LG Multi Split Systeme: Aufbau, Multi F Außengeräte und Einsatzbereiche

Detaillierte Produktbeschreibung der flexiblen LG Multi-Split-Lösungen für Mehrraum-Klimatisierung mit Multi F und Multi F DX Außengeräten.
Produktübersicht: LG Multi-Split-Klimasysteme
LG Multi Split Systeme ermöglichen die bedarfsgerechte Klimatisierung mehrerer Räume mit nur einem einzigen Außengerät. Durch die flexible Kombination unterschiedlichster Innengerätetypen bieten sie maßgeschneiderte Lösungen für Wohnhäuser, Praxen und gewerbliche Büros.
Systemarchitektur und Merkmale
- Ein Außengerät, viele Zonen: Anschluss von bis zu 5 Innengeräten an Multi F Außengeräten oder bis zu 9 Innengeräten bei Multi F DX Systemen mit Verteilerboxen (Distributor Boxes).
- Inverter-Verdichtertechnologie: Stufenlose Leistungsregelung des Verdichters minimiert Energieverluste, sorgt für konstante Raumtemperaturen und reduziert Betriebsgeräusche.
- Kombinationsvielfalt: Freie Kombination aus Wandgeräten (z. B. Standard Plus, Artcool), 4-Wege-Deckenkassetten, Kanaleinbaugeräten und Truhengeräten.
Ausstattungsmerkmale
- Energieeffizienzklasse: Bis zu A+++ im Kühl- und A++ im Heizbetrieb je nach Modellauswahl.
- Heizfunktion bis -15 °C: Zuverlässiger Wärmepumpenbetrieb auch bei tiefen Außentemperaturen.
- Gold Fin™ Beschichtung: Spezielle Schutzbeschichtung der Wärmetauscherlamellen gegen Korrosion, Feuchtigkeit und aggressive Umwelteinflüsse.
Typische Einsatzbereiche
- Mehrfamilienhäuser und Einfamilienhäuser zur ganzjährigen Klimatisierung von Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmern.
- Arztpraxen, Kanzleien und Ladenlokale mit individuellem Temperaturanspruch pro Raum.
Fachgerechte Planung, Montage und Inbetriebnahme von LG Multi Split Systemen
1. Auslegung und Gleichzeitigkeitsfaktor
Bei der Konzeption von LG Multi-Split-Anlagen (Multi F bzw. Multi F DX) muss die Nennkälteleistung des Außengeräts nicht zwingend der Summe aller angeschlossenen Innengeräteleistungen entsprechen. In Wohn- und Bürogebäuden tritt die Spitzenlast selten in allen Räumen gleichzeitig auf (z. B. Schlafzimmer vs. Wohn-/Arbeitsbereich). LG erlaubt je nach Modellreihe einen Anschlussindex (Kombinationsverhältnis) von bis zu 130 % oder mehr bezogen auf das Außengerät.
Beispielhafte Auslegung: Einfamilienhaus (3 Zonen)
| Raum | Fläche | Benötigte Kälteleistung | Gewähltes LG Innengerät | Nennkühlleistung | | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | | Wohn-/Essbereich | ca. 35 m² | 3,5 kW | LG Artcool Mirror (AM12BP) | 3,5 kW | | Schlafzimmer | ca. 18 m² | 2,0 kW | LG Standard Plus (PM07SP) | 2,1 kW | | Homeoffice | ca. 20 m² | 2,5 kW | LG Standard Plus (PM09SP) | 2,5 kW | | Gesamtlast Innen | – | 8,0 kW | – | 8,1 kW |
Auswahl des Außengeräts: Für eine Summenlast von 8,1 kW eignet sich beispielsweise ein LG Multi F Außengerät (z. B. MU3R21 mit ca. 6,2 kW Nennleistung bei ca. 130 % Auslastungsgrad oder MU4R25 mit 7,0 kW für höhere Leistungsreserven).
2. Schritt-für-Schritt Montagepraxis
- Platzierung und Trassenführung: Außengerät schwingungsgedämpft (Gummipuffer/Konsole) montieren, um Körperschallübertragung ins Mauerwerk zu verhindern. Mindestabstände für Zu- und Abluft gemäß LG Montageanleitung sicherstellen.
- Kältemittelleitungen & Bördelverbindungen: Kupferrohre sauber entgraten, Bördelungen im 90°-Winkel mit Kältemittelöl benetzen und mit dem vorgegebenen Drehmomentschlüssel anziehen. Bei Multi F DX Systemen Verteilerboxen (Distributor Boxes) zentral und schallentkoppelt platzieren.
- Druckprüfung und Evakuierung: Das Kältemittelsystem mit trockenem Stickstoff abdrücken (Druckstandsprüfung gem. DIN EN 378). Anschließend 2-stufig mit einer Vakuumpumpe auf unter 2 mbar (bzw. < 500 Mikron) evakuieren und das Vakuum halten, um Feuchtigkeit vollständig zu entfernen.
- Zusatzbefüllung berechnen: Werkseitig sind LG Außengeräte meist für eine Gesamtrohrleitungslänge (z. B. bis 30 m kumuliert) vorgefüllt. Bei Überschreitung muss Kältemittel (R32) grammgenau per Waage gemäß Datenblatt zudosiert werden.
- Elektrischer Anschluss & Adressierung: Kommunikationsleitung (abgeschirmtes Kabel) zwischen Außeneinheit, Verteilerbox und Innengeräten verlegen. Verdrahtungs- und Rohrleitungszuordnung prüfen (LG Auto-Addressing-Funktion nutzen).
3. Häufige Fehlerquellen in der Praxis
- Vertauschte Steuer- oder Kältemittelleitungen: Wenn Leitung A elektrisch an Klemme B angeschlossen ist, regelt das Expansionsventil den falschen Kreis. LG bietet hierfür einen automatischen Adressierungstest am Außengerät.
- Kondensatstau: Fehlendes Gefälle (mind. 1-2 %) bei Freigefälle-Leitungen oder ungeprüfte Kondensatpumpen führen zu Wasserschäden.
- Unzulässige Leitungslängen: Überschreitung der maximalen Höhendifferenz zwischen Außen- und Innengerät oder der maximalen Gesamtlänge führt zu Ölrückführungsproblemen und Verdichterschäden.
4. Normative Rahmenbedingungen
Arbeiten am Kältekreis dürfen nach EU-Verordnung 517/2014 (F-Gase-Verordnung) sowie ChemKlimaschutzV ausschließlich durch zertifiziertes Fachpersonal (Kälteschein Kategorie I) erfolgen. Zudem sind DIN EN 378 (Sicherheitsanforderungen an Kälteanlagen und Wärmepumpen) bezüglich der maximalen Füllmenge im Verhältnis zum Raumvolumen sowie die TA Lärm bezüglich der Schallemissionen an der Grundstücksgrenze strikt einzuhalten.
Vertiefende Praxisanleitung: Rohrleitungsdimensionierung, Füllmengenberechnung und Inbetriebnahme
1. Kältetechnische Dimensionierung und Füllmengenberechnung
In der Praxis erfordern LG Multi-Split-Systeme (Multi F und Multi F DX mit PMBD-Verteilerboxen) eine exakte Bilanzierung der Rohrleitungslängen und Füllmengen. Die werksseitige Kältemittelvorfüllung (meist R32) deckt eine definierte Grundleitungslänge ab. Jeder zusätzliche Meter erfordert eine grammgenaue Nachfüllung gemäß Herstellervorgabe.
Beispielrechnung: Zusatzbefüllung für eine 4-Zonen-Multi-F-Anlage (MU4R25)
- Modell: LG MU4R25 (Werksfüllung R32: 1.800 g für bis zu 30 m Gesamtlänge)
- Zulässige Gesamtrohrlänge: bis zu 70 m
- Nachfüllfaktor bei Leitungserweiterung: 20 g/m (für 1/4" Flüssigkeitsleitungen ab dem 31. Meter)
| Teilstrecke | Angeschlossenes Innengerät | Einfache Leitungslänge | Dimension Flüssigkeit / Sauggas | | :--- | :--- | :--- | :--- | | Kreis A | LG Artcool Mirror 3,5 kW | 14 m | 6,35 mm (1/4") / 9,52 mm (3/8") | | Kreis B | LG Standard Plus 2,5 kW | 12 m | 6,35 mm (1/4") / 9,52 mm (3/8") | | Kreis C | LG Standard Plus 2,1 kW | 9 m | 6,35 mm (1/4") / 9,52 mm (3/8") | | Kreis D | LG Standard Plus 2,1 kW | 7 m | 6,35 mm (1/4") / 9,52 mm (3/8") | | Summe | 4 Innengeräte | 42 m kumulierte Trasse | – |
Kalkulation der Zusatzfüllung:
- Berechnen der Mehrmeter über Werksstandard: $42,\text{m} - 30,\text{m} = 12,\text{m}$
- Nachfüllmenge: $12,\text{m} \times 20,\text{g/m} = 240,\text{g}$
- Gesamtfüllmenge im System: $1.800,\text{g} + 240,\text{g} = 2.040,\text{g}$ R32
2. Schritt-für-Schritt-Inbetriebnahme & Auto-Addressing
- Druckstandsprüfung: Leitungen mit trockenem Stickstoff stufenweise abdrücken (5 bar zum Anblasen, 15 bar für Dichtheitsprüfung, 38–42 bar Prüfdruck nach Herstellervorgabe für mind. 24 h).
- Tiefenevakuierung: Absaugen über beide Serviceanschlüsse auf unter 2 mbar (500 Mikron). Nach Erreichen des Vakuums Stehzeit von mind. 30 Minuten ohne nennenswerten Druckanstieg protokollieren.
- Flüssigbefüllung: Zusatzmenge flüssig über die Monteurhilfe mit digitaler Waage in die Hochdruckseite bei stehender Anlage einbringen.
- Automatisches Adressieren (Auto-Addressing): Nach dem Öffnen der Ventile und Einschalten der Netzspannung den roten Mikrotaster auf der Hauptplatine des Außengeräts ca. 3–5 Sekunden gedrückt halten. Die Anlage steuert jedes elektronische Expansionsventil (EEV) einzeln an, misst den Temperaturabfall am jeweiligen Verdampfer und gleicht die elektrische Klemmenbelegung vollautomatisch mit den Rohrkreisen ab.
3. Typische Installations- und Betriebsfehler
- Ölfallen missachtet: Bei Höhenunterschieden > 5 m zwischen Außen- und tiefer liegenden Innengeräten sind Ölrückführbögen erforderlich, um Schmiermittelmangel im R1-Scroll-Verdichter zu verhindern.
- Knickstellen im Flexrohr: Bei engen Biegeradien ohne Biegewerkzeug verengt sich der Querschnitt der Sauggasleitung, was zu Kavitation und Leistungsverlust führt.
- Mischbetriebs-Konflikte: Multi-Split-Systeme können bauartbedingt nicht zeitgleich kühlen und heizen. Wird ein Raum auf Heizen und ein anderer auf Kühlen gestellt, meldet die Anlage einen Betriebsmodus-Konflikt (Error Code).
4. Normen und Sicherheitsanforderungen (EN 378 & F-Gase)
Bei R32-Systemen (Sicherheitsgruppe A2L, schwer entflammbar) fordert DIN EN 378 die Einhaltung der maximalen Kältemittel-Füllmenge bezogen auf das Raumvolumen des kleinsten angeschlossenen Raumes ($A_{min} = (M / (2,5 \times LFL^{5/4}))^2$). Beträgt das Raumvolumen weniger als die Sicherheitsgrenze vorschreibt, müssen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie autonome Raumgasdetektoren mit Alarmkontakt oder Zwangslüftungsschaltungen installiert werden.
Hersteller-Videos und Social Media
Passende Videos des Herstellers:
- LG HVAC : Business Introduction Video | LG
- 200-Year-Old Farmhouse in Independence, KY | LG Residential HVAC Solutions
Aktuelle Beiträge des Herstellers in den sozialen Medien:
- LinkedIn – LG Air Conditioning Systems auf LinkedIn – Offizielle Updates und Fachinformationen zu HLK- und Multi-Split-Lösungen.
- Facebook – LG USA HVAC auf Facebook – Praxisberichte, Systemvorstellungen und Schulungshinweise für Kälte-Klima-Fachbetriebe.
- Instagram – LG HVAC auf Instagram – Einblicke in moderne Klimalösungen, Wärmepumpen und Montageprojekte.
