleistung | Verlegte Leitungslänge | Basislänge (inkl.) | Nachfüllbedarf (bei 15 g/m) | | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | | Kreis A (Wohnzimmer) | MUPR-12-H11 | 3,5 kW | 12 m | 5 m | 7 m × 15 g = 105 g | | Kreis B (Schlafzimmer) | MUPR-09-H11 | 2,6 kW | 8 m | 5 m | 3 m × 15 g = 45 g | | Kreis C (Büro) | MUPR-09-H11 | 2,6 kW | 6 m | 5 m | 1 m × 15 g = 15 g | | Gesamt | Außengerät MUEX-27-H11.3 | 8,7 kW Summe | 26 m | 15 m | Zusatzfüllung: +165 g R32 |
Typische Fehlerquellen bei Installation und Betrieb
- Kreuzverdrahtung zwischen Kältekreis und Kommunikation: Das Vertauschen der Steuerleitung (z. B. Kommunikationskabel von Raum B an Klemme A angeschlossen) führt zu schwer lokalisierbaren Fehlern. Das Außengerät taktet im Fehlercode-Modus oder kühlt den falschen Raum ab, während im anderen Raum der Frostschutz anspricht.
- Mangelhafte Bördelflächen: R32 arbeitet mit signifikant höheren Drücken als veraltete Kältemittel. Unsaubere Bördelkanten oder fehlendes Drehmomentwerkzeug führen schleichend zu Undichtigkeiten an den Serviceventilen.
- Schlechte Entlüftung/Feuchtigkeit im Kreislauf: Das reine Durchspülen ("Purgen") mit Kältemittel ist streng verboten. Restfeuchtigkeit bildet in Kombination mit synthetischem Polyolester-Öl Säuren, die den Verdichter schädigen.
Rechtliche Vorgaben und Normen
- EU-F-Gase-Verordnung (EU 2024/573) & ChemKlimaschutzV: Die Montage, Dichtheitsprüfung, Evakuierung und Kältemittelbefüllung darf ausschließlich durch zertifiziertes Fachpersonal mit gültigem Sachkundenachweis (Kategorie I) durchgeführt werden.
- DIN EN 378 (Sicherheits- und Umweltanforderungen): Da R32 als Kältemittel der Sicherheitsklasse A2L (schwer entflammbar) eingestuft ist, muss das maximale Füllgewicht im Verhältnis zum Raumvolumen des kleinsten angeschlossenen Zimmers berechnet werden, um im Leckagefall eine zündfähige Konzentration auszuschließen.
Fachgerechte Druckprüfung, Tiefenevakuierung und Inbetriebnahme von MUEX-H11-Systemen
Für eine dauerhaft störungsfreie Funktion von MundoClima Multi-Split-Anlagen der Serie MUEX-H11 reicht die bloße mechanische Verbindung der Komponenten nicht aus. Bei Kältekreisen mit R32 sind präzise aufeinander abgestimmte Prüf- und Inbetriebnahmeschritte zwingend erforderlich, um Kältemittelverluste, Zersetzungsprozesse des Öls oder Inverter-Fehlfunktionen zuverlässig zu vermeiden.
1. Druck- und Dichtheitsprüfung nach DIN EN 378
Vor dem Öffnen der Ventile oder dem Evakuieren muss eine zweistufige Druckprobe mit getrocknetem Stickstoff (OFDN) durchgeführt werden:
- Vorprüfung: Beaufschlagung des Rohrnetzes mit ca. 10 bar zur Erkennung grober Montage- oder Bördelungsfehler.
- Hauptprüfung: Steigerung des Prüfdrucks auf den herstellerspezifischen Hochdruckwert (typischerweise 38 bis 41,5 bar) über einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden. Ein nennenswerter Druckabfall (unter Berücksichtigung von Temperaturschwankungen nach dem idealen Gasgesetz mit ca. 0,1 bar pro 1 K) signalisiert Leckagen, meist an den Überwurfmuttern der Bördelanschlüsse.
2. Zweistufige Tiefenevakuierung
Das synthetische Polyolester-Öl (POE) im Inverter-Verdichter ist extrem hygroskopisch. Verbleibende Feuchtigkeit führt zur Hydrolyse, Säurebildung und unweigerlich zum Wicklungsschaden des Verdichters:
- Zielwert: Das System ist mit einer zweistufigen Drehschieber-Vakuumpumpe auf einen Absolutdruck von unter 2 mbar (besser < 500 Mikron / 0,67 mbar) zu evakuieren.
- Stehzeitprüfung (Vakuumtest): Nach Erreichen des Zielwerts wird die Pumpe über ein Absperrventil getrennt. Steigt der Druck innerhalb von 10 Minuten rasch wieder an, liegt eine Undichtigkeit vor; steigt er langsam und pegelt sich ein, befindet sich noch Feuchtigkeit im Leitungssystem, die weiteres Abpumpen erfordert.
Auslegungsprüfung: Mindestraumfläche nach DIN EN 378-1
Da R32 der Sicherheitsklasse A2L angehört, muss bei der Auslegung sichergestellt sein, dass bei einem plötzlichen Totalverlust der Füllmenge im kleinsten Raum keine zündfähige Konzentration ($LFL = 0{,}307,\text{kg/m}^3$) entstehen kann. Die Berechnung der zulässigen Mindestgrundfläche $A_{\text{min}}$ erfolgt vereinfacht nach der Formel $A_{\text{min}} = (M / (2{,}5 \times LFL^{5/4} \times h_0))^2$:
| Raum / Zone | Angeschlossenes Innengerät | Raumfläche | Deckenhöhe | Raumvolumen | Max. zul. Kältemittelmenge im Raum | Status bei 1,8 kg Gesamtfüllung | | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | | Schlafzimmer | MUPR-09-H11 | 11,0 m² | 2,50 m | 27,5 m³ | ca. 1,25 kg (ohne Zusatzmaßnahmen) | Kritisch: Warneinrichtung / Raumvergrößerung nötig | | Kinderzimmer | MUPR-09-H11 | 16,5 m² | 2,50 m | 41,25 m³ | ca. 1,88 kg | Konform ohne Sicherheitsmaßnahmen | | Wohn-/Essbereich | MUPR-12-H11 | 32,0 m² | 2,50 m | 80,0 m³ | > 3,50 kg | Konform ohne Sicherheitsmaßnahmen |
Inbetriebnahme und Funktionsprüfung
Nach vollständigem Öffnen aller 2-Wege- und 3-Wege-Ventile mit passendem Sechskantschlüssel und der Montage der Dichtkappen (Drehmoment beachten) erfolgt der elektrische Probelauf:
- Spannungs- und Phasenprüfung: Mindestnetzspannung und vorschriftsmäßiger FI-Schutzschalter (RCD Typ A oder Typ F/B, allpolig trennend mit min. 3 mm Kontaktabstand).
- Einzeltaktung: Alle Inneneinheiten einzeln nacheinander im Kühlmodus bei maximaler Lüfterstufe starten. Temperaturspreizung über dem Verdampfer prüfen (Sollwert: Delta-T zwischen Lufteintritt und Luftaustritt ca. 8 bis 12 K).
- Überhitzungskontrolle: Überprüfung des Kältekreises an den Serviceanschlüssen zur Verifizierung des korrekten Füllstands.
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