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Leistungsabfall bei Luft-Wasser-WP durch Verschmutzung des Ansauggitters

von Jürgen M. · 18.10.2026, 05:01 · 39 Aufrufe · 4 Antworten

Jürgen M. · 18.10.2026, 05:01

Guten Tag, nach den ersten kühlen Nächten im Oktober bemerke ich an meiner zwei Jahre alten Luft-Wasser-Wärmepumpe eine merkwürdige Taktung. Der Ventilator scheint bei moderaten Temperaturen um die fünf Grad Außentemperatur deutlich häufiger anzulaufen als im letzten Jahr um die gleiche Zeit. Nach einer kurzen Sichtprüfung habe ich festgestellt, dass sich im Ansauggitter trotz Schutzgitter feine Laubpartikel und Spinnweben angesammelt haben, die den Luftstrom spürbar behindern. Ich frage mich, ob derart geringe Verunreinigungen wirklich schon den COP-Wert so massiv drücken können, dass das Gerät früher in den Abtauprozess geht oder die benötigte Vorlauftemperatur nicht mehr effizient erreicht. Gibt es hier im Forum Erfahrungswerte, in welchem Intervall man das Ansauggitter reinigen sollte, ohne gleich die halbe Verkleidung demontieren zu müssen? Ich bin über jeden Tipp zur Wartungsfreundlichkeit dankbar, da ich die Anlage gerade vor der eigentlichen Kernheizsaison im Winter fit machen will.

Markus S. · 18.10.2026, 05:02

Guten Tag Jürgen, Ihre Beobachtung ist absolut korrekt. Als SHK-Meister sehe ich das im Kundendienst häufiger. Selbst bei geringfügigem Luftmengenmangel sinkt der Verdampfungsdruck ab, was den COP-Wert spürbar verschlechtert. Wenn der Volumenstrom unter den vom Hersteller definierten Sollwert fällt, taktet die Wärmepumpe tatsächlich unruhig, da sie die Wärme nicht schnell genug abführen kann. Bezüglich der Wartung empfehle ich Ihnen eine Reinigung vor Beginn der Heizperiode und einmal im Hochsommer, wenn der Pollenflug nachlässt. Nutzen Sie einfach einen weichen Besen oder einen Industriesauger mit Bürstenaufsatz von außen. Eine Demontage der Verkleidung ist bei den meisten modernen Kompaktgeräten gar nicht notwendig und sollte aus Gewährleistungsgründen bei neueren Anlagen ohnehin unterlassen werden. Achten Sie darauf, dass der Ventilator dabei steht und nicht durch den Luftstrom in Drehung versetzt wird, da dies eine Generatorspannung induzieren kann.

Thomas B. · 18.10.2026, 05:02

Hallo Jürgen, das Problem kenne ich nur zu gut! Meine Anlage stand letztes Jahr ähnlich zu. Ich habe mich anfangs auch gewundert, warum der Stromverbrauch so nach oben geschnellt ist. Nachdem ich das Gitter vorsichtig abgesaugt habe, lief sie sofort wieder deutlich ruhiger und das Taktverhalten hat sich merklich beruhigt. Ich mache das jetzt immer mit einer weichen Handbürste, das geht eigentlich ganz fix. Achte aber wirklich darauf, die Lamellen nicht zu verbiegen, sonst hast du den Strömungswiderstand erst recht erhöht. Wenn du dir unsicher bist, frag mal bei deinem Installateur nach, ob eine jährliche Wartung im Rahmen der VDI 4645 für dich in Frage kommt. Das kostet zwar etwas, aber bei der aktuellen Förderung durch die BEG sollte man die Effizienz des Systems sowieso im Auge behalten, um keine Punkte bei der Gesamteffizienz zu verlieren.

Jürgen M. · 18.10.2026, 05:02

Vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen! Das beruhigt mich doch sehr, dass ich mir das nicht eingebildet habe. Der Tipp mit der induzierten Spannung durch den Wind bei stehendem Ventilator ist Gold wert, daran hätte ich beim Reinigen gar nicht gedacht. Ich werde das Gitter morgen mal mit einer weichen Bürste bearbeiten. Da meine Anlage noch innerhalb der zweijährigen Gewährleistungsfrist liegt, werde ich von einer Demontage der Gehäuseteile erst einmal absehen. Es ist schon erstaunlich, wie viel Effizienz man verliert, wenn nur ein kleiner Teil der Ansaugfläche durch Spinnweben blockiert ist. Ich werde das im Auge behalten und die Intervalle künftig strikter einhalten, um den COP-Wert über die Wintermonate stabil zu halten.

Petra K. · 18.10.2026, 05:02

Interessante Diskussion. Ich möchte noch einen Aspekt ergänzen: Denken Sie auch an den Bereich hinter dem Verdampfer. Oft sammeln sich dort Laub und kleine Äste an, die durch das Gitter gelangen können. Wenn die Feuchtigkeit dort über längere Zeit im Gehäuseboden steht, kann das langfristig zu Korrosionsproblemen an der Bodenwanne führen. Falls Sie bei der Wartung tiefer in das Gerät schauen müssen, achten Sie bitte darauf, dass Sie keine sicherheitsrelevanten Komponenten manipulieren. Gemäß ChemKlimaschutzV dürfen Arbeiten am Kältemittelkreislauf nur von zertifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden. Solange es nur um das Gehäuse geht, ist alles im grünen Bereich. Wichtig ist vor allem ein freier Luftstrom für den Abtauprozess, da die Anlage sonst in eine Fehlerabschaltung laufen könnte, wenn sie den Reif nicht zügig abtauen kann.

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