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Installationsanleitung DAIKINZuletzt geprüft: 16.9.2026

DAIKIN Perfera Wandgeräte (FTXM-A / CTXM-A): Montage und Inbetriebnahme

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die fachgerechte Montage, kältetechnische Anbindung und Inbetriebnahme von DAIKIN Perfera Wandklimageräten. Enthält wichtige Hinweise zu Sicherheitsvorgaben und elektrischer Verdrahtung.

Übersicht zur Montage der DAIKIN Perfera-Serie

Die wandhängenden Innengeräte der Perfera-Serie (FTXM-A, CTXM-A, ATXM-A) zeichnen sich durch hohe Energieeffizienz und fortschrittliche Filtertechnik aus. Da das System mit dem Kältemittel R-32 betrieben wird, sind bei Montage und Anschluss strenge Fachbetriebsvorschriften gemäß F-Gase-Verordnung einzuhalten.

1. Standortwahl und Montage der Montageplatte

  • Wandbeschaffenheit prüfen: Der Montageuntergrund muss das Gerätegewicht vibrationsfrei tragen können.
  • Mindestabstände gewährleisten: Rund um das Gehäuse sind ausreichende Freiräume einzuhalten (mindestens 50 mm zu den Seiten und 30 mm zur Decke), um eine ungehinderte Luftzirkulation und Zugänglichkeit bei Filterwechseln zu sichern.
  • Montageplatte ausrichten: Die Montageplatte mit einer Wasserwaage exakt horizontal befestigen, um einen sicheren Kondensatablauf zu garantieren.

2. Kältemittelleitungen und Kondensatführung

  • Wanddurchbruch: Die Bohrung für die Kältemittelleitungen und den Kondensatschlauch muss mit einem leichten Gefälle nach außen geführt werden.
  • Bördelverbindungen: Rohre fachgerecht ablängen, entgraten und mit speziellem R-32-Bördelwerkzeug bearbeiten. Zur Verbindung sind passende Drehmomentschlüssel zu verwenden, um spätere Undichtigkeiten zu verhindern.
  • Kondensatleitung: Leitungen knickfrei verlegen und auf durchgängiges Gefälle achten. Ein Stau oder Siphon-Effekt im Schlauch muss vermieden werden.

3. Elektrische Installation

  • Die Netzspannungsversorgung wird in der Regel direkt am Außengerät eingespeist und darf nicht primär an der Inneneinheit angeschlossen werden.
  • Zwischen Innen- und Außengerät ist ein 4-adriges Verbindungskabel (Stromversorgung und bidirektionale Steuerkommunikation) gemäß Schaltplan aufzulegen.
  • Die Installation eines externen Phasenschieber-Kondensators ist untersagt, da moderne Inverter-Technik verbaut ist.

4. Evakuierung und Inbetriebnahme

  • Das Leitungssystem ist mittels Vakuumpumpe gründlich zu evakuieren (unter 270 Pa / 2 mbar), um Feuchtigkeit und nicht kondensierbare Gase restlos zu entfernen.
  • Nach erfolgreicher Druckstandprüfung die Absperrventile am Außengerät vorsichtig öffnen.
  • Der Probelauf kann über die beiliegende Infrarot-Fernbedienung gestartet werden, um Kühl- und Heizfunktionen sowie die Kondensatabfuhr zu testen.

Fachpraxis, Bemessung und Normenkonformität bei der Montage

1. Schritt-für-Schritt-Druckprüfung und Evakuierungsprotokoll

Die Einhaltung der Kältemittelkreis-Integrität nach DIN EN 378 erfordert einen strukturierten Prüfablauf vor der Kältemittelfreigabe:

  1. Druckfestigkeits- und Dichtheitsprüfung: Das System wird mit getrocknetem Stickstoff (OFN) beaufschlagt. Zunächst erfolgt ein Vortest bei ca. 10 bar zur Erkennung grober Leckagen, gefolgt vom Auslegungswert (typischerweise 40 bis 42 bar für R-32-Anlagen). Der Prüfdruck muss mindestens über 30–60 Minuten ohne messbaren Abfall gehalten werden.
  2. Tiefenevakuierung: Nach Druckablass wird eine zweistufige Drehschieber-Vakuumpumpe angeschlossen. Der Systemdruck muss unter 270 Pa (ca. 2 mbar) gesenkt werden, um verbliebene Feuchtigkeit vollständig verdampfen zu lassen.
  3. Vakuum-Standzeitprüfung: Das Absperrventil zur Pumpe wird geschlossen. Steigt der Druck innerhalb von 10 Minuten nicht über 380 Pa, gilt der Kreislauf als absolut trocken und vakuumdicht. Erst danach dürfen die Ventile der Außeneinheit schrittweise geöffnet werden.

2. Kältemittel-Zusatzfüllung und Längenbegrenzung

DAIKIN Perfera Monosplit-Systeme (z. B. Kombination aus FTXM-A und RXM-A) sind werkseitig für definierte Leitungslängen vorbefüllt (in der Regel bis zu 10 Meter Gesamtlänge, modellabhängig). Überschreitet die Installation diese Distanz, muss präzise flüssig nachdosiert werden.

| Modellgröße (FTXM-A) | Vorgefüllte Leitungslänge | Max. Leitungslänge / Höhendifferenz | Zusatzfüllmenge je Mehr-Meter | | :--- | :--- | :--- | :--- | | FTXM20A / 25A / 35A | bis 10 m | 20 m / 12 m | 20 g/m | | FTXM42A / 50A | bis 10 m | 30 m / 20 m | 20 g/m | | FTXM60A / 71A | bis 10 m | 30 m / 20 m | 35 g/m |

Beispielrechnung: Bei einer einfachen Leitungstrasse von 16 m für ein FTXM35A-System ergibt sich eine Überschreitung von 6 m. Die zusätzliche Kältemittelmenge errechnet sich zu: 6 m × 20 g/m = 120 g R-32. Diese Menge muss mit einer kalibrierten Digitalwaage gasförmig/flüssig über das Serviceventil zugeführt werden.

3. Typische Installationsfehler und Fehlervermeidung

  • Ölverwendung auf dem Bördel: Kältemaschinenöl (Esteröl) darf ausschließlich dünn auf der Innenseite des Konus benetzt werden. Gelangt Öl auf das Gewinde der Überwurfmutter, verfälscht dies das Anzugsdrehmoment, was zum Abscheren der Bördelkante führt.
  • Litzen-Anschluss ohne Aderendhülsen: Bei der 4-adrigen Verbindungsleitung (Adern 1, 2, 3 und PE) führen ungesicherte Feindrähte an den Schraubklemmen zu Übergangswiderständen und Signalstörungen auf der bidirektionalen Kommunikationsader (Klemme 3).
  • Fehlende Isolierung am Übergang: Ungedämmte Bördelfittings im Wanddurchbruch führen bei Kältebetrieb zu Kondensatbildung im Mauerwerk und Bauschäden.

4. Normative Rahmenbedingungen

Die Installation unterliegt der EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase (EU-F-Gase-VO) sowie der ChemKlimaschutzV. Arbeiten am Kältekreis dürfen nur von zertifiziertem Personal (Sachkundenachweis Kategorie I oder II) ausgeführt werden. Gemäß EN 378-1 ist zudem für geschlossene Aufstellräume die maximale Kältemittelfüllmenge in Relation zum Raumvolumen einzuhalten, um im Havariefall das Erreichen der unteren Zündgrenze (LFL) von R-32 sicher auszuschließen.

Vertiefende Montagepraxis: Mindestraumfläche, Drehmomentkontrolle und Inbetriebnahme-Ablauf

1. Nachweis der Mindestraumfläche nach DIN EN 378 und IEC 60335-2-40

Da DAIKIN Perfera-Systeme mit dem Sicherheitskältemittel R-32 (Sicherheitsklasse A2L, leicht entflammbar) arbeiten, muss für den Aufstellraum der Inneneinheit die normativ geforderte Mindestgrundfläche $A_{\text{min}}$ sichergestellt sein. Wird diese unterschritten, könnte sich im hypothetischen Fall einer Vollleckage ein zündfähiges Kältemittel-Luft-Gemisch bilden.

Die Mindestfläche errechnet sich aus der Gesamtfüllmenge $M$ (Werksfüllung + Zusatzmenge) und der Installationshöhe $h_0$ (bei Wandgeräten standardmäßig $h_0 = 1{,}8,\text{m}$):

$$A_{\text{min}} = \left( \frac{M}{2{,}2 \times \text{LFL} \times h_0} \right)^2$$

Für R-32 liegt die untere Zündgrenze (LFL) bei $0{,}307,\text{kg/m}^3$.

| Systemkombination (Beispiel) | Gesamte Füllmenge $M$ (R-32) | Montagehöhe $h_0$ | Erforderliche Mindestraumfläche $A_{\text{min}}$ | | :--- | :--- | :--- | :--- | | FTXM25A + RXM25A (bis 10 m Leitung) | ca. 0,70 kg | 1,80 m (Wandmontage) | ca. 1,85 m² | | FTXM35A + RXM35A (16 m Leitung inkl. 120 g Zusatz) | ca. 0,92 kg | 1,80 m (Wandmontage) | ca. 3,18 m² | | FTXM50A + RXM50A (20 m Leitung inkl. 200 g Zusatz) | ca. 1,35 kg | 1,80 m (Wandmontage) | ca. 6,85 m² |

Praxishinweis: Liegt die Raumfläche darunter, müssen bauliche Verbundräume geschaffen oder aktive Sicherheitsmaßnahmen (gekoppelte Leckage-Warnsensoren mit Zwangslüftung) vorgesehen werden.

2. Mechanische Verbindung: Anzugsdrehmomente der Bördelverbindungen

Undichtigkeiten im R-32-Kältekreis entstehen in über 90 % der Fälle durch falsch angezogene Bördelüberwurfmuttern. Beim Festziehen ist zwingend ein kalibrierter Drehmomentschlüssel mit Gegenhalter zu verwenden:

  • Flüssigkeitsleitung (1/4" / 6,35 mm): 14,2 bis 17,2 N·m (Bördeldurchmesser: 8,7 bis 9,1 mm)
  • Sauggasleitung (3/8" / 9,52 mm): 32,7 bis 39,9 N·m (Bördeldurchmesser: 12,8 bis 13,2 mm)
  • Sauggasleitung (1/2" / 12,7 mm, ab FTXM50A): 49,5 bis 60,3 N·m (Bördeldurchmesser: 16,2 bis 16,6 mm)

Achtung: Niemals Kältemaschinenöl auf das Gewinde oder die Schlüsselflächen auftragen, da dies die Reibung minimiert und bei nomineller Drehmomenteinstellung zur unbemerkten plastischen Überdehnung des Kupfers führt.

3. Strukturierter Inbetriebnahme- und Testlauf-Ablauf

Nach dem Öffnen der 2-Wege- und 3-Wege-Ventile am Außengerät ist die Anlage nach folgendem Ablauf in Betrieb zu nehmen:

  1. Elektrische Spannungsprüfung: L-N-Potenzial gegen PE messen (230 V ±10 %). Das Steuersignal auf Klemme 3 führt eine pulsierende DC-Gleichspannung gegen Neutralleiter (Kommunikationsbus).
  2. Kondensat-Funktionstest: Vor dem Schließen des Gerätegehäuses mindestens 500 ml destilliertes Wasser vorsichtig in die Kondensatwanne einfüllen. Ablauf an der Austrittsstelle im Außenbereich visuell kontrollieren, um Siphonbildung im Mauerdurchbruch auszuschließen.
  3. Testbetrieb per Fernbedienung: Die Taste „MODE“ und „TEMP UP/DOWN“ bzw. die dedizierte „TEST“-Sequenz der DAIKIN-Fernbedienung aktivieren, um den Inverter-Verdichter im Kühlmodus für mindestens 15 Minuten unter Volllast laufen zu lassen.
  4. Betriebsdaten protokollieren: Zuluft- und Ablufttemperatur an der Inneneinheit abgreifen. Die Temperaturspreizung $\Delta T$ muss im Kühlbetrieb im Bereich von 8 bis 12 K liegen. Überhitzung am Serviceventil kontrollieren.

Erweiterte Montagepraxis: Elektrische Einbindung, Fehlerdiagnose und normgerechte Dokumentation

1. Schritt-für-Schritt: Elektrische Verdrahtung und Kommunikationsbus

Die Signalübertragung zwischen DAIKIN Perfera Innengeräten (FTXM-A) und den Außengeräten (RXM-A) erfolgt über ein kombiniertes Versorgungs- und Datensystem. Um Kommunikationsstörungen (Fehlercode U4 oder UA) auszuschließen, ist folgende Vorgehensweise zwingend einzuhalten:

  1. Kabelwahl: Verwenden Sie ein 4-adriges, flexibles Gummischlauchkabel (z. B. H07RN-F 4G1,5 mm²). Ungeschirmte Standard-NYM-Installationsleitungen können bei langen Parallelläufen mit Starkstromtrassen Störsignale auf den Steuerbus einkoppeln.
  2. Aderendbearbeitung: Alle Adern exakt abisolieren und mit gasdichten Aderendhülsen verpressen. Litzen dürfen nicht lose unter die Klemmschrauben geklemmt werden.
  3. Klemmenbelegung prüfen: Klemme 1 (L), Klemme 2 (N) und Klemme 3 (Kommunikation/Daten) müssen an Innen- und Außeneinheit 1:1 deckungsgleich aufgelegt werden. Der Schutzleiter PE wird separat auf die Erdungsklemme geführt.
  4. Spannungsmessung vor Freigabe: Zwischen Klemme 1 und 2 muss Netzspannung (ca. 230 V AC) anliegen. Auf Klemme 3 liegt gegen Klemme 2 eine kontinuierlich schwankende Gleichspannung an (typischerweise zwischen 12 V DC und 35 V DC), was den aktiven Datenaustausch signalisiert.

2. Übersicht typischer Fehlercodes bei der Erstinbetriebnahme

| Fehlercode | Ursache im Montageprozess | Prüfschritt und Behebung | | :--- | :--- | :--- | | A5 | Frostschutz/Hochdruckschutz Innen | Verschmutzter Filter, geknickte Kältemittelleitung oder blockierter Querstromlüfter | | C9 | Raumtemperatursensor defekt/offen | Steckverbindung des Fühlers auf der Hauptplatine des Innengeräts kontrollieren | | E7 | Blockierter Gleichstrom-Lüftermotor außen | Fremdkörper im Schutzgitter des Außengeräts entfernen, Leichtgängigkeit prüfen | | U0 | Kältemittelmangel / Druckverlust | Bördeldichtheit prüfen, Evakuierung und Kältemittelfüllstand mittels Waage nachmessen | | U4 | Kommunikationsfehler Innen-Außen | Ader 3 vertauscht, Wackelkontakt oder fehlende Aderendhülse an Klemme 3 |

3. Wartungsprotokoll und Dichtheitsdokumentation nach EU-F-Gase-VO

Nach Abschluss der Installation verlangt die EU-F-Gase-Verordnung (sowie ChemKlimaschutzV) eine lückenlose Dokumentation im Anlagenlogbuch. Fachbetriebe müssen das Systemdatenblatt mit Herstellerbezeichnung, Modellcode, Seriennummern sowie der exakt eingebrachten Füllmenge (Werksfüllung + Zusatzmenge in kg) und dem berechneten $CO_2$-Äquivalent ($GWP_{\text{R-32}} = 675$) an den Betreiber übergeben.

Praxisleitfaden: Wanddurchführung, Kondensatmanagement und Feinschliff vor der Übergabe

1. Dimensionierung und Ausführung der Wanddurchführung

Für die DAIKIN Perfera-Serie (FTXM-A / CTXM-A) muss der Wanddurchbruch exakt auf die Baugröße des Innengeräts abgestimmt werden. Ein zu eng gewählter Mauerdurchbruch beschädigt beim Durchschieben die werksseitige Schutzisolierung der Kältemittelleitungen und quetscht den flexiblen Kondensatablauf ein.

  • Bohrungsdurchmesser:
    • Baugrößen FTXM20A bis FTXM42A: Ø 65 mm Kernbohrung.
    • Baugrößen FTXM50A bis FTXM71A: Ø 80 mm Kernbohrung.
  • Gefälleausführung: Die Bohrung muss zwingend mit einem stetigen Gefälle von mindestens 1:100 (ca. 1 bis 2 cm Höhendifferenz auf die Wandstärke) von innen nach außen schräg abfallend gebohrt werden.
  • Durchführungshülse und Abdichtung: Setzen Sie immer ein formstabiles Kunststoff-Futterrohr ein. Nach dem Durchführen von Kältemittelleitungen, Kondensatschlauch und 4-adrigem Verbindungskabel ist der verbleibende Hohlraum von beiden Seiten dampfdiffusionsdicht mit dauerelastischem Dichtungskitt (bauseits) zu verschließen. Dies verhindert das Eindringen von feuchter Außenluft in die Wand, Zugluft sowie Schallbrücken.

2. Umbau des Kondensatablaufs (Rechts-/Linksanschluss)

Werksseitig ist die Perfera auf den Leitungsabgang nach rechts ausgelegt. Wird die Verrohrung nach links oder links-hinten geführt, ist ein mechanischer Umbau des Ablaufstutzens erforderlich:

  1. Lösen Sie die Halteschraube der thermischen Isolierung an der rechten Seite der Kondensatwanne und ziehen Sie den Ablaufschlauch vorsichtig ab.
  2. Entfernen Sie den Blindstopfen auf der linken Seite mithilfe einer Flachzange.
  3. Setzen Sie den Ablaufschlauch auf den linken Stutzen auf und sichern Sie ihn ordnungsgemäß.
  4. Drücken Sie den Blindstopfen ohne Verkanten fest in den rechten Ablaufstutzen ein. Wichtiger Praxishinweis: Verwenden Sie beim Einsetzen des Stopfens unter keinen Umständen Kältemaschinenöl oder Gleitmittel; dies greift das Elastomermaterial an und führt mittelfristig zu unbemerktem Wasseraustritt in der Wandkonsole.

3. Checkliste: Häufige Montagefehler in der Praxis

| Typischer Montagefehler | Reale Auswirkung | Fachgerechte Gegenmaßnahme | | :--- | :--- | :--- | | Ausbrechen der Gehäuseblende mit Kneifzange | Risse und Verzug im Sichtgehäuse | Nur feine Laubsäge von innen ansetzen, Kanten mit Halbrund-Nadelfeile entgraten | | Zu dünne Dämmung bei Tropen-Bedingungen | Schwitzwasserbildung auf den Kälteleitungen | Bei > 30 °C Raumluft und > 80 % rel. Feuchte Dämmstärke zwingend auf mind. 20 mm verstärken | | Wiederverwendung alter Bördelmuttern | Mikrorisse im Kupferkonus und Kältemittelverlust | Ausschließlich die werkseitig am Neugerät vormontierten R-32-Muttern verwenden | | Fehlendes Schutzrohr im Mauerwerk | Kondensatschlauch knickt oder wird perforiert | Durchgängiges Kunststoff-Mauerrohr einsetzen und beidseitig dauerelastisch abdichten |

4. Normative Übergabe nach VDI 6022 und ChemKlimaschutzV

Vor der Übergabe an den Betreiber muss neben dem Dichtheitsnachweis eine Funktions- und Hygieneeinweisung erfolgen. Nach DIN EN 378 und VDI 6022 ist der Betreiber auf die regelmäßige Inspektion der Luftansaugung und die Reinigung der photokatalytischen Titan-Apatit- sowie Silber-Ionen-Filter (Flash Streamer Technologie) hinzuweisen. Alle Messwerte (Saugdruck, Überhitzung, Zuluft-/Ablufttemperatur und Versorgungsspannungen) gehören unterschrieben in das Anlagenhandbuch.

Praxis-Leitfaden: Wanddurchführung, Kondensatmanagement und Inbetriebnahme-Check

1. Ausführung der Wanddurchführung und Trassenverlegung

Bei der Wanddurchführung für die DAIKIN Perfera-Geräte (FTXM-A / CTXM-A) muss der Mauerdurchbruch zwingend mit einem stetigen Gefälle von mindestens 5 bis 10 mm nach außen gebohrt werden. Je nach Gerätegröße ist der Kernlochdurchmesser normgerecht zu wählen: Für Baugrößen FTXM20–42A genügt eine Kernbohrung von 65 mm, während ab FTXM50A auf Grund der dickeren Sauggasleitung (1/2") und der verstärkten Isolierung eine 80-mm-Bohrung erforderlich ist.

Zur Vermeidung von Mauerschäden und Zugluft ist das Leitungsbündel wie folgt aufzubauen:

  1. Schutzrohr einsetzen: Eine PVC-Durchführungshülse glatt im Bohrloch einpassen, um ein Durchscheuern der Kältemittelleitungen und Kabel an scharfkantigem Mauerwerk zu verhindern.
  2. Paketierung der Trasse: Das Kondensatrohr stets an der tiefsten Stelle des Bündels führen. Die beiden isolierten Kältemittelleitungen liegen mittig bzw. oben. Die 4-adrige Verbindungsleitung wird spannungsfrei beigelegt.
  3. Abdichtung: Nach dem Durchführen der Trasse ist der Mauerdurchbruch sowohl innen als auch an der Außenfassade mit dauerelastischem, witterungsbeständigem Installationskitt lückenlos zu verschließen.

2. Kondensatmanagement: Seitenwechsel und Fehlervermeidung

Werksseitig ist der Kondensatablauf bei den Innengeräten rechts vormontiert. Bei einer Leitungsführung nach links muss der Ablaufschlauch umgebaut werden:

  • Demontage: Halteschraube der Isolierung am rechten Abflussstutzen lösen und den Ablaufschlauch vorsichtig abziehen.
  • Ablassstopfen umsetzen: Den werkseitig links eingesteckten Gummistopfen entnehmen und rechts einsetzen. Wichtig: Verwenden Sie beim Einsetzen des Stopfens niemals Schmierstoffe oder Kältemaschinenöl – dies führt zur Zersetzung des Elastomers und schleichenden Wasserschäden.
  • Kondensat-Gefälle: Die Kondensatleitung muss auf der gesamten Trasse ein kontinuierliches Minimalgefälle von 1:100 (1 cm pro Meter) aufweisen. Siphons oder Wellenbildungen im Schlauch führen unausweichlich zu stehendem Wasser, Algenbildung und Geruchsbelästigung.

3. Checkliste und Richtwerte für die Inbetriebnahme

| Prüfpunkt | Sollwert / Normvorgabe | Messmethode / Fehlerfolge bei Abweichung | | :--- | :--- | :--- | | Kernbohrung (FTXM20–42A) | Ø 65 mm (Gefälle > 5 mm nach außen) | Kernbohrgerät; Rückstaugefahr bei Gegengefälle | | Kernbohrung (FTXM50–71A) | Ø 80 mm (Gefälle > 5 mm nach außen) | Kernbohrgerät; Beschädigung der Dämmung bei Unterdimensionierung | | Dämmungsdicke (Standard) | ≥ 10 mm (1/4"), ≥ 13 mm (ab 3/8") | Geschlossenzelliger PE-/Kautschukschaum (DIN EN 12828) | | Dämmung bei hoher Feuchte | ≥ 20 mm (bei > 30 °C / > 80 % r.F.) | Taupunktunterschreitung und Schwitzwasser an der Dämmstoffoberfläche | | Testlauf Spreizung (Kühlen) | $\Delta T = 8 \text{ bis } 12 \text{ K}$ | Messung Zuluft vs. Abluft nach 15 min Volllast | | Testlauf Spreizung (Heizen) | $\Delta T = 14 \text{ bis } 20 \text{ K}$ | Prüfung Kältemittelfüllstand und Sensorik |

4. Aktivierung des internen Testlauf-Modus per Infrarot-Fernbedienung

Für eine normgerechte Inbetriebnahme genügt das einfache Einschalten im Raumthermostat-Betrieb nicht, da der Inverter lastabhängig herunterregelt. Aktivieren Sie den werkseitigen Testmodus:

  1. Schalten Sie das Innengerät über die Taste ON/OFF ein.
  2. Drücken Sie die Tasten TEMP UP, TEMP DOWN und MODE gleichzeitig, um in das Servicemenü zu wechseln.
  3. Wählen Sie den Modus 7 (Testbetrieb) und bestätigen Sie mit MODE.
  4. Das System läuft nun ca. 30 Minuten unter Zwangsvollast im Kühl- bzw. Heizmodus, unabhängig von der Raum-Solltemperatur. Nach Abschluss stellt sich das System automatisch auf Normalbetrieb zurück.

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