Mitsubishi Heavy Kanalgeräte und Mehrzonen-Kanaladapter: Technik und Einsatz

Produktübersicht über die unsichtbare Raumklimatisierung mit Mitsubishi Heavy Kanalgeräten und intelligenten Mehrzonen-Kanaladaptern.
Verdeckte Klimatisierung mit Kanalanschluss
Kanal- und Zwischendeckengeräte von Mitsubishi Heavy Industries sind die bevorzugte Lösung, wenn Klimatechnik optisch vollständig im Raum verschwinden soll. Die Geräte werden in Zwischendecken, Fluren oder Nebenräumen verbaut und versorgen die Räume über diskrete Lüftungsgitter.
Mehrzonen-Kanaladapter für flexible Raumaufteilung
- Bedarfsgerechte Zonenregelung: Durch den Einsatz spezieller Mehrzonen-Kanaladapter kann eine einzelne Kanaleinheit mehrere getrennte Räume versorgen.
- Motorisierte Drosselklappen: Elektronische Klappen steuern den Luftvolumenstrom je nach individueller Kühllast und Raumthermostat-Vorgabe.
- Automatische Druckanpassung: Der externe statische Druck (ESP) wird am Ventilator des Innengeräts so moduliert, dass auch bei Schließen einzelner Zonen kein störendes Strömungsgeräusch entsteht.
Typische Einsatzbereiche
- Hochwertige Wohngebäude, Villen und Lofts ohne sichtbare Wandgeräte.
- Praxen, Kanzleien und Hotelzimmer mit gemeinsamen Flurverteilern.
- Ladenlokale mit langen Zuluftschienen für gleichmäßige Luftschleier.
Planung, Dimensionierung und Normvorgaben bei MHI-Mehrzonen-Kanalgeräten
1. Schrittweise Auslegung eines Zonensystems
Die Einbindung von MHI-Kanalgeräten (wie den Serien FDUM mit mittlerer oder FDU mit hoher statischer Pressung) in Kombination mit motorisierten Verteilerplenen (beispielsweise Airzone-Plenumsystemen) erfordert eine aufeinander abgestimmte Planung von Kälteleistung, Luftmengen und Druckverlusten:
- Ermittlung der Raumheiz- und Kühllasten: Jeder Raum wird separat nach VDI 2078 (Kühllast) bzw. DIN EN 12831 (Heizlast) berechnet.
- Kanalnetz- und Druckverlustberechnung: Festlegung des maximalen externen statischen Drucks (ESP). Der Kanalnetz-Druckverlust setzt sich aus Rohrlängen, Bögen, Schalldämpfern, Verteilerplenum und Auslässen zusammen.
- ESP-Einstellung an der MHI-Kabelfernbedienung (RC-EX3A / RC-ES1): Über das Funktionsmenü wird die automatische ESP-Kompensation oder eine statische Druckstufe (z. B. 50 bis 150 Pa je nach Modell) hinterlegt, damit der DC-Ventilator gegen den realen Systemwiderstand arbeitet.
- Bypass- oder Klappenlogik abstimmen: Sicherstellen, dass das System über eine Druckentlastung (mechanischer/motorisierter Bypass oder definierte Mindestöffnung verbleibender Klappen) verfügt, wenn einzelne Raumthermostate schließen.
2. Beispielhafte Auslegungsberechnung (Wohnbereich / Praxis)
| Zone / Raum | Kühllast (W) | Luftvolumenstrom (m³/h bei ΔT = 8 K) | Klappendurchmesser (mm) | Empfohlene Auslassart | | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | | Büro / Behandlungsraum 1 | 1.800 W | 230 m³/h | Ø 160 mm | Schlitzdurchlass / Drallauslass | | Büro / Behandlungsraum 2 | 1.400 W | 180 m³/h | Ø 160 mm | Weitwurfdüse / Tellerventil | | Empfang / Wartebereich | 2.600 W | 330 m³/h | Ø 200 mm | Doppelreihiges Lüftungsgitter | | Gesamt | 5.800 W | 740 m³/h | Plenum 3-fach | z. B. FDU71 / FDUM71 |
3. Häufige Fehlerquellen in der Praxis
- Unterdimensionierte Revisionsöffnungen: Ein häufiger Mangel ist das Fehlen ausreichend großer Wartungsklappen (mindestens 600 × 600 mm) unterhalb der Geräteeinheit. Filterreinigung, Zugang zur Kondensatwanne und die Überprüfung der Platine sind sonst nur durch Deckenbeschädigung möglich.
- Falsche Positionierung des Master-Temperatursensors: Bei Mehrzonenbetrieb darf die Temperaturführung nicht ausschließlich über den Rückluftfühler des Innengeräts laufen, wenn Klappen schließen. Es müssen zonenbasierte Einzelraumthermostate mit dem Mehrzonen-Interface gekoppelt werden.
- Mangelhafte Kondensatführung: Bei integrierten Kondensatpumpen muss die Steigung direkt am Stutzen senkrecht nach oben erfolgen, gefolgt von einer stetigen Gefällestrecke (mind. 1–2 %). Ein fehlerhafter Siphonbetrieb führt zu Rückstau und Geruchsbelästigung.
- Akustische Übertragungen (Telefonieschall): Werden starre Wickelfalzrohre ohne Telefonieschalldämpfer direkt zwischen benachbarten Räumen an dasselbe Plenum angebunden, übertragen sich Stimmen ungehindert.
4. Relevante Normen und Vorschriften
- DIN EN 378: Sicherheits- und Umweltanforderungen für Kälteanlagen und Wärmepumpen (besonders wichtig hinsichtlich Füllmengen-Grenzwerte in Schlafräumen bei Kältemitteln wie R32).
- VDI 6022: Hygieneanforderungen an Raumlufttechnische Anlagen – saubere Filterung, Vermeidung von Kondensatansammlungen in Kanälen und dampfdichte Isolierung der Kaltluftrohre zur Vermeidung von Tauwasserbildung.
- DIN 1946-6 / GEG: Einhaltung der Gebäudeenergieeffizienz und Sicherstellung des hygienischen Mindestluftwechsels.
Hersteller-Videos und Social Media
Passende Videos des Herstellers:
Downloads
- S-Klima Mehrzonen-Kanaladapter Broschüre


