Moin, meine Wärmepumpe steht auf einer Konsole an der Hauswand. Bei den aktuell kühleren Temperaturen läuft das Gebläse abends öfter auf hoher Drehzahl, was zu unschönen Vibrationen überträgt, die man im Obergeschoss als leichtes Brummen wahrnimmt. Das nervt mich und meine Frau schon ein wenig. Die Konsole ist bereits mit Gummipuffern entkoppelt, aber scheinbar überträgt sich die Frequenz direkt über das Mauerwerk. Könnte hier eine massivere Bodenplatte statt der Wandmontage Abhilfe schaffen oder gibt es spezielle Schwingungsdämpfer, die diese Frequenzen besser schlucken? Ich möchte ungern das ganze Gerät umsetzen, aber das Geräusch ist auf Dauer echt belastend. Habt ihr Tipps, wie man das Gehäuse oder die Aufhängung noch zusätzlich stabilisieren kann? Vielleicht gibt es da erprobte Nachrüstmöglichkeiten, die nicht gleich ein Vermögen kosten, aber die Resonanz effektiv mindern?
Vibrationen am Außengerät durch hohen Gebläsedrehzahl-Modus
Moin Torsten, das Problem ist ein Klassiker bei Wandmontagen. Selbst mit Gummipuffern bildet der massive Wandaufbau oft eine Resonanzbrücke, die das Brummen wie bei einem Resonanzkörper verstärkt. Als SHK-Meister rate ich hier immer zur Bodenplatte. Ein freistehender Betonsockel, der entkoppelt vom Fundament auf einer Kiesschicht ruht, unterbricht die Schallübertragung fast vollständig. Bitte achten Sie dabei jedoch darauf, dass die Kälteleitungen flexibel genug bleiben, um nicht durch die Bewegung der Pumpe undicht zu werden. Die Montage auf der Wand ist für Wärmepumpen akustisch fast nie optimal, besonders bei den heute üblichen höheren Gebläsedrehzahlen im Winterbetrieb.
Hallo Torsten, wir hatten letztes Jahr genau das gleiche Drama. Wir haben uns dann für eine sogenannte Big-Foot-Konstruktion aus Gummi-Recycling-Granulat entschieden, anstatt alles fest auf den Boden zu schrauben. Das hat den Vorteil, dass das Gerät zwar stabil steht, aber nicht starr mit der Hauswand verbunden ist. Seitdem ist das Brummen im Obergeschoss komplett verschwunden. Wir haben das zusätzlich durch einen kleinen Schallschutz-Zaun aus Holz ergänzt, der auch optisch etwas hermacht. Das war eine Investition von unter 200 Euro und hat uns viel Nerven gespart. Ich kann dir nur empfehlen, die starre Wandkonsole so schnell wie möglich loszuwerden.
Danke für die schnellen Rückmeldungen! Das bestätigt mein Bauchgefühl, dass die Wandmontage hier die Schwachstelle ist. Wenn ich auf Bodenmontage umstelle, muss ich dann rechtlich etwas beachten? Ich denke da an Abstände zum Nachbargrundstück oder Anforderungen gemäß GEG beziehungsweise Lärmschutzverordnungen. Ich möchte nicht, dass ich das Ding umstelle und dann Probleme mit den Abstandsflächen oder dem Schalldruckpegel am Fenster des Nachbarn bekomme. Muss ein neuer hydraulischer Abgleich gemacht werden, wenn ich die Leitungen leicht anpasse?
Guten Tag Herr M., bei einer Änderung der Aufstellung ist die TA Lärm zwingend zu beachten. Der Mindestabstand zum Nachbarn ist bei bodenaufgestellten Geräten oft kritischer als bei Wandmontage, da der Schall sich am Boden ungehinderter ausbreitet. Bezüglich Ihrer Frage zur Hydraulik: Ein hydraulischer Abgleich nach VDI 4645 bezieht sich primär auf den Volumenstrom in den Heizkreisen. Eine bloße Verschiebung des Außengeräts um einen Meter erfordert keinen neuen Abgleich, sofern die Rohrdimensionen identisch bleiben. Dennoch sollten Sie bei der Umsetzung die Vorgaben der ChemKlimaschutzV im Blick behalten, falls die Kälteleitungen geöffnet werden müssen. Hierfür ist zwingend ein zertifizierter Fachbetrieb erforderlich.
Mensch Torsten, mach dir nicht zu viele Gedanken über Vorschriften, wenn es um den Schall geht. Wichtiger ist die Entkoppelung. Wenn du bei der Wandmontage bleiben willst, gibt es noch sogenannte Feder-Elemente, die deutlich weicher sind als Standard-Gummipuffer. Diese werden zwischen Konsole und Gerät geschraubt und nehmen die niederfrequenten Vibrationen viel besser auf. Ich habe das bei einem Kunden so gelöst und wir haben den Körperschall um fast 70 Prozent reduziert. Das ist allemal günstiger als das Umsetzen auf eine Betonplatte. Probier das mal aus, bevor du den großen Umbau startest und die Leitungen neu verlegen musst.
Hallo Torsten, wir haben vor drei Monaten ebenfalls eine Wandkonsole gegen eine Bodenlösung getauscht. Der Effekt war bei uns sofort spürbar. Wir haben einfach eine Waschbetonplatte auf einer Schicht aus Splitt und einer Bautenschutzmatte aus Gummigranulat platziert. Das schluckt die Vibrationen exzellent. Die Kosten waren minimal und der handwerkliche Aufwand überschaubar. Wichtig ist nur, dass das Gerät im Wasser steht. Ich würde mir den Aufwand der Bodenmontage jederzeit wieder machen. Das Brummen im Haus ist nun völlig weg und wir können abends endlich wieder in Ruhe schlafen, ohne dass wir das Gefühl haben, ein Hubschrauber landet auf dem Dach. Das ist Lebensqualität pur.
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