DAIKIN Altherma Wärmepumpensysteme: Produktaufbau und Technologie

Detaillierte Produktübersicht der DAIKIN Altherma Luft-Wasser-Wärmepumpen für Heizung, Kühlung und Trinkwarmwasserbereitung in Neubau und Sanierung.
DAIKIN Altherma Luft-Wasser-Wärmepumpensysteme
Die DAIKIN Altherma Serie ist die zentrale Wärmepumpenlösung von DAIKIN für private Wohngebäude und leichte gewerbliche Anwendungen. Sie nutzt Umgebungsluft als regenerative Energiequelle, um Gebäude effizient mit Wärme zu versorgen, im Sommer aktiv zu kühlen und Warmwasser bereitzustellen.
Systemaufbau und Modellvarianten
- Split-Wärmepumpen: Bestehen aus einem Außengerät mit Inverter-Verdichter und einem wandhängenden oder bodenstehenden Innengerät mit integriertem Edelstahl-Warmwasserspeicher.
- Monoblock-Systeme: Der gesamte Kältekreislauf ist im Außengerät gekapselt. Die Anbindung an das Heizsystem im Gebäude erfolgt rein wassergeführt, was den Installationsaufwand vereinfacht.
- Hybridsysteme: Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe und Gas-Brennwertgerät für maximale Effizienz bei schwankenden Energiepreisen und sehr tiefen Außentemperaturen.
Technische Merkmale und Leistung
- Leistungsbereich: Von 4 kW bis 18 kW Heizleistung, passend für Passivhäuser bis hin zu teilsanierten Bestandsbauten.
- Verdichtertechnologie: Ausgestattet mit modulierenden DAIKIN Swing- oder Scroll-Verdichtern, die ihre Leistung stufenlos an den realen Wärmebedarf anpassen.
- Zukunftssichere Kältemittel: Vorwiegender Einsatz von Kältemittel R-32 mit niedrigem Treibhauspotenzial (GWP) und hoher thermodynamischer Effizienz.
- Vorlauftemperaturen: Geeignet für Fußbodenheizungen (Niedertemperatur) sowie mit Hochtemperatur-Varianten für klassische Radiatoren mit bis zu 70 °C Vorlauf.
Fachgerechte Planung, Montage und Betriebsführung von DAIKIN Altherma Systemen
Für den wirtschaftlichen und störungsfreien Betrieb einer DAIKIN Altherma Wärmepumpe kommt es maßgeblich auf eine präzise Heizlastberechnung, normgerechte Installation sowie die hydraulische Einbindung an. Die theoretische Effizienz moderner Inverter-Verdichter verpufft, wenn das Gesamtsystem hydraulisch oder regelungstechnisch nicht sauber abgestimmt ist.
1. Auslegung und Dimensionierung nach DIN EN 12831
Die Wahl der Geräteleistung darf keinesfalls pauschal nach Quadratmetern erfolgen, sondern erfordert eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Bei Sanierungen im Bestand dient häufig der bisherige Jahresverbrauch als Plausibilitätsprüfung:
| Parameter / Gebäudekonstellation | Neubau (KfW 40/55) | Teilsanierter Altbau (Radiatoren) | | :--- | :--- | :--- | | Beheizte Wohnfläche | 160 m² | 160 m² | | Spezifische Heizlast | 35 W/m² | 75 W/m² | | Norm-Heizlast (inkl. Warmwasser) | ca. 6,4 kW | ca. 12,8 kW | | Empfohlene Baureihe | DAIKIN Altherma 3 R (Niedertemperatur) | DAIKIN Altherma 3 H HT (Hochtemperatur) | | Vorlauf-/Rücklauftemperatur | 35 °C / 30 °C | 55 °C / 45 °C | | Mindestvolumenstrom Abtauung | z. B. 12–15 l/min | z. B. 20–25 l/min |
2. Schritt-für-Schritt-Installation und Inbetriebnahme
- Aufstellung des Außengeräts: Einhaltung der Mindestabstände zur Vermeidung eines thermischen Kurzschlusses (Luftein- und Luftaustritt freihalten). Schutz vor Körperschallübertragung über schwingungsgedämpfte Sockel und flexible Panzerschläuche am Übergang zum Gebäude.
- Hydraulische Einbindung & Wasserqualität: Befüllung des Heizkreises streng nach VDI 2035 (Grenzwerte für Leitfähigkeit, pH-Wert und Gesamthärte), um Belagbildung im Plattenwärmetauscher zu verhindern. Bei bestehenden Heizkörpern ist die Montage eines Magnetitschlammabscheiders im Rücklauf zwingend erforderlich.
- Sicherung des Mindestvolumenstroms: Wärmepumpen benötigen während des Abtauzyklus (Kreislaufumkehr) schlagartig hohe Energie aus dem Heizkreis. Ein Überströmventil oder ein Reihen-Rücklauf-Pufferspeicher stellt diesen Durchfluss auch bei geschlossenen Einzelraumregelungen sicher.
- Hydraulischer Abgleich: Durchführung des obligatorischen hydraulischen Abgleichs (Verfahren B) nach EnSimiMaV bzw. GEG, damit alle Heizkreise gleichmäßig versorgt werden.
- Regelung und Heizkurve: Einjustieren über den Konfigurationsassistenten der Inneneinheit. Die Vorlauftemperatur wird über eine witterungsgeführte Heizkurve auf das niedrigstmögliche Niveau eingestellt, um die Jahresarbeitszahl (JAZ) zu maximieren.
3. Häufige Fehlerquellen in der Praxis
- Taktender Verdichter: Eine Überdimensionierung der Nennleistung führt bei milden Außentemperaturen zum ständigen Ein- und Ausschalten (Kurzzeitbetrieb), was den Verdichterverschleiß drastisch erhöht.
- Fehlender Frostschutz bei Monoblock-Systemen: Bei rein wassergeführten Außenleitungen muss bei Stromausfall oder Stillstand ein Frostschutz (Frostschutzventile oder Glykolgemisch) wirksam sein, um Frostschäden am Wärmetauscher abzuwenden.
- Ignorieren der F-Gase-Verordnung: Bei Split-Systemen mit Kältemittel R-32 müssen Leitungsverlegung, Evakuierung und Druckprobe mit Stickstoff zwingend durch zertifiziertes Fachpersonal (Kälteschein Kategorie I) erfolgen.
Hersteller-Videos und Social Media
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- DAIKIN Gesamtkatalog Kälte- und Klimatechnik (Deutsch)
