Sehr geehrte Fachkollegen, in meinem aktuellen Projekt zur Nachrüstung einer Luft-Luft-Wärmepumpe als Heizungsunterstützung stellt sich die Frage der Dimensionierung bei tiefen Außentemperaturen. Wir erwarten in unserer Region im späten November regelmäßig Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Gemäß technischem Datenblatt sinkt die Heizleistung der gewählten Split-Anlage bei -10 Grad signifikant ab, was für die Aufrechterhaltung der Raumtemperatur kritisch sein könnte. Ich bin derzeit am Abwägen, ob eine zusätzliche elektrische Direktheizung als Backup zwingend erforderlich ist oder ob die Inverter-Regelung der Anlage ausreicht, um bei modulierter Fahrweise die Zieltemperatur im Bestand zu halten. Hat jemand belastbare Messdaten oder Praxiserfahrungen, inwiefern der COP bei diesen Werten noch wirtschaftlich arbeitet, bevor die Anlage in den Defrost-Modus geht? Eine fundierte Einschätzung zur Auslegungsgrenze wäre für meine weitere Planung sehr hilfreich, da ich eine Unterdeckung unbedingt vermeiden möchte. Für sachdienliche Hinweise bedanke ich mich im Voraus.
Leistungsaufnahme bei Frost: Müssen Zusatzheizungen bei Luft-Luft-Systemen dazu?
Guten Tag Herr Kollege. Aus meiner langjährigen Erfahrung als SHK-Meister kann ich Ihnen sagen, dass die Inverter-Technik bei modernen Geräten zwar beeindruckend ist, aber die physikalischen Grenzen bei Luft-Luft-Systemen nicht aufhebt. Sobald die Außentemperaturen unter -7 Grad fallen, nimmt die Vereisungsgefahr am Wärmetauscher exponentiell zu. Die Abtauzyklen fressen dann einen erheblichen Teil der erzeugten Wärme wieder auf. Ich empfehle Ihnen dringend, für die Auslegung den Bivalenzpunkt genau nach VDI 4645 zu berechnen. Wenn Sie keine Unterdeckung riskieren wollen, ist eine kleine elektrische Zusatzheizung im Sinne einer redundanten Auslegung bei extremen Frostperioden absolut sinnvoll. Besonders im Hinblick auf das GEG und die thermische Behaglichkeit im Bestand sollten Sie nicht zu knapp planen, da die Anlage sonst im Dauerlauf läuft und der COP bei -10 Grad ohnehin meist nur noch knapp über 2,0 liegt.
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