Zum Inhalt
KlimaCorner
Hilfe-Center
Installationsanleitung LGZuletzt geprüft: 16.9.2026

LG Therma V Luft-Wasser-Wärmepumpen: Installation und hydraulischer Anschluss

Leitfaden für die hydraulische Einbindung, elektrische Verdrahtung und Inbetriebnahme von LG Therma V Luft-Wasser-Wärmepumpen im Neubau und Bestand.

Installation der LG Therma V Wärmepumpenserie

LG Therma V Luft-Wasser-Wärmepumpen (Monobloc oder Split) nutzen Umgebungswärme zur Gebäudeheizung und Warmwasserbereitung. Die fachgerechte Einbindung in das Heizsystem ist Voraussetzung für maximale Effizienz.

1. Aufstellung des Außengeräts

  • Außeneinheit auf einem tragfähigen Fundament oder einer Sockelkonstruktion mit Schallentkopplung platzieren.
  • Ausreichenden Abstand zur Hauswand und zu Grundstücksgrenzen beachten, um Ansaug- und Ausblasströme nicht zu behindern.
  • Kondensatablauf frostsicher ableiten (z. B. Kiesbett mit Drainage oder beheiztes Ablaufrohr).

2. Hydraulische Einbindung

  • Vor- und Rücklaufleitungen diffusionsdicht und wärmegedämmt ins Gebäude führen.
  • Bei Monobloc-Systemen Frostschutzvorkehrungen treffen (Frostschutzventile oder Glykolgemisch).
  • Schlammabscheider mit Magneteinsatz sowie Schmutzfänger im Rücklauf installieren, um den Plattenwärmetauscher zu schützen.
  • Einpassung eines Pufferspeichers und Brauchwasserspeichers je nach gewähltem Hydraulikschema.

3. Elektrischer Anschluss und Regelung

  • Separaten Netzanschluss mit passender Absicherung für das Außengerät und eventuelle Zusatzheizstäbe herstellen.
  • Steuerleitung zwischen Außeneinheit und Inneneinheit/Kabelfernbedienung verlegen.
  • Vorlauftemperaturfühler, Warmwasserfühler und Raumthermostate an der Hauptplatine anschließen.

4. Spülung, Entlüftung und Erstinbetriebnahme

  • Heizkreis gründlich spülen und mit aufbereitetem Heizungswasser gemäß VDI 2035 befüllen.
  • Anlage vollständig entlüften und Anlagendruck prüfen.
  • Inbetriebnahme-Assistenten der LG Steuerung durchlaufen: Heizkurve, Betriebsmodi, Warmwasser-Sollwerte und Legionellenschaltung konfigurieren.

Vertiefung der Praxis: Hydraulische Dimensionierung, Normvorgaben und Fehlervermeidung

1. Auslegung von Mindestvolumenstrom und Rohrquerschnitten

Ein häufiger Grund für Hochdruck- oder Durchflussstörungen (z. B. Error Code CH14 bei unzureichendem Durchfluss) ist eine zu geringe Rohrdimensionierung oder das Fehlen eines hydraulischen Puffers. Die LG Therma V benötigt für Abtauprozesse und den effizienten modulierenden Teillastbetrieb ein definiertes Mindestumlaufvolumen sowie einen garantierten Mindestvolumenstrom.

| Wärmepumpen-Leistung (kW) | Typ. Spreizung $\Delta T$ | Mindestvolumenstrom (ca.) | Empfohlene Rohrdimension (Kupfer/Verbund) | |---|---|---|---| | 5 bis 7 kW | 5 K | ca. 860 – 1.200 l/h | DN 25 (Cu 28 x 1,5 mm / Verbund 32 x 3,0 mm) | | 9 bis 12 kW | 5 K | ca. 1.550 – 2.060 l/h | DN 32 (Cu 35 x 1,5 mm / Verbund 40 x 3,5 mm) | | 14 bis 16 kW | 5 K | ca. 2.400 – 2.750 l/h | DN 32 – DN 40 (Cu 42 x 1,5 mm / Verbund 50 x 4,0 mm) |

Praxis-Beispielrechnung für das Abtauvolumen: Moderne Therma V Monobloc-Systeme (z. B. mit Kältemittel R290 oder R32) verlangen meist ein ständig durchströmtes Mindest-Anlagenvolumen von mindestens 10 bis 15 Litern pro kW Heizleistung. Bei einem 9-kW-Gerät sollten folglich mindestens 90 bis 135 Liter Wasservolumen ohne Absperrmöglichkeit durch Thermostatventile im System zirkulieren können. Wird dies durch Einzelraumregelungen im Heizkreis unterbunden, ist ein Reihen-Pufferspeicher mit Überströmventil oder eine hydraulische Weiche/Trennspeicher zwingend einzuplanen.

2. Normen und Vorgaben bei R290- und Monobloc-Installationen

  • VDI 2035 (Blatt 1 & 2): Vor dem Befüllen ist das Füllwasser zwingend zu entsalzen bzw. zu enthärten. Bei Aluminium- oder Edelstahl-Wärmetauschern sind pH-Werte zwischen 8,2 und 10,0 (bei Alu < 8,5) sowie eine elektrische Leitfähigkeit unter 100 µS/cm einzuhalten, um Korrosion und Lochfraß zu unterbinden.
  • DIN EN 378 (Sicherheitsanforderungen an Kälteanlagen): Bei Modellen mit natürlichem Kältemittel wie Propan (R290) muss der Aufstellbereich im Freien freigehalten werden von Zündquellen (Lichtschächte, Kellerfenster, Türen, unverschlossene Gullys im Radius von mindestens 1,0 bis 1,5 m).
  • Frostschutz bei Monobloc: Wird auf Propylenglykol im Primärkreis verzichtet, müssen mechanische Frostschutzventile (Öffnungstemperatur ca. 3–4 °C) am tiefsten Punkt im Außenbereich installiert werden, um den Plattenwärmetauscher bei Stromausfall vor Frostschäden zu bewahren.

3. Typische Fehlerquellen in der Praxis

  1. Verzicht auf Magnetit-Abscheider: Schwebstoffe setzen den integrierten Hocheffizienz-Plattenwärmetauscher binnen Monaten zu, was zum drastischen Absinken des COP führt.
  2. Falsch platzierte Fühler: Der Rücklauffühler oder der Warmwasser-Tauchfühler liegt nicht vollflächig an bzw. ist ohne Wärmeleitpaste eingeschoben, wodurch die Regelung unplausible Taktzyklen fährt.
  3. Ungedämmte Außenanschlüsse: Kältebrücken an Mauerdurchbrüchen und unvollständige EnEV-/GEG-konforme Dämmung führen zu massiven Energieverlusten vor Eintritt in die Gebäudehülle.

Hersteller-Videos und Social Media

Passende Videos des Herstellers:

Aktuelle Beiträge des Herstellers in den sozialen Medien:

Weitere Dokumente von LG

base44
Edit with Base44