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KlimaCorner

Wärmemengenzähler zeigt bei Luft-Wasser-WP zu hohe Werte

von Dr. Ing. Petra L. · 18.10.2026, 05:01 · 24 Aufrufe · 1 Antworten

Dr. Ing. Petra L. · 18.10.2026, 05:01

Sehr geehrte Community, bei meiner neu installierten Luft-Wasser-Wärmepumpe weicht der via Modbus ausgelesene Wärmemengenzähler um etwa 15 Prozent von der rechnerischen Heizlast ab, die wir im Zuge der hydraulischen Optimierung nach EN 12831 ermittelt hatten. Ich vermute eine fehlerhafte Positionierung des Vorlauffühlers oder eine ungenaue Durchflussmessung im Gerät. Bei einer Vorlauftemperatur von 35 Grad im aktuellen Oktober-Betrieb scheint mir die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf ungewöhnlich gering, was auf einen zu hohen Volumenstrom hindeutet. Besteht die Möglichkeit, dass die interne Pumpe die Leistung unnötig hoch ansetzt und damit die Messwerte verfälscht? Welche Erfahrungen haben Sie mit der Plausibilität interner Wärmemengenzähler gemacht? Muss ich hier einen externen, geeichten Zähler zur Kalibrierung einbauen, um belastbare Daten für die Jahresarbeitszahl zu erhalten, oder ist das eine bekannte Ungenauigkeit bei diesem Herstellertyp?

Markus K. · 18.10.2026, 05:02

Guten Tag Frau Kollegin, das von Ihnen beschriebene Phänomen ist bei internen Wärmemengenzählern leider ein alter Bekannter. In der Praxis der VDI 4645 sehen wir oft, dass die rechnerische Heizlast nach EN 12831 aufgrund von Sicherheitszuschlägen oft deutlich über dem tatsächlichen Bedarf liegt. Wenn Ihre interne Umwälzpumpe nun ungeregelt oder mit einem zu hohen Festwert-Volumenstrom gegen den hydraulischen Widerstand arbeitet, korrumpiert das in der Tat die Messung, da die thermische Trägheit des Systems nicht voll abgebildet wird. Ich würde Ihnen raten, zunächst die Kennlinie der Pumpe zu prüfen, bevor Sie in teure Messtechnik investieren. Oft ist die Spreizung durch einen zu hohen Volumenstrom so gering, dass die Messgenauigkeit der Sensoren an ihre physikalischen Grenzen stößt. Für eine echte Validierung im Sinne des GEG oder für die BEG-Förderung ist ein geeichter Zähler natürlich der Goldstandard, aber für die reine Optimierung reicht meist ein Abgleich der Pumpenleistung in Kombination mit einer externen Temperaturmessung am Rohr mittels Anlegefühler zur Plausibilisierung völlig aus.

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