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ASR A3.5: Zuluftvorgaben bei Lackierkabinen in kleineren Werkstätten

von Petra L. · 17.10.2026, 05:04 · 25 Aufrufe · 5 Antworten

Petra L. · 17.10.2026, 05:04

Hallo in die Runde, ich arbeite gerade als Planerin an der Optimierung einer Werkstatthalle, in der auch kleine Lackierarbeiten durchgeführt werden. Wir kämpfen bei der Umsetzung der ASR A3.5 mit der Anforderung an die Raumtemperatur bei gleichzeitig hohem Luftaustausch für die Abluftreinigung. Sobald die Zuluftanlage läuft, ziehen wir uns bei den herbstlichen Außentemperaturen die Kälte direkt in die Halle. Wie handhabt ihr das bei der Auslegung? Muss ich hier zwingend ein Register zur Nacherwärmung der Zuluft einplanen, um die geforderten Temperaturen für den Arbeitsplatz zu halten, oder reicht eine abgestimmte Regelung der Zuluftmenge aus? Ich bin etwas vorsichtig, da die Betriebskosten durch das Aufheizen der frischen Außenluft bei unseren Energiepreisen explodieren könnten. Es wäre hilfreich zu erfahren, ob ihr bei derartigen Gewerbeobjekten eher auf eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung im RLT-Gerät setzt oder die Zuluft bewusst niedriger dimensioniert, solange die Grenzwerte der ASR A3.5 nicht unterschritten werden. Ich freue mich über eure fachliche Einschätzung zu dieser Herausforderung.

Markus S. · 17.10.2026, 05:04

Hallo Petra, das Problem ist ein Klassiker. Die ASR A3.5 ist da unerbittlich, da bei Lackierarbeiten die thermische Behaglichkeit sowie die Gefahr der Unterkühlung beim Personal im Fokus stehen. Eine reine Regelung der Zuluftmenge wird Ihnen hier kaum ausreichen, da die Absaugung bei Lackierarbeiten ja einen festen Volumenstrom erfordert, um die Konzentrationsgrenzwerte der Gefahrstoffe einzuhalten. Ich empfehle Ihnen dringend ein Nachheizregister. Ohne dieses wird die Halle bei herbstlichen Temperaturen schlicht auskühlen. Bei der Energiebilanz sollten Sie zudem prüfen, ob eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung, etwa über einen Rotationswärmetauscher oder ein Kreislaufverbundsystem, nach dem GEG wirtschaftlich sinnvoll integriert werden kann. Das reduziert die Heizlast der Zuluft erheblich.

Elena K. · 17.10.2026, 05:04

Guten Tag zusammen. Ich unterstütze die Einschätzung von Markus absolut. In der Praxis führt ein Verzicht auf das Nachheizregister dazu, dass die Mitarbeiter die Zuluftöffnungen teilweise eigenmächtig abkleben, was wiederum den notwendigen Luftwechsel zunichtemacht. Das ist ein Sicherheitsrisiko. Ich rate dazu, das System mit einer bedarfsgeführten Steuerung zu koppeln. Über VOC-Sensoren lässt sich die benötigte Luftmenge in Zeiten, in denen nicht lackiert wird, deutlich absenken. Das spart enorme Energiekosten. Vielleicht lässt sich das Vorhaben sogar über die BEG-Förderung als Einzelmaßnahme im Rahmen einer energetischen Sanierung der Anlagentechnik unterstützen.

Petra L. · 17.10.2026, 05:04

Vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen! Das Thema VOC-Sensoren ist ein sehr guter Hinweis, Elena. Ich hatte bisher nur über manuelle Zeitintervalle nachgedacht, aber eine echte Sensorik macht die Sache rechtssicherer. Markus, Sie haben recht, die Trennung von Absaugvolumen und Zulufttemperatur ist hier der Knackpunkt. Bei einem Rotationswärmetauscher mache ich mir jedoch Sorgen wegen der Verschleppung von Lösungsmittelrückständen in den Zuluftstrom. Habt ihr Erfahrungen mit speziellen Filtern vor dem Wärmetauscher gemacht, oder ist ein Kreislaufverbundsystem bei Lackierkabinen aus Reinheitsgründen doch die sicherere Wahl?

Jürgen M. · 17.10.2026, 05:04

Petra, bei Lackierarbeiten ist die Verschleppung durch einen Rotationswärmetauscher in der Tat ein kritischer Punkt hinsichtlich der Arbeitssicherheit. Ich verbaue in solchen Fällen in der Regel ein Kreislaufverbundsystem, da hier Zuluft und Abluft stofflich strikt getrennt sind. Das ist zwar in der Anschaffung etwas teurer, aber Sie vermeiden jegliches Risiko durch Schadstoffübertrag. Bezüglich der Heizlast: Vergessen Sie den hydraulischen Abgleich des gesamten Heizungssystems nicht, falls das Nachheizregister an das bestehende Wärmenetz der Halle angeschlossen wird. Oft wird bei der Nachrüstung die Pumpe nicht korrekt eingestellt, was dann zu Mängeln an der neuen Anlage führt.

Thomas B. · 17.10.2026, 05:04

Moin! Ich kann das nur bestätigen. Wir hatten in einer Werkstatt kürzlich exakt den Fall, dass die Zuluft ohne Erwärmung direkt auf die Arbeitsplätze blies. Die Jungs haben sofort gestreikt, weil es zog wie Hechtsuppe. Wir haben dann ein elektrisches Nachheizregister nachgerüstet, was aber bei den aktuellen Strompreisen echt ins Geld geht. Mein Rat: Wenn das Budget es hergibt, planen Sie das Heizregister direkt mit Wasseranschluss und binden Sie es in die bestehende Wärmepumpenanlage ein. Falls das Objekt noch nicht modernisiert wurde, wäre das der perfekte Zeitpunkt, um das Thema gemäß VDI 4645 ganzheitlich anzugehen. Eine gute Planung spart hier langfristig mehr Geld als eine günstige Anschaffung.

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