Sehr geehrte Fachkollegen, in der aktuellen Planungsphase für einen größeren Umbau stelle ich mir die Frage zur optimalen Einbindung eines Pufferspeichers bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die Zielsetzung ist hierbei ausschließlich die Bereitstellung des erforderlichen Energievolumens während der Abtauvorgänge, um die Entnahme aus den Heizkörpern im Wohnbereich während der Kälteperiode zu unterbinden. Ist eine serielle Einbindung im Rücklauf nach wie vor als technischer Standard zu betrachten, oder ist ein Stichanschluss mit einer zusätzlichen Umwälzpumpe bei modernen, leistungsgeregelten Systemen vorzuziehen? Mir geht es primär um die Vermeidung eines zu hohen Druckverlustes, welcher die Effizienz der Primärpumpe negativ beeinflussen könnte. Wie bewerten Sie die Thematik der hydraulischen Entkopplung in diesem spezifischen Kontext bei einer Heizlast von etwa 12 kW? Ich freue mich auf eine fachlich fundierte Diskussion zu diesem Thema, insbesondere im Hinblick auf die Jahresarbeitszahl bei sinkenden Außentemperaturen. Für Ihre Einschätzungen und Praxisberichte bedanke ich mich im Voraus sehr herzlich.
Integration eines Pufferspeichers zur Abtauenergie-Bereitstellung
Hallo Thomas, bei einer Heizlast von 12 kW würde ich Ihnen dringend zum Stichanschluss raten. Die serielle Einbindung im Rücklauf, wie sie oft noch in älteren Schemata zu finden ist, erhöht den hydraulischen Widerstand signifikant und zwingt die Primärpumpe unnötig in höhere Drehzahlbereiche. Das widerspricht klar dem Ziel einer hohen JAZ gemäß VDI 4645. Ein Stichanschluss mit eigener Ladepumpe entkoppelt den Abtauprozess sauber vom restlichen Heizkreis. So stellen Sie sicher, dass während der Abtauung nur das Volumen im Speicher bewegt wird, ohne den Volumenstrom in den Heizflächen kurzzeitig zu destabilisieren. Achten Sie bei der Dimensionierung des Speichers jedoch peinlich genau darauf, dass das Volumen für den Abtauvorgang bei tiefen Außentemperaturen ausreicht, um ein Takten der WP zu vermeiden.
Guten Tag zusammen, ich sehe das etwas vorsichtiger als mein Vorredner. Wenn man den Speicher im Stich bindet, erkauft man sich die hydraulische Entkopplung mit einer zusätzlichen Pumpe und damit einer weiteren Fehlerquelle sowie zusätzlichem Stromverbrauch. Im Rahmen des GEG und der aktuellen BEG-Förderrichtlinien ist Effizienz das höchste Gut. Bei modernen, modulierenden Luft-Wasser-Wärmepumpen ist die Abtauenergie oft geringer als früher angenommen. Prüfen Sie doch erst einmal, ob Ihre Heizflächen, sofern es sich um eine Fußbodenheizung handelt, nicht genug thermische Masse besitzen, um die Abtauenergie zu puffern. Ich habe bei 12 kW Anlagen oft auf den Speicher verzichtet, wenn der hydraulische Abgleich korrekt durchgeführt wurde. Ein unnötiger Speicher ist bei Wärmepumpen meistens ein Effizienzkiller.
Danke für die schnellen Rückmeldungen. Sabine, der Punkt mit der thermischen Masse ist absolut berechtigt, allerdings sind im aktuellen Projekt teilweise Flachheizkörper verbaut, die eben nicht über die Speichermasse einer FBH verfügen. Daher ist eine Pufferlösung hier technisch wohl unverzichtbar. Markus, Ihr Hinweis auf den Stichanschluss leuchtet mir ein. Wenn ich eine zusätzliche Pumpe einsetze, wie steuere ich diese am sinnvollsten? Viele der aktuellen Regler meiner favorisierten Hersteller bieten hierfür dedizierte Ausgänge, aber ich bin mir unsicher, ob die Ansteuerung der Pumpe im Stichbetrieb bei einem Abtauvorgang schnell genug reagiert, um den Druckabfall im Hauptkreis zu verhindern. Haben Sie hier Erfahrungen mit der Ansprechzeit?
Thomas, lass dich nicht verunsichern, die Steuerung ist bei modernen Geräten heutzutage kein Problem mehr. Die Pumpe im Stichkreis wird direkt über den potentialfreien Kontakt oder den PWM-Ausgang der Wärmepumpe angesteuert, sobald das Umschaltventil in Richtung Abtauung schaltet. Das funktioniert in der Praxis tadellos. Wichtig ist bei der Installation nur eines: Die Anbindung des Speichers muss kurz und mit großem Durchmesser ausgeführt werden, um die Strömungsverluste minimal zu halten. Ich verbaue bei 12 kW Anlagen standardmäßig einen 100 Liter Speicher im Stich, das reicht für die Abtauung völlig aus und hält die Stillstandsverluste in Grenzen. Solange du die Anlage nach dem hydraulischen Abgleich sauber einregulierst, wirst du mit dieser Lösung die besten JAZ-Werte erzielen.
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