Mitsubishi Electric Ecodan R290 Monoblock-Wärmepumpen: Planung und hydraulische Einbindung

Detaillierte Vorstellung der Mitsubishi Electric Ecodan Luft-Wasser-Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel R290 (Propan) in Monoblock-Bauweise für Sanierung und Neubau.
Mitsubishi Electric Ecodan mit natürlichem Kältemittel R290 (Propan)
Mit den Ecodan Monoblock-Außengeräten der PUZ-Serie erschließt Mitsubishi Electric den Einsatz des zukunftssicheren, natürlichen Kältemittels R290 (Propan) mit extrem niedrigem Treibhauspotenzial (GWP 3). Durch das geschlossene Monoblock-Konzept befindet sich der gesamte Kältekreislauf hermetisch dicht im Außengerät. Zwischen Außengerät und Innenhydraulik (Hydromodul EHPT/EHST) zirkuliert ausschließlich reines Heizungswasser, wodurch kältetechnische Facharbeiten vor Ort minimiert werden.
Hochtemperatur-Performance für Bestandsgebäude
Ein wesentlicher Vorteil der R290-Wärmepumpenserie liegt in den erzielbaren Vorlauftemperaturen:
- Bis zu 75 °C Vorlauftemperatur bei Außentemperaturen bis -15 °C ohne direktelektrische Nachheizung.
- Hervorragende Eignung für den 1:1-Austausch bestehender Öl- oder Gasheizungen mit klassischen Flachheizkörpern.
- Hoher Warmwasserkomfort mit hygienischer thermischer Desinfektion ohne Heizstabunterstützung.
- Integrierte Autoadaption und Touch-Regelung zur dynamischen Anpassung an die tatsächliche Gebäudeheizlast.
Hydraulische Einbindung und Frostschutz
Da die Verbindungsleitungen zwischen Außen- und Inneneinheit Heizungswasser führen, müssen Vorkehrungen gegen Frostschäden bei Stromausfall getroffen werden:
- Frostschutzventile (mechanisch thermisch): Öffnen selbsttätig bei einer Medientemperatur von unter +3 °C und entleeren den Außenkreis tropfend, um ein Auffrieren der Rohrleitungen zu verhindern.
- Trennwärmetauscher mit Frostschutzmittel: Hydraulische Trennung über Plattenwärmetauscher; der Primärkreis (Außenmodul) wird mit Glykol betrieben, das Heiznetz im Gebäude mit reinem Wasser.
- Schlamm- und Magnetitabscheider: Zwingend im Rücklauf des Primärkreises vor dem Außengerät vorzusehen, um den Hocheffizienz-Plattenwärmetauscher im Außengerät vor Schwebstoffen zu schützen.
Auslegungsbeispiel: Sanierung Einfamilienhaus (Heizlast 9,5 kW)
Ein bestehendes Gebäude mit 160 m² Wohnfläche weist nach Fenstertausch eine berechnete Norm-Heizlast von 9,5 kW bei einer Norm-Außentemperatur von -12 °C auf. Die Auslegung der Heizkörper erfolgte historisch auf 55 °C Vorlauf bei Auslegungstemperatur.
| Parameter | Wert | Bemerkung | | :--- | :--- | :--- | | Gewähltes Außengerät | PUZ-WZ85VAA (R290) | Nenn-Heizleistung 8,5 kW, Inverterreserve | | Bivalenzpunkt | -7 °C | Darunter schaltet der integrierte 3-kW-Notheizstab stufenweise zu | | Vorlauftemperatur bei -12 °C | 55 °C | Problemlos im reinen Wärmepumpenbetrieb erreichbar | | SCOP (Mitteltemperatur 55 °C) | 3,65 | Entspricht Energieeffizienzklasse A++ | | Mindestvolumenstrom Kältekreis | 21,5 l/min | Sicherzustellen über Differenzdruck-Überströmventil oder Pufferspeicher | | Pufferspeicher-Volumen | 100 Liter | Reihenrücklaufspeicher zur Abtauenergiesicherung |
Schritt-für-Schritt Inbetriebnahme Monoblock
- Spülung und Befüllung: Das Heiznetz gründlich mit aufbereitetem Wasser nach VDI 2035 spülen. Befülldruck auf 1,8 bis 2,0 bar einstellen.
- Elektrischer Anschluss: Separate 230 V / 400 V Zuleitung für den Verdichter und separate Absicherung für die Zusatzheizung herstellen. Busleitung zwischen Inneneinheit und Außengerät (Kabeltyp LIYCY 2x0,75 mm², verdrillt/geschirmt) anklemmen.
- Entlüftungsroutine aktivieren: Am Touchregler das hydraulische Entlüftungsprogramm starten. Die modulierende Umwälzpumpe wechselt für 15 Minuten periodisch die Drehzahl, um Lufteinschlüsse aus dem Verdampferwärmetauscher zu drücken.
- Kältekreiskontrolle und Heizkurveneinstellung: Vorlauf-Sollkurve über die Autoadaptionsfunktion parametrieren; der Regler lernt die thermische Trägheit des Gebäudes in den ersten 7 Betriebstagen selbstständig.
