Guten Tag zusammen. Ich plane gerade die Elektroinstallation für meine neue Monoblock-Wärmepumpe. Da die WP direkt an der Unterverteilung im Keller hängt, frage ich mich, ob ich beim Anlaufen des Kompressors Probleme mit dem Leitungsschutzschalter bekommen könnte. Die Anlage hat eine recht hohe Leistungsaufnahme im Moment des Startens. Ist es in der Praxis ratsam, direkt einen Sanftanlasser oder ein entsprechendes Anlaufstrombegrenzungsmodul einzuplanen, um die Stromspitzen beim Einschalten des Inverters abzufangen? Oder sind moderne Monoblöcke ohnehin so gut geregelt, dass der Anlaufstrom vernachlässigbar ist? Ich möchte ungern nach der Montage feststellen, dass mir bei jedem Heizstart der Sicherungsautomat fliegt. Ich freue mich auf Ihre fachliche Einschätzung dazu. Muss hier zwingend die Elektrofachkraft ran, um das Netz auf seine Stabilität hin zu prüfen, oder reicht eine Standardinstallation aus, sofern der Querschnitt passt? Vielen Dank für eure Tipps.
Anlaufstrom bei Monoblock-Wärmepumpen: Sanftanlasser erforderlich?
Guten Tag Markus. Als SHK-Meister mit Schwerpunkt Wärmepumpen kann ich dich beruhigen. Moderne Monoblock-Wärmepumpen nutzen in der Regel frequenzgeregelte Inverter. Diese starten den Kompressor sehr sanft und rampen die Leistung langsam hoch. Ein klassischer Sanftanlasser ist daher meist überflüssig, da die Elektronik den Anlaufstrom bereits intern begrenzt. Wichtig ist jedoch, dass die Elektrofachkraft die Charakteristik des Leitungsschutzschalters prüft. Wir verbauen standardmäßig C-Automaten, da diese bei kurzzeitigen Lastspitzen deutlich toleranter sind als die üblichen B-Charakteristiken. Wenn der Querschnitt gemäß VDE-Vorgaben stimmt, sollte es hier keine Probleme geben.
Hallo Markus, ich habe das Projekt Wärmepumpen-Installation letztes Jahr in Eigenleistung gestemmt. Mein Elektriker war anfangs auch skeptisch wegen des Anlaufstroms, hat dann aber bei der Installation der Unterverteilung einfach einen Neozed-Block mit 25A Trägheit gesetzt. Das ist laut meinem Fachmann robuster gegen solche Stoßströme als moderne Miniatur-Leistungsschalter. Mein Tipp: Lass die Elektroinstallation unbedingt von einem Fachbetrieb abnehmen, auch wenn du die Leitungen selbst gelegt hast. Gerade im Hinblick auf die BEG-Förderung und den Versicherungsschutz bei einem eventuellen Brandfall ist die Dokumentation der Messwerte durch eine Elektrofachkraft unverzichtbar. Spar nicht an der falschen Stelle bei der Prüfung der Netzimpedanz.
Vielen Dank für die schnellen Antworten! Das beruhigt mich schon einmal sehr. Die Empfehlung mit dem C-Automaten werde ich direkt an meinen Elektriker weitergeben, der für die Endabnahme kommt. Das klingt nach einer sehr sinnvollen und einfachen Lösung. Susanne, das Thema BEG-Förderung ist ein guter Punkt. Ich habe mich bereits eingelesen, aber dass die Dokumentation der elektrischen Sicherheit so strikt gefordert wird, hatte ich nicht auf dem Schirm. Ich werde sicherstellen, dass die Abnahme gemäß den aktuellen Normen protokolliert wird, damit es später bei der Abrechnung keine bösen Überraschungen gibt.
Hallo zusammen, ich bin Elektroingenieur und möchte hier noch ergänzen: Bitte verlasst euch nicht nur auf das Bauchgefühl. Wenn die Wärmepumpe sehr nah am Transformator oder an einem sehr schwachen Netzabschnitt hängt, kann ein Sanftanlasser trotz Inverter bei sehr großen Leistungen sinnvoll sein, um Netzrückwirkungen zu minimieren. Schaut bitte ins Datenblatt der Wärmepumpe unter dem Punkt Einschaltstrom. Wenn dort ein Wert unter 15-20 Ampere steht, ist der C-Automat völlig ausreichend. Bei größeren Anlagen kann das Netz in der Tat kurzzeitig einbrechen. Eine einfache Impedanzmessung durch den Elektriker vor Ort bringt hier in fünf Minuten Klarheit und Sicherheit für alle Beteiligten.
Servus Markus, bei meiner Anlage gab es anfangs tatsächlich Probleme mit einem Standard-B16-Automaten, der beim Einschalten des Heizstabs zur Unterstützung des Kompressors gelegentlich ausgelöst hat. Wir haben dann auf C16 umgestellt und seitdem läuft alles einwandfrei. Die Anlage braucht einfach diesen kleinen Puffer beim Starten der Umwälzpumpe und des Verdichters. Ich kann nur empfehlen, auch den hydraulischen Abgleich nach VDI 4645 im Blick zu behalten, sobald die Elektrik steht. Wenn die WP elektrisch sauber läuft, muss sie hydraulisch auch ihre Energie loswerden können, sonst taktet sie nur unnötig, was wiederum die mechanische Belastung beim Anfahren erhöht. Viel Erfolg bei deinem Vorhaben!
Danke Petra, das ist ein wertvoller Hinweis! Den hydraulischen Abgleich habe ich ohnehin als festen Schritt in meiner Planung, da ich das ganze System auf niedrige Vorlauftemperaturen trimmen möchte. Wenn ich das mit der Elektrik nun mit dem C-Automaten löse, sollte ich auf der sicheren Seite sein. Ich nehme aus dieser Diskussion mit: C-Charakteristik vorsehen, Impedanz messen lassen, Datenblatt wegen des Anlaufstroms prüfen und auf jeden Fall die Elektrofachkraft für das Protokoll einbinden. Das gibt mir ein deutlich besseres Gefühl für die weitere Installation. Ich werde dem Elektriker diese Punkte genau so kommunizieren. Danke für eure Hilfe!
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