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Produktbeschreibung Mitsubishi HeavyZuletzt geprüft: 16.9.2026

Mitsubishi Heavy SX-Serie Multi-Split: Aufbau, Planung und Systemauslegung

Detaillierte Systembeschreibung der flexiblen Multi-Split-Außengeräte der SX-Serie zur zeitgleichen Klimatisierung von bis zu sechs separaten Innenräumen.

Intelligente Multi-Split-Technologie der SX-Serie

Die SX-Serie von Mitsubishi Heavy Industries (vertrieben im DACH-Raum über die STULZ-Gruppe / S-Klima) bietet maßgeschneiderte Lösungen für Wohnungen, Praxen und Mehrraumbüros. An ein einziges Außengerät können mehrere individuell regelbare Inneneinheiten angebunden werden.

Systemarchitektur und Gerätekombinationen

  • Hohe Flexibilität: Je nach Modell des Außengeräts lassen sich zwei bis sechs Innengeräte flexibel kombinieren.
  • Mix verschiedener Bauformen: Die SX-Außengeräte sind kompatibel mit Wandgeräten (SRK-Serie), kompakten 60x60 Deckenkassetten (FDTC) und unauffälligen Kanalgeräten.
  • Unabhängige Raumregelung: Jeder Raum verfügt über eine eigene Temperaturerfassung und Sollwerteinstellung; die Gesamtleistung des Inverter-Verdichters passt sich dynamisch an die Summe der Teillasten an.

Technische Vorzüge der SX-Systeme

  • Moderne Inverter-Regelung: Elektronisch geregelte Rollkolben- bzw. Scrollverdichter senken den Energieverbrauch im Teillastbetrieb signifikant.
  • R32-Kältemittel: Geringeres Global Warming Potential (GWP) und verbesserte thermodynamische Effizienz bei kleineren Füllmengen.
  • Große Leitungslängen: Erlaubt flexible Leitungsverlegung auch über mehrere Stockwerke und größere Distanzen hinweg.

Praxisleitfaden zur Auslegung und Montage von Mitsubishi SX Multi-Split-Systemen

Die fachgerechte Realisierung einer Mitsubishi Heavy SX-Multi-Split-Anlage (SCM-Außeneinheiten) erfordert eine exakte kältetechnische Dimensionierung sowie eine koordinierte Rohrleitungsführung. Bei Multi-Split-Systemen führt jedes Innengerät über ein eigenes Leitungspaar (Sauggas- und Flüssigkeitsleitung) direkt zur Außeneinheit, in der sich die elektronischen Expansionsventile befinden.

Dimensionierungsbeispiel: Praxisrechnung für ein 3-Zimmer-Wohnobjekt

Für die Auswahl der Geräte wird raumweise die Kühllast nach VDI 2078 ermittelt. Im Multi-Split-Betrieb muss die Summe der Nenn-Kühlleistungen der Innengeräte im zulässigen Anschlussindex (Kombinationsverhältnis in der Regel zwischen 80 % und 130 % der Außengeräte-Nennleistung) liegen.

| Raum | Raumgröße | Berechnete Kühllast | Ausgewähltes Innengerät | Nennkühlleistung | Leitungslänge zum Außengerät | | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | | Schlafzimmer | 16 m² | 1,8 kW | SRK20ZS-W (Wandgerät) | 2,0 kW | 12 m | | Arbeitszimmer | 18 m² | 2,1 kW | SRK25ZS-W (Wandgerät) | 2,5 kW | 8 m | | Wohnbereich | 32 m² | 3,3 kW | FDTC35VH (Euroraster-Kassette)| 3,5 kW | 15 m | | Summe | 66 m² | 7,2 kW | SCM80ZS-W (Außengerät) | 8,0 kW (Index 8,0 kW) | Gesamtlänge: 35 m |

Das Außengerät deckt mit 8,0 kW Nennkühlleistung die Summe der Innenraumlasten ideal ab und bietet durch die stufenlose Verdichtermodulation auch bei Einzelraum-Teillastbetrieb einen hocheffizienten Lauf.

Schritt-für-Schritt-Ablauf bei der Inbetriebnahme

  1. Rohrverlegung und Bördelverbindungen: Kupferrohre stets kältemittelgerecht entgraten, Bördelungen nach R32-Vorgaben mit R32-Bördelglocke maßhaltig herstellen und Drehmomentschlüssel verwenden.
  2. Dichtheitsprüfung mit Stickstoff (OFN): Druckprüfung in Stufen bis zum zulässigen Prüfdruck (entsprechend Datenblatt ca. 41,5 bar) über mindestens 24 Stunden zur Erkennung kleinster Leckagen.
  3. Tiefenevakuierung: Evakuieren der Anlage auf unter 2 mbar (besser < 1 mbar), um Feuchtigkeit und Restgase vollständig auszuscheiden. Stehvakuum-Test durchführen.
  4. Zusatzkältemittelfüllung berechnen: Die SCM-Außengeräte sind werksseitig für eine bestimmte Gesamtleitungslänge vorbefüllt. Überschreitet die summierte Trassenlänge den werksseitigen Grenzwert, ist die exakte Nachfüllmenge an R32 mittels digitaler Waage vor dem Öffnen der Ventile gasförmig bzw. flüssig gemäß Handbuch einzubringen.
  5. Elektrische Zuordnung & Testlauf: Phasenrichtige Verdrahtung von Klemme 1-2-3 zwischen Außengerät und den jeweiligen Ventilanschlüssen sicherstellen. Testbetrieb durchführen und Kondensatabläufe mit Wasserprobe testen.

Häufige Fehlerquellen in der Praxis

  • Vertauschte Steuer- und Kälteleitungen: Wenn die Elektroleitung von Innengerät A auf Anschluss B des Außengeräts gelegt wird, öffnet das Expansionsventil für den falschen Raum, was zu Verdichtervereisung oder Hochdruckabschaltungen führt.
  • Kondensat-Gefällefehler: Fehlendes Gefälle (mindestens 1:100) oder Syphonbildung bei Schläuchen ohne integrierte Hebepumpe führt zu Wasserschäden am Mauerwerk.
  • Nichtbeachtung der Raumgrenzkonzentration (DIN EN 378 / ISO 5149): R32 ist als Kältemittel der Sicherheitsgruppe A2L schwerer als Luft. Für kleine, geschlossene Räume muss nachgewiesen werden, dass im Leckagefall die praktische Grenzkonzentration (0,061 kg/m³) nicht überschritten wird.

Hersteller-Videos und Social Media

Passende Videos des Herstellers:

Downloads

  • Technisches Handbuch SX-Serie S-Klima
  • S-Klima R32 Informationsbroschüre

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