Hallo Leute, bei uns in der Produktionshalle bilden sich seit dem ersten Frost in der letzten Woche massiv Kondenswassertropfen an den isolierten Industrietoren. Das tropft uns jetzt direkt auf die dort gelagerten Bauteile, was natürlich gar nicht geht. Wir haben eine zentrale Abluftanlage laufen, aber die scheint bei den jetzigen Außentemperaturen die Feuchtigkeit nicht schnell genug rauszubekommen, sobald die Tore kurz aufgemacht werden. Überlege nun, ob wir im Torbereich zusätzliche Infrarotstrahler anbringen oder die Luftführung der Warmluftgebläse direkt auf den Torbereich ausrichten sollten, um die Oberflächentemperatur des Tores über dem Taupunkt zu halten. Hat jemand von euch schon mal ähnliche Probleme bei der Hallenklimatisierung gelöst? Wäre es vielleicht sinnvoller, die Hallenlüftung über einen CO2-Sensor zu steuern, damit wir den Luftwechsel besser an die tatsächliche Belegung anpassen können? Ich bin über Tipps zur Vermeidung dieser Schwitzwasserbildung echt dankbar, bevor uns die Korrosion an den Stahlteilen zunimmt. Bin gespannt auf eure Ratschläge.
Kondensatbildung an Hallentoren bei Kälteeinbruch – Maßnahmen?
Hallo Jens, das Problem kennen wir aus der Industrie nur zu gut. Infrarotstrahler sind hier leider eher ineffektiv und verschlingen unnötig Energie, da sie nur punktuell wirken und die Oberflächentemperatur des Tores bei Kälteeinbruch kaum dauerhaft über dem Taupunkt halten. Das eigentliche Problem ist der abrupte Feuchtigkeitseintrag durch das Öffnen der Tore. Ich empfehle Ihnen dringend, ein Warmluftgebläse gezielt auf den Torbereich zu richten, um die kalte Oberfläche aktiv zu erwärmen. Achten Sie dabei aber unbedingt auf den hydraulischen Abgleich Ihrer Heizungsanlage, damit das Gebläse auch bei hoher Last noch genügend Energie bekommt. Ein CO2-Sensor ist zwar für die allgemeine Raumluftqualität gemäß GEG sinnvoll, löst aber nicht Ihr punktuelles Kondensatproblem. Prüfen Sie stattdessen, ob Sie die Abluftsteuerung manuell anpassen können, um direkt nach Schließvorgängen kurzzeitig einen höheren Luftwechsel zu erzielen.
Moin Jens, bei uns hat in der Werkstatt ein einfacher Streifenvorhang aus PVC wahre Wunder bewirkt. Seit wir den direkt hinter dem Industrietor installiert haben, bleibt die kalte Luft draußen und die Feuchtigkeit im Hallenbereich verteilt sich nicht sofort an den eiskalten Torflächen. Das spart massiv Heizkosten und schont die Bauteile vor Korrosion. Zusätzlich haben wir die Hallenlüftung so konfiguriert, dass sie bei Toröffnung automatisch kurzzeitig auf Stufe eins schaltet, um die einströmende Luftmenge besser zu kontrollieren. Mit IR-Strahlern würde ich nicht experimentieren, das ist energetisch gesehen oft ein Fass ohne Boden. Haben Sie schon mal den Taupunkt der Hallenluft mittels Hygrometer gemessen? Oft reicht es schon, die relative Feuchte durch angepasste Lüftungsintervalle um wenige Prozentpunkte zu senken, um die Tropfenbildung komplett zu unterbinden. Schauen Sie mal in die VDI 6022, da finden sich gute Ansätze für den Betrieb.
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