LG Therma V Luft-Wasser-Wärmepumpen: Installation und hydraulischer Anschluss

Leitfaden für die hydraulische Einbindung, elektrische Verdrahtung und Inbetriebnahme von LG Therma V Luft-Wasser-Wärmepumpen im Neubau und Bestand.
Installation der LG Therma V Wärmepumpenserie
LG Therma V Luft-Wasser-Wärmepumpen (Monobloc oder Split) nutzen Umgebungswärme zur Gebäudeheizung und Warmwasserbereitung. Die fachgerechte Einbindung in das Heizsystem ist Voraussetzung für maximale Effizienz.
1. Aufstellung des Außengeräts
- Außeneinheit auf einem tragfähigen Fundament oder einer Sockelkonstruktion mit Schallentkopplung platzieren.
- Ausreichenden Abstand zur Hauswand und zu Grundstücksgrenzen beachten, um Ansaug- und Ausblasströme nicht zu behindern.
- Kondensatablauf frostsicher ableiten (z. B. Kiesbett mit Drainage oder beheiztes Ablaufrohr).
2. Hydraulische Einbindung
- Vor- und Rücklaufleitungen diffusionsdicht und wärmegedämmt ins Gebäude führen.
- Bei Monobloc-Systemen Frostschutzvorkehrungen treffen (Frostschutzventile oder Glykolgemisch).
- Schlammabscheider mit Magneteinsatz sowie Schmutzfänger im Rücklauf installieren, um den Plattenwärmetauscher zu schützen.
- Einpassung eines Pufferspeichers und Brauchwasserspeichers je nach gewähltem Hydraulikschema.
3. Elektrischer Anschluss und Regelung
- Separaten Netzanschluss mit passender Absicherung für das Außengerät und eventuelle Zusatzheizstäbe herstellen.
- Steuerleitung zwischen Außeneinheit und Inneneinheit/Kabelfernbedienung verlegen.
- Vorlauftemperaturfühler, Warmwasserfühler und Raumthermostate an der Hauptplatine anschließen.
4. Spülung, Entlüftung und Erstinbetriebnahme
- Heizkreis gründlich spülen und mit aufbereitetem Heizungswasser gemäß VDI 2035 befüllen.
- Anlage vollständig entlüften und Anlagendruck prüfen.
- Inbetriebnahme-Assistenten der LG Steuerung durchlaufen: Heizkurve, Betriebsmodi, Warmwasser-Sollwerte und Legionellenschaltung konfigurieren.
Vertiefung der Praxis: Hydraulische Dimensionierung, Normvorgaben und Fehlervermeidung
1. Auslegung von Mindestvolumenstrom und Rohrquerschnitten
Ein häufiger Grund für Hochdruck- oder Durchflussstörungen (z. B. Error Code CH14 bei unzureichendem Durchfluss) ist eine zu geringe Rohrdimensionierung oder das Fehlen eines hydraulischen Puffers. Die LG Therma V benötigt für Abtauprozesse und den effizienten modulierenden Teillastbetrieb ein definiertes Mindestumlaufvolumen sowie einen garantierten Mindestvolumenstrom.
| Wärmepumpen-Leistung (kW) | Typ. Spreizung $\Delta T$ | Mindestvolumenstrom (ca.) | Empfohlene Rohrdimension (Kupfer/Verbund) | |---|---|---|---| | 5 bis 7 kW | 5 K | ca. 860 – 1.200 l/h | DN 25 (Cu 28 x 1,5 mm / Verbund 32 x 3,0 mm) | | 9 bis 12 kW | 5 K | ca. 1.550 – 2.060 l/h | DN 32 (Cu 35 x 1,5 mm / Verbund 40 x 3,5 mm) | | 14 bis 16 kW | 5 K | ca. 2.400 – 2.750 l/h | DN 32 – DN 40 (Cu 42 x 1,5 mm / Verbund 50 x 4,0 mm) |
Praxis-Beispielrechnung für das Abtauvolumen: Moderne Therma V Monobloc-Systeme (z. B. mit Kältemittel R290 oder R32) verlangen meist ein ständig durchströmtes Mindest-Anlagenvolumen von mindestens 10 bis 15 Litern pro kW Heizleistung. Bei einem 9-kW-Gerät sollten folglich mindestens 90 bis 135 Liter Wasservolumen ohne Absperrmöglichkeit durch Thermostatventile im System zirkulieren können. Wird dies durch Einzelraumregelungen im Heizkreis unterbunden, ist ein Reihen-Pufferspeicher mit Überströmventil oder eine hydraulische Weiche/Trennspeicher zwingend einzuplanen.
2. Normen und Vorgaben bei R290- und Monobloc-Installationen
- VDI 2035 (Blatt 1 & 2): Vor dem Befüllen ist das Füllwasser zwingend zu entsalzen bzw. zu enthärten. Bei Aluminium- oder Edelstahl-Wärmetauschern sind pH-Werte zwischen 8,2 und 10,0 (bei Alu < 8,5) sowie eine elektrische Leitfähigkeit unter 100 µS/cm einzuhalten, um Korrosion und Lochfraß zu unterbinden.
- DIN EN 378 (Sicherheitsanforderungen an Kälteanlagen): Bei Modellen mit natürlichem Kältemittel wie Propan (R290) muss der Aufstellbereich im Freien freigehalten werden von Zündquellen (Lichtschächte, Kellerfenster, Türen, unverschlossene Gullys im Radius von mindestens 1,0 bis 1,5 m).
- Frostschutz bei Monobloc: Wird auf Propylenglykol im Primärkreis verzichtet, müssen mechanische Frostschutzventile (Öffnungstemperatur ca. 3–4 °C) am tiefsten Punkt im Außenbereich installiert werden, um den Plattenwärmetauscher bei Stromausfall vor Frostschäden zu bewahren.
3. Typische Fehlerquellen in der Praxis
- Verzicht auf Magnetit-Abscheider: Schwebstoffe setzen den integrierten Hocheffizienz-Plattenwärmetauscher binnen Monaten zu, was zum drastischen Absinken des COP führt.
- Falsch platzierte Fühler: Der Rücklauffühler oder der Warmwasser-Tauchfühler liegt nicht vollflächig an bzw. ist ohne Wärmeleitpaste eingeschoben, wodurch die Regelung unplausible Taktzyklen fährt.
- Ungedämmte Außenanschlüsse: Kältebrücken an Mauerdurchbrüchen und unvollständige EnEV-/GEG-konforme Dämmung führen zu massiven Energieverlusten vor Eintritt in die Gebäudehülle.
Hersteller-Videos und Social Media
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