Hallo zusammen, ich habe vor zwei Wochen meine Multi-Split-Anlage installiert und bin aktuell mit der finalen Abdichtung der Kernbohrungen beschäftigt. Da wir jetzt die ersten Frostnächte haben, mache ich mir Gedanken über die Kälteleitungen, die durch den Keller verlaufen. Aktuell ist die Wanddurchführung noch nicht final mit Dichtmasse verschlossen, sondern nur provisorisch mit Montageschaum fixiert. Meine Sorge ist, dass durch die Temperaturunterschiede zwischen dem warmen Innenraum und der kalten Außenluft Kondensat in den Leitungssträngen entsteht oder gar Feuchtigkeit aus der Wand in das Dämmmaterial zieht. Wie dichtet ihr solche Durchbrüche fachgerecht ab, um langfristig Schimmel oder Korrosion an den Leitungen zu vermeiden? Ich habe überlegt, eine spezielle Dichtmanschette zu verwenden, bin mir aber unsicher, ob das bei den doch recht steifen Isolierungen der Kälteleitungen dauerhaft dicht bleibt. Habt ihr hier erprobte Lösungen für den Übergang Mauerwerk zum Isolierschlauch?
Kälteleitungen durch Kellerwand: Schutz gegen Feuchte im Winter
Hallo Markus, als gelernter SHK-Meister kann ich dir nur dringend raten, den Montageschaum sofort zu entfernen. PU-Schaum ist hier völlig ungeeignet, da er Feuchtigkeit aufnimmt und als ideale Brutstätte für Schimmel dient. Zudem entspricht das nicht den Regeln der Technik für eine fachgerechte Wanddurchführung. Du solltest eine ringraumdichtung oder ein spezielles Mauerkragen-System verwenden. Diese Systeme dichten nicht nur den Ringspalt zwischen Rohr und Mauerwerk ab, sondern drücken sich bei fachgerechter Montage auch in das Gefüge des Mauerwerks. Achte darauf, dass die Kälteleitungen inklusive der Isolierung zentriert durch die Bohrung geführt werden, damit keine mechanische Spannung auf der Dämmung lastet.
Danke Jürgen für die schnelle Rückmeldung. Dass Montageschaum keine Dauerlösung ist, habe ich schon befürchtet. Das Thema VDI 4645 hatte ich bei der Planung zwar auf dem Schirm, aber die Abdichtung habe ich wohl etwas unterschätzt. Wenn ich nun auf eine Ringraumdichtung umstelle, wie verhält es sich mit der Kälteisolierung? Die ist ja doch recht elastisch und drückt sich bei Druck eventuell zusammen. Muss ich hier im Bereich der Durchführung eventuell ein festes Kunststoffrohr als Hülse einsetzen, um einen sauberen Anpressdruck für die Dichtung zu erhalten?
Hallo Markus, ich kann dir von meiner Erfahrung berichten. Wir haben bei unserem Neubau genau dasselbe Problem gehabt. Mein Mann hat dann ein KG-Rohr als Futterrohr einbetoniert, das ist die absolut sauberste Lösung. Die Kälteleitungen liegen darin geschützt und man kann den Raum zwischen Rohr und Kernbohrung mit quellfähigem Mörtel oder spezieller Dichtmasse versiegeln. Was die Isolierung angeht: Wir haben die Leitungen im Bereich des Durchbruchs mit einem zusätzlichen, schrumpfbaren Isolierschlauch verstärkt. Das gibt der Dämmung die nötige Stabilität, um nicht unter dem Druck der Dichtmanschette einzufallen. Seit zwei Wintern haben wir absolut keine Probleme mehr mit Feuchtigkeit oder Kondensatbildung an der Innenseite der Kellerwand.
Moin zusammen, kurze Anmerkung aus planerischer Sicht. Sabine hat recht mit dem Futterrohr, aber vergesst bitte nicht die fachgerechte Dämmung des gesamten Leitungsverlaufs nach GEG. Wenn die Isolierung an der Durchführung gequetscht wird, verliert sie ihre dämmende Wirkung und ihr riskiert Kondensat genau an dieser kritischen Stelle. Zudem ein wichtiger Hinweis zur ChemKlimaschutzV: Da ihr an den Kälteleitungen arbeitet, stellt sicher, dass das System absolut dicht ist. Nach der finalen Abdichtung empfehle ich zwingend eine Druckprüfung mit Stickstoff, falls das nicht schon bei der Inbetriebnahme gemacht wurde. Ein schleichender Kältemittelverlust ist nicht nur ökologisch bedenklich, sondern macht auch eure gesamte Effizienzberechnung für die Wärmepumpe zunichte.
Ich schließe mich den Vorrednern an. Wichtig ist neben der Dichtigkeit auch der äußere Abschluss. Viele vergessen, das Gefälle der Leitungen nach außen zu legen. Wenn die Leitungen zur Kellerwand hin leicht ansteigen, kann Regenwasser bei Schlagregen am Isolierschlauch entlang in die Kernbohrung laufen. Mein Rat: Sorge für ein leichtes Gefälle nach außen, damit eventuelles Kondensat oder Wasser vom Gebäude weggeleitet wird. Wenn du dann noch die Öffnung mit einer witterungsbeständigen, dauerelastischen Dichtmasse auf MS-Polymer-Basis sauber abziehst, bist du auf der sicheren Seite. Das bleibt auch bei Frost flexibel und versprödet nicht so schnell wie herkömmliches Silikon.
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