Hallo liebe Community, wir haben im Zuge unserer Sanierung im letzten Jahr ein Split-Gerät im Wohnzimmer zur Heizunterstützung installiert. Über den Sommer war alles prima, aber jetzt, wo es nachts schon auf unter 10 Grad abkühlt, bin ich bei der Dimensionierung unsicher. Mein Installateur hat mir ein eher großzügig dimensioniertes Gerät empfohlen, damit die Anlage bei niedrigen Temperaturen nicht ständig unter Volllast läuft. Jetzt merke ich allerdings, dass das Gerät bei den aktuellen Temperaturen extrem schnell taktet. Die Raumtemperatur ist in kürzester Zeit erreicht, aber die Inverter-Regelung scheint irgendwie nervös zu reagieren. Ist das normal für die Übergangszeit oder haben wir hier ein Problem mit der Leistungsanpassung an den geringen Wärmebedarf in der Übergangsphase? Mich würde interessieren, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Vielleicht muss ich die Sollwerte im Herbst einfach anders steuern, damit das Gerät ruhiger arbeitet und die Energieeffizienz nicht leidet. Bin dankbar für eure Ratschläge.
Dimensionierung bei Heizunterstützung im Altbau
Hallo Sabine, das von Ihnen beschriebene Phänomen ist bei überdimensionierten Inverter-Geräten in der Übergangszeit leider ein Klassiker. Wenn die minimale Modulationsleistung des Gerätes höher liegt als der aktuelle Heizbedarf Ihres Wohnraums, bleibt dem Gerät gar nichts anderes übrig, als zu takten. Ein Inverter ist zwar regelbar, hat aber immer einen unteren Betriebspunkt, der bauartbedingt nicht unterschritten werden kann. Prüfen Sie einmal, ob Ihre Anlage die Möglichkeit bietet, die Lüfterdrehzahl manuell auf eine feste, niedrige Stufe zu stellen. Oft hilft das, die Wärmeabgabe sanfter zu verteilen, anstatt den Raum mit einer hohen Gebläseleistung in Minuten aufzuheizen. Sollte das nicht helfen, haben Sie fachlich gesehen ein Problem mit der Anlagenplanung nach VDI 4645, da das Gerät für die tatsächlich vorliegende Heizlast zu groß gewählt wurde.
Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung, Markus. Ich habe die Lüfterstufe bereits auf den kleinsten Wert gestellt, das verbessert es zwar ein wenig, aber das Takten bleibt bestehen. Mein Installateur meinte damals, wir sollten lieber eine Nummer größer gehen, falls wir später noch einen Nebenraum mit beheizen wollen. Das GEG und die Effizienzansprüche bei der Sanierung waren zwar Thema, aber die feine Abstimmung auf den Ist-Zustand wurde wohl vernachlässigt. Ist es denn schädlich für den Kompressor, wenn er jetzt alle 15 Minuten startet und stoppt? Ich habe Sorge, dass die Lebensdauer des Geräts unter diesem nervösen Verhalten leidet. Vielleicht sollte ich die Soll-Temperatur einfach konstant lassen, anstatt abends abzusenken?
Moin Sabine, entspann dich erstmal. Das Takten ist zwar ineffizient und nervig, aber moderne Inverter-Kompressoren sind darauf ausgelegt, das abzukönnen. Viel wichtiger ist, dass du die Temperatur nicht ständig hin und her regelst. Lass die Anlage durchlaufen, auch wenn es sich widersprüchlich anfühlt. Bei einer Wärmepumpe, egal ob Luft-Luft oder Luft-Wasser, ist ein konstanter Betrieb immer effizienter als dieses ständige Aufheizen nach einer Absenkung. Durch das konstante Halten der Temperatur verringerst du die Einschalthäufigkeit. Wenn die Bude durchgehend warm ist, muss das Gerät nicht mehr gegen die kalten Wände ankämpfen, sondern hält nur noch die Energiebilanz. Versuch das mal für drei Tage, meistens beruhigt sich die Taktung dann von ganz alleine.
Guten Tag zusammen. Ich möchte mich Jürgen anschließen: Die Taktung in der Übergangszeit ist ein häufiges Symptom. Wir haben im letzten Jahr unsere Anlage zur Förderung eingereicht und dabei wurde sehr genau auf die Heizlastberechnung geachtet. Ein zu großes Gerät wirkt sich negativ auf die Jahresarbeitszahl aus. Wenn die Anlage zu stark taktet, wird das Kältemittel im Kreislauf nie richtig warm, was den Verschleiß am Expansionsventil erhöhen kann. Mein Rat wäre: Prüfen Sie, ob es eine Einstellung für den sogenannten Eco-Mode oder einen speziellen Heizmodus gibt, der die maximale Leistungsaufnahme begrenzt. Manche Hersteller erlauben es, die maximale Kompressorleistung per Software zu drosseln. Das hat uns bei unserer Wärmepumpe sehr geholfen, die Taktung deutlich zu reduzieren und die Effizienz in der Übergangsphase zu steigern.
Kurze Ergänzung aus der Praxis: Sabine, schau mal in das Servicemenü deines Geräts. Viele Anlagen haben einen Parameter, der die Hysterese für das Ein- und Ausschalten definiert. Wenn der Wert zu eng gesetzt ist, schaltet die Anlage schon bei einer minimalen Abweichung von 0,5 Grad wieder ein. Den Wert auf 1,5 oder 2 Grad zu erhöhen, kann Wunder bewirken. Natürlich sollte man an den Parametern nur drehen, wenn man weiß, was man tut, oder die Fachkraft dazu holt. Aber das ist oft der entscheidende Hebel, um das nervöse Verhalten abzustellen. Ein hydraulischer Abgleich, wie man ihn bei wasserführenden Systemen macht, ist bei Split-Geräten zwar nicht direkt möglich, aber die Einstellung der Regelparameter ist genau das Äquivalent dazu.
Danke für die vielen hilfreichen Tipps! Das mit der Hysterese und dem Eco-Mode klingt absolut plausibel. Ich werde am Wochenende mal in die tieferen Einstellungen schauen, soweit ich als Endkunde Zugriff darauf habe. Wenn das nicht hilft, lade ich meinen Installateur nochmal ein und frage gezielt nach einer Drosselung der Kompressor-Maximalleistung. Ich bin jetzt deutlich beruhigter, dass es nicht an einem Defekt liegt, sondern eher ein Einstellungsthema ist. Es ist gut zu wissen, dass ich mit dem Thema nicht allein bin und das kontinuierliche Durchlaufen lassen tatsächlich der richtige Weg ist. Ich werde berichten, ob die Anpassungen den gewünschten ruhigeren Betrieb gebracht haben.
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