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KlimaCorner

Nachtabsenkung bei Luft-Luft-Systemen zur Heizungsunterstützung

von Jens B. · 18.10.2026, 05:01 · 15 Aufrufe · 5 Antworten

Jens B. · 18.10.2026, 05:01

Guten Tag, wir nutzen seit diesem Herbst unsere Multisplit-Klimageräte verstärkt zur Unterstützung der Ölheizung in den Wohnräumen. Bisher habe ich die Geräte nachts komplett ausgeschaltet, um Strom zu sparen, stelle jedoch fest, dass die Räume am nächsten Vormittag sehr lange brauchen, um wieder behagliche Temperaturen zu erreichen. Überlege nun, ob eine moderate Absenkung der Solltemperatur um etwa zwei bis drei Grad gegenüber der Nachtabschaltung sinnvoller ist, um den Verdichter nicht jedes Mal aus dem tiefen Stillstand in den Volllastbereich zu zwingen. Da die Geräte bei niedrigen Außentemperaturen ohnehin ineffizienter arbeiten, wäre mir eine Einschätzung wichtig, ob die Taktung durch das Durchheizen bei niedriger Last am Ende vielleicht sogar günstiger für die Lebensdauer der Anlage ist. Wie handhabt ihr das bei euren Installationen im Übergangsbetrieb? Lohnt sich der Komfortgewinn durch die Absenkung oder ist das reine Energieverschwendung?

Markus K. · 18.10.2026, 05:02

Hallo Jens, das ist eine klassische Fragestellung bei der Nutzung von Luft-Luft-Wärmepumpen. Aus meiner Erfahrung als SHK-Meister rate ich Ihnen dringend von der kompletten Nachtabschaltung ab. Diese Geräte arbeiten mit Inverter-Technologie und sind darauf optimiert, die Last konstant zu halten. Wenn Sie das Gerät morgens aus dem kalten Zustand in den Volllastbereich zwingen, steigt die Stromaufnahme sprunghaft an, was physikalisch wenig effizient ist. Eine moderate Absenkung von zwei Grad ist die deutlich bessere Wahl. Sie halten die thermische Masse der Wände und Möbel auf einem gewissen Niveau, was die Heizkurve der Wärmepumpe schont. Zudem minimieren Sie das Risiko von Feuchteproblemen, da die Luftzirkulation nicht komplett zum Erliegen kommt. Für die Lebensdauer des Verdichters ist ein konstanter Betrieb bei niedriger Teillast wesentlich schonender als ständige Kaltstarts.

Sabine H. · 18.10.2026, 05:02

Guten Tag Jens, ich kann mich dem Vorredner nur anschließen. Wir heizen unser Haus nun im dritten Winter primär mit Multisplit-Systemen und haben anfangs den gleichen Fehler mit der Nachtabschaltung gemacht. Nach einer Umstellung auf ein konstantes Temperaturniveau haben wir zwar einen etwas höheren Verbrauch in den Nachtstunden, aber das behagliche Raumklima am Morgen ist es uns wert. Ein weiterer technischer Aspekt ist das Abtauverhalten der Außengeräte. Bei kalten Temperaturen muss die Anlage bei einem Neustart morgens oft direkt in den Abtauzyklus gehen, weil sich durch den schnellen Temperaturwechsel Feuchtigkeit am Wärmetauscher niederschlägt. Wenn das Gerät durchläuft, bleibt der Wärmetauscher länger frostfrei und der Prozess läuft deutlich effizienter. Probieren Sie die Absenkung um zwei Grad einfach mal für eine Woche aus, Sie werden den Unterschied merken.

Jens B. · 18.10.2026, 05:02

Vielen Dank für die schnellen und hilfreichen Rückmeldungen! Der Hinweis zum Abtauverhalten ist sehr wertvoll, das hatte ich bisher gar nicht auf dem Schirm. Es ergibt absolut Sinn, dass der Kaltstart morgens bei Frost genau in diese problematische Phase fällt. Wenn ich nun die Absenkung von zwei Grad einstelle, sollte ich dann auch die Lüfterdrehzahl auf Automatik belassen oder eher manuell begrenzen, um den Luftzug nachts nicht als störend zu empfinden? Ich möchte vermeiden, dass die Anlage durch zu hohe Strömungsgeräusche den Schlaf beeinträchtigt, aber gleichzeitig die Effizienz nicht durch zu kurze Taktzyklen wieder zunichtemachen.

Thomas R. · 18.10.2026, 05:02

Hallo Jens, bei der Lüfterdrehzahl empfehle ich Ihnen die Automatik-Stellung, sofern das Gerät leise genug arbeitet. Wenn Sie die Drehzahl manuell zu weit runterregeln, kann die Anlage die produzierte Wärme nicht schnell genug in den Raum abgeben, was dazu führt, dass der Wärmetauscher im Innengerät zu heiß wird und die Regelung den Verdichter unnötig drosselt. Das schadet dem Wirkungsgrad. Beachten Sie auch die Vorgaben der VDI 4645 zur effizienten Betriebsweise von Wärmepumpenanlagen. Eine möglichst niedrige Systemtemperatur ist der Schlüssel. Wenn die Geräte nachts durchlaufen, können sie mit einer sehr niedrigen Verdichterfrequenz arbeiten, was den COP-Wert deutlich verbessert. Das ist letztlich genau das, was wir durch das Durchheizen erreichen wollen, um den teuren Strombezug zu minimieren.

Klaus F. · 18.10.2026, 05:02

Kurz und knapp aus der Praxis: Lass das Ding einfach durchlaufen. Die Elektronik deiner Inverter-Anlage ist intelligent genug, die Leistung anzupassen. Die Idee mit der Nachtabsenkung stammt noch aus der Zeit von trägen Öl- oder Gaskesseln mit Vorlauftemperaturen von 70 Grad. Bei modernen Luft-Luft-Systemen ist das kontraproduktiv. Du sparst am Ende durch den konstanten Teillastbetrieb mehr Energie, als du durch das Abschalten verlierst. Wenn du Energie sparen willst, investiere lieber in eine vernünftige Abdichtung der Fenster oder eine bessere Steuerung der Einzelraumregelung. Den Komfortgewinn durch die gleichmäßige Strahlungswärme, die du durch die warmen Wände erhältst, erkaufst du dir mit minimalem Stromverbrauch. Bleib bei der Absenkung und genieße das warme Haus am Morgen.

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