Sehr geehrte Damen und Herren, bei der Nachrüstung einer modernen Steuerungseinheit für meine Luft-Wasser-Wärmepumpe stellt sich mir die Frage zur elektromagnetischen Verträglichkeit der BUS-Leitungen. Ich verlege diese parallel zu den Lastleitungen der Pumpe in einem gemeinsamen Kabelkanal. Besteht hier ein Risiko für Datenverluste oder Fehlsteuerungen der WP durch Induktionsspannungen im Betrieb? Die Anleitung ist hier recht vage und spricht nur von fachgerechter Trennung. Wäre eine geschirmte Leitung zwingend zu empfehlen, oder ist das bei den geringen Frequenzen der Anlagensteuerung zu vernachlässigen? Ich lege großen Wert auf eine stabile Kommunikation zwischen den Sensoren und dem internen Regler. Gibt es hierzu Erfahrungen aus der Praxis, insbesondere bei der Einbindung von externen Wärmemengenzählern oder zusätzlichen Vorlauffühlern? Über eine technisch fundierte Auskunft würde ich mich sehr freuen.
Verkabelung der BUS-Leitung für externe Thermostate bei Bestandsanlage
Guten Tag Herr Dr. W., als SHK-Meister mit langjähriger Erfahrung in der Gebäudeautomation kann ich Ihnen nur dringend raten, die Lastleitungen und die BUS-Leitungen strikt getrennt zu führen. Auch wenn es sich um niedrige Frequenzen handelt, können bei Anlaufströmen der Wärmepumpen-Kompressoren transiente Induktionsspannungen entstehen, die den Datenverkehr massiv stören. Ein geschirmtes Kabel wie das JY(ST)Y ist hier absoluter Standard und sollte zwingend verwendet werden. Beachten Sie bitte zudem die VDI 4645, die für einen ordnungsgemäßen Betrieb einer Wärmepumpenanlage auch die störungsfreie Signalübertragung als Teil der Anlagenqualität definiert. Ein Verzicht auf die Schirmung kann bei einer Abnahme nach GEG oder im Rahmen einer BEG-Förderung bei fehlerhaften Messwerten durch die Wärmemengenzähler zu unnötigen Diskussionen führen. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle.
Servus Roland, ich hatte bei meiner Anlage letztes Jahr genau das gleiche Thema beim Umbau. Ich habe am Anfang aus Faulheit das BUS-Kabel direkt neben dem Hauptstromkabel im Kanal mitlaufen lassen. Das Ergebnis war leider genau das, was du befürchtest: Die Wärmepumpe hat regelmäßig Fehlermeldungen geworfen und die Vorlauftemperatur sprang plötzlich ohne ersichtlichen Grund wild hin und her. Echt nervig, besonders im Winter. Mein Tipp: Leg dir ein eigenes Rohr für die Steuerleitung oder halt zumindest 20 Zentimeter Abstand zu den 230V- oder 400V-Leitungen ein. Ich habe dann auf ein geschirmtes KNX-Kabel gewechselt und den Schirm einseitig geerdet. Seitdem läuft die Kommunikation absolut stabil und der hydraulische Abgleich konnte endlich sauber abgeschlossen werden, ohne dass die Sensoren ständig aussteigen. Mach es lieber direkt vernünftig, dann hast du danach Ruhe.
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