Hallo zusammen! Ich habe mir ein Split-Gerät für den Sommer angeschafft, das nun auch im Winter zum Heizen genutzt werden soll. Die Kälteleitungen liegen in einem Wanddurchbruch nach außen. Mein Problem ist jetzt, dass mir bei den aktuell kühleren Temperaturen das Wasser am Rohrauslass innen kondensiert. Ich habe den Durchbruch zwar mit Bauschaum abgedichtet, aber irgendwie zieht es trotzdem. Ich muss hier sicher nochmal nachbessern, bevor der richtige Winter kommt. Womit dichte ich das am besten luftdicht ab, ohne dass es bei der nächsten Wartung ein Riesenaufwand ist? Da ich am Kältekreislauf selbst nichts mache und nur die Durchführung optimiere, sollte das ja eigentlich kein Problem sein. Tipps für geeignetes Dämmmaterial oder Dichtmassen, die auch bei niedrigen Außentemperaturen flexibel bleiben, wären super. Ich will keine feuchten Wände riskieren.
Wanddurchbruch bei Split-Klimagerät: Kondensat-Problematik
Hallo Tanja, das ist ein klassisches Problem bei Kernbohrungen für Klimageräte. Bauschaum ist hier leider absolut ungeeignet, da er nicht dampfdicht abschließt und bei Temperaturunterschieden arbeitet, was die Bildung von Kondensat an den kalten Kälteleitungen begünstigt. Das führt im schlimmsten Fall zu einem massiven Feuchteschaden im Mauerwerk. Ich empfehle Ihnen dringend, den Schaum restlos zu entfernen. Verwenden Sie stattdessen eine dauerelastische Dichtmasse oder spezielle Klimaanlagen-Dichtknete, die für den Außenbereich zugelassen ist. Achten Sie darauf, dass der Durchbruch von innen luftdicht nach den Anforderungen des GEG verschlossen wird, um Konvektion zu vermeiden. Bei einer Split-Anlage sollten die Leitungen im Durchbruch zudem mit einer geschlossenzelligen Isolierung versehen sein.
Danke für die schnelle Rückmeldung, Markus! Das mit dem Bauschaum war wohl ein Fehler. Wie genau gehe ich vor, um das jetzt vernünftig abzudichten? Kann ich die Dichtknete einfach auf die vorhandene Isolierung auftragen oder muss ich den ganzen Zwischenraum ausstopfen? Ich möchte ungern alles wieder aufreißen, wenn es sich vermeiden lässt.
Hallo Tanja, als SHK-Meister sehe ich das täglich. Bitte bedenken Sie, dass bei einem Wanddurchbruch gemäß VDI 4645 die Leitungen spannungsfrei geführt und fachgerecht isoliert sein müssen. Die Dichtknete dient nur als Abschluss der Luftbarriere, nicht als statische Halterung. Sie müssen sicherstellen, dass die Durchführung ein leichtes Gefälle nach außen hat, damit eventuelles Kondensat abtropfen kann und nicht ins Mauerwerk läuft. Wenn Sie das Ganze mit Fugendichtband oder einer speziellen Brandschutzmanschette, sofern in Ihrer Region erforderlich, abdichten, sind Sie auf der sicheren Seite. Sparen Sie nicht an der Dampfdichtheit, sonst ziehen Sie sich im Winter die feuchte Außenluft direkt in den Wandaufbau.
Hi Tanja, ich habe das bei meinem Umbau letzten Sommer ähnlich gelöst. Ich habe die Rohre mit armaflex-ähnlichem Material umwickelt, bis sie stramm im Rohr saßen, und dann beidseitig mit einer elastischen, dauerhaft weichen Knete verschlossen. Das hat den Vorteil, dass du bei der jährlichen Sichtprüfung oder Wartung, die man bei Klimaanlagen ja aufgrund der ChemKlimaschutzV sowieso auf dem Schirm haben sollte, das Zeug einfach rausnehmen und wieder reindrücken kannst. Das hält bei mir absolut dicht und es zieht überhaupt nicht mehr. Wichtig ist nur, dass die Dämmung der Kälteleitungen bis in den Innenraum lückenlos geführt wird, sonst hast du direkt hinter der Blende sofort wieder Tauwasserbildung. Viel Erfolg beim Nachbessern!
Guten Tag, ergänzend zu den Hinweisen: Achten Sie unbedingt darauf, dass durch die Bohrung keine Zugluft entsteht, da dies nicht nur Energieverluste durch das GEG bedeutet, sondern auch zu massiver Schimmelbildung führen kann. Wenn Sie den Bereich fachgerecht mit Mineralwolle stopfen und dann die erwähnte Dichtknete verwenden, ist das eine saubere Lösung. Sollten Sie die Klimaanlage zudem zur Förderung einreichen wollen, ist eine saubere energetische Gebäudehülle ohnehin Voraussetzung. Denken Sie bei der nächsten Wartung auch daran, den elektrischen Anschluss durch eine Elektrofachkraft prüfen zu lassen, falls Sie das damals nicht getan haben. Sicher ist sicher, besonders wenn das Gerät im Winter intensiv im Heizbetrieb läuft.
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