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Installationsanleitung S-KlimaZuletzt geprüft: 17.9.2026

S-Klima Kältemittelleitungen und Evakuierung: Praxisleitfaden für R32-Systeme

Fachgerechte Installation von Kältemittelleitungen, Bördelverbindungen, Druckprüfung mit Stickstoff und Tiefenevakuierung für S-Klima R32 Split- und Wärmepumpenanlagen.

Fachgerechte Kältemittel-Rohrleitungsinstallation und Evakuierung (R32)

Moderne S-Klima Systeme arbeiten mit dem Sicherheitskältemittel R32 (Sicherheitsklasse A2L). Um Leckagen, Verdichterschäden und Leistungseinbußen auszuschließen, sind bei Rohrmontage, Dichtheitsprüfung und Evakuierung definierte Fachregeln zwingend einzuhalten.

1. Rohrleitungsverlegung und Bördeltechnik

  • Kupferrohrqualität: Ausschließlich nahtlos gezogenes Kältekupfer nach DIN EN 12735-1 verwenden.
  • Bördelwinkel und Drehmomente: R32 arbeitet mit höheren Arbeitsdrücken als ältere Kältemittel. Die Bördelung muss gratfrei ausgeführt und mit dem vorgeschriebenen Drehmomentschlüssel angezogen werden:
    • 1/4 Zoll (6,35 mm): 14 – 18 Nm
    • 3/8 Zoll (9,52 mm): 34 – 42 Nm
    • 1/2 Zoll (12,70 mm): 49 – 61 Nm
    • 5/8 Zoll (15,88 mm): 68 – 82 Nm
  • Kältemaschinenöl: Vor dem Verschrauben einen Tropfen synthetisches Ester- oder Polyolesteröl (POE) dünn auf die Bördelrückseite bzw. den Konus auftragen (nicht auf das Gewinde).

2. Druckprüfung mit getrocknetem Stickstoff (N2)

Vor der Befüllung oder dem Öffnen der Ventile muss eine dreistufige Druckprobe erfolgen:

  1. Stufe 1: 0,5 MPa (5 bar) für mindestens 5 Minuten (Erkennung grober Undichtigkeiten).
  2. Stufe 2: 1,5 MPa (15 bar) für mindestens 5 Minuten.
  3. Stufe 3: Maximaler Prüfdruck von 4,15 MPa (41,5 bar) für mindestens 24 Stunden bei konstanter Umgebungstemperatur.

3. Evakuierung und Feuchtigkeitsentzug

Das Vorhandensein von Luft und Feuchtigkeit im Kreislauf führt zu Säurebildung und Schmiermittelzersetzung im Scroll- oder Rollkolbenverdichter:

  • Einsatz einer zweistufigen Drehschieber-Vakuumpumpe mit integriertem Magnetrückschlagventil.
  • Evakuieren des Systems bis zu einem Absolutdruck von unter 2,0 mbar (200 Pa / 1500 Mikron).
  • Stehzeitprobe (Vakuumtest): Vakuumpumpe absperren und mindestens 30 Minuten warten. Der Druck darf nicht signifikant ansteigen; ein leichter Anstieg mit anschließendem Einpendeln deutet auf Restfeuchte hin, ein kontinuierlicher Anstieg bis zum Umgebungsdruck auf ein Leck.

4. Kältemittelnachfüllung: Beispielrechnung für R32

Die Außengeräte sind werksseitig für eine definierte Leitungslänge (je nach Modell meist 15 m oder 30 m) vorbefüllt. Bei Überschreitung muss kältemittelseitig Gramm-genau nachgewogen werden:

Rechenbeispiel für FDC100VSA mit Leitungslänge 38 m:

  • Werksvorfüllung ausreichend bis: 30 m
  • Tatsächliche einfache Leitungslänge: 38 m
  • Zusätzliche Leitungslänge: $38,\text{m} - 30,\text{m} = 8,\text{m}$
  • Spezifische Zusatzfüllmenge pro Meter Flüssigkeitsleitung (3/8"): 30 g/m
  • Erforderliche Nachfüllmenge: $$m_{\text{zusatz}} = 8,\text{m} \cdot 30,\text{g/m} = 240,\text{g}$$

Die Befüllung erfolgt in flüssiger Phase über die Serviceöffnung des Niederdruckventils mittels digitaler Kältemittelwaage.

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