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KlimaCorner

Optimierung der Heißgasabtauung bei TK-Zellen im Herbst

von Markus B. · 20.10.2026, 05:04 · 39 Aufrufe · 6 Antworten

Markus B. · 20.10.2026, 05:04

Guten Tag zusammen. Ich betreibe hier in einer Fleischerei eine Tiefkühlzelle mit R452A und stelle fest, dass die Heißgasabtauung bei der aktuell hohen Luftfeuchtigkeit im Oktober öfter anspringt als im Sommer. Das Ganze führt zu massiven Temperaturschwankungen im Raum, was laut HACCP-Konzept eigentlich problematisch ist. Ich überlege nun, die Schaltzyklen über den Kühlstellenregler neu zu justieren, um die Abtauzeiten trotz der feuchten Außenluft kurz zu halten. Hat hier jemand Erfahrung, ob eine manuelle Anpassung der Hysterese oder eine Umstellung auf eine bedarfsgerechte Abtauung via Feuchtesensor bei diesen Außentemperaturen dauerhaft zielführender ist? Die Anlage läuft sonst stabil, aber dieser Anstieg der Abtaufrequenz nervt doch sehr. Über einen fachlichen Rat zur Parametrierung oder auch zum Einsatz alternativer Abtau-Strategien würde ich mich freuen. Beste Grüße vom Fachmann.

Andreas K. · 20.10.2026, 05:04

Guten Tag Markus, die Problematik mit der hohen Luftfeuchtigkeit im Herbst ist ein Klassiker. Die Heißgasabtauung ist zwar effizient, aber wenn der Verdampfer bei diesen Bedingungen alle zwei Stunden vereist, leiden natürlich die Temperaturkonstanz und das HACCP-Konzept. Eine rein manuelle Hysterese-Anpassung ist hier oft nur Symptombekämpfung. Ich empfehle Ihnen dringend den Umstieg auf eine bedarfsgerechte Abtauung, idealerweise über einen Differenzdruckschalter am Verdampfer. Die Steuerung löst den Vorgang dann erst aus, wenn der Luftwiderstand durch das Eis tatsächlich steigt. Das reduziert die unnötigen Zyklen massiv und schont die Mechanik sowie die eingelagerte Ware vor den Temperaturschwankungen.

Sabine M. · 20.10.2026, 05:04

Hallo Markus, ich kann Andreas nur zustimmen. In meiner Praxis als Kältetechnikerin sehe ich oft, dass die Regler viel zu konservativ auf zeitgesteuerte Intervalle eingestellt sind. Besonders im Oktober zieht die Feuchtigkeit in die Zelle, sobald die Tür geöffnet wird. Prüfen Sie auch einmal die Türdichtungen und eventuelle Undichtigkeiten an der Zelle. Oft bringt ein Vorhang oder ein Luftschleier mehr als jede Parameteränderung am Regler. Wenn Sie bei der R452A-Anlage bleiben, ist die bedarfsgerechte Abtauung der goldene Weg, um die Energieeffizienz gemäß GEG-Anforderungen im Betrieb hochzuhalten. Haben Sie schon einmal die Heizgas-Heißgas-Verzögerung leicht erhöht?

Markus B. · 20.10.2026, 05:04

Vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen. Sabine, die Türdichtungen habe ich bereits geprüft, die sind intakt, und ein Lamellenvorhang ist montiert. Das Problem ist tatsächlich der häufige Warenumschlag bei den aktuellen Wetterbedingungen. Der Vorschlag mit dem Differenzdruckschalter klingt sehr interessant. Könntet ihr mir eventuell ein bewährtes Modell für diese R452A-Anlage empfehlen, das ohne großen Umbau in den bestehenden Schaltschrank integriert werden kann? Ich würde das gerne zeitnah angehen, um die HACCP-Konformität nicht weiter zu gefährden.

Thomas R. · 20.10.2026, 05:04

Moin Markus, ich bin kein Freund von komplexen Nachrüstungen bei bestehenden Kälteanlagen. Hast du mal geprüft, ob deine Abtau-Endtemperatur vielleicht zu hoch eingestellt ist? Oft läuft die Heizung unnötig lange, obwohl das Eis schon weg ist. Das heizt den Verdampfer und den Raum unnötig auf. Setze die Endtemperatur mal um zwei Grad runter und beobachte das Verhalten. Wenn die Anlage dann immer noch zu oft taktet, ist ein Feuchtefühler zur Taupunkt-Überwachung bei der Steuerung oft einfacher zu installieren als eine druckabhängige Lösung. Bleib pragmatisch, bei R452A musst du ohnehin die ChemKlimaschutzV im Auge behalten, falls du an den Kältekreislauf gehst.

Dirk S. · 20.10.2026, 05:04

Hallo zusammen, ich möchte hier kurz einhaken. Wir haben bei unseren Kundenprojekten in der Fleischverarbeitung sehr gute Erfahrungen mit einer intelligenten Taupunkt-Abhängigkeit gemacht. Hier wird die Abtauung blockiert, solange die Außenfeuchte einen bestimmten Schwellenwert nicht überschreitet. Man muss natürlich bedenken, dass die VDI 4645 hier auch gewisse Anforderungen an die Anlageneffizienz stellt. Wenn man den Kältekreislauf durch ständiges Abtauen unnötig belastet, verliert man jede Effizienz. Ein kleiner SPS-Zusatzbaustein für die Regler-Erweiterung ist meist die sauberste Lösung. Das ist zwar etwas Aufwand bei der Programmierung, aber danach läuft die Anlage über das ganze Jahr hinweg vollkommen autark und sicher.

Markus B. · 20.10.2026, 05:04

Danke für die wertvolle Diskussion. Dirk, der Hinweis auf die Taupunkt-Abhängigkeit deckt sich mit dem, was ich neulich in einem Fachblatt gelesen habe. Ich werde das wohl so umsetzen, da ich ohnehin demnächst eine Elektrofachkraft für die anstehenden Wartungsarbeiten vor Ort habe, die mir bei der Programmierung helfen kann. Die Anpassung der Endtemperatur, wie Thomas sie vorschlug, werde ich heute noch als Interimslösung testen. Das klingt nach einem guten Plan, um die Temperaturschwankungen bis zur endgültigen Umrüstung abzufedern. Das Forum ist wirklich Gold wert, wenn man mal vor spezifischen Problemen steht. Ich melde mich, sobald die neue Steuerung läuft!

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