Hallo zusammen, bei unserem alten Kaltwassersatz zur Prozesskühlung ist das thermostatische Expansionsventil defekt. Da das Gerät schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, frage ich mich, ob es sinnvoll ist, direkt auf ein elektronisches Expansionsventil umzubauen, um die Regelgüte gerade bei wechselnden Lasten im Herbst zu verbessern. Die aktuelle Lösung ist bei den schwankenden Außentemperaturen oft recht träge, was sich negativ auf die gesamte Energieeffizienz der Kühlung auswirkt. Ein kompletter Austausch des Kaltwassersatzes steht eigentlich erst in zwei Jahren an. Ist der Aufwand für den Umbau auf ein EEV vertretbar, wenn man nur das Ventil und die Ansteuerung tauscht, oder macht das alte Steuerboard da ohnehin nicht mit? Ich bin gespannt auf eure Einschätzungen, ob sich das Investment technisch wirklich lohnt oder ob ich besser beim bewährten Thermostatventil bleibe. Vielen Dank für eure Unterstützung bei der Entscheidungsfindung.
Elektronisches Expansionsventil an Kaltwassersatz nachrüsten?
Hallo Sabine, als Kältetechnikermeister rate ich Ihnen hier zur Vorsicht. Ein Umbau auf ein elektronisches Expansionsventil, kurz EEV, ist kein reiner Komponententausch. Ihr altes Steuerboard wird die benötigte Pulsweitenmodulation für das EEV vermutlich nicht unterstützen, was den Einbau eines zusätzlichen Reglers erforderlich macht. Das ist gerade bei älteren Kaltwassersätzen eine komplexe Herausforderung für die Regelungstechnik. Zudem müssen Sie die ChemKlimaschutzV beachten. Da Sie am Kältekreislauf arbeiten, ist eine Fachbetriebspflicht zwingend erforderlich. Ob sich das bei einem Gerät, das in zwei Jahren ohnehin ersetzt werden soll, finanziell rechnet, bezweifle ich stark. Die Kosten für die Hardware, die Programmierung und die notwendige Dichtigkeitsprüfung nach dem Umbau übersteigen meist den zu erwartenden Effizienzgewinn. Bleiben Sie lieber beim bewährten thermostatischen Ventil und investieren Sie das Geld lieber in die Planung der neuen Anlage.
Moin Sabine, ich sehe das etwas entspannter als Markus, da ich bei einem ähnlichen Projekt in meiner Firma gute Erfahrungen gemacht habe. Wenn du den Umbau als Retrofit-Lösung mit einem universellen EEV-Controller planst, kannst du die Regelgüte bei Teillast wirklich spürbar verbessern. Wir haben bei einer Prozesskühlung nach dem Umbau fast 15 Prozent weniger Stromverbrauch gemessen, weil das EEV einfach viel schneller auf die schwankenden Außentemperaturen reagiert. Allerdings hat Markus recht, was den Aufwand betrifft. Du brauchst jemanden, der dir die Regelparameter sauber einstellt, sonst schwingt die Überhitzung ständig hin und her. Prüfe vorab, ob du die nötigen Sensoren – also Druckaufnehmer und Temperatursensor – sauber in die Steuerung integriert bekommst. Wenn das Budget vorhanden ist und du noch zwei Jahre stabil kühlen musst, kann sich das Projekt technisch absolut lohnen, auch wenn es wirtschaftlich ein kleines Wagnis bleibt.
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