Moin Leute, ich habe hier ein Projekt in einem kleinen Gewerbebetrieb zur Hallenkühlung. Wir installieren gerade einen Kaltwassersatz mit einer ordentlichen Nennleistung. Jetzt kam bei der Durchsicht des Anschlussplans die Frage auf, ob wir zwingend einen Sanftanlasser oder Frequenzumrichter für die Verdichter benötigen. Der Elektriker ist sich unsicher wegen der Netzrückwirkungen. Ich bin der Meinung, dass wir bei den aktuellen Anlaufströmen ohne zusätzliche Elektronik vermutlich Ärger mit den Sicherungselementen bekommen, sobald die Außentemperaturen im nächsten Sommer steigen und die Anlage unter Volllast anfährt. Hat jemand von euch schon mal Probleme bei der Inbetriebnahme ähnlicher Aggregate gehabt, die nicht über einen Softstarter laufen? Ich will den Kunden ungern nach zwei Wochen mit einer ausgelösten Hauptsicherung dastehen lassen. Für einen fachlichen Rat zur Dimensionierung des Sanftanlauf-Moduls bei direktem 400V-Anschluss wäre ich dankbar. Die Kabellängen sind glücklicherweise kurz gehalten, aber die Absicherung im Schaltschrank ist bereits am Limit des Erlaubten.
Anlaufstrom bei großen Kaltwassersätzen: Sanftanlauf zwingend erforderlich?
Moin Jens, aus meiner Erfahrung bei der Inbetriebnahme von Kaltwassersätzen in Industriebetrieben kann ich dir nur dringend raten: Lass das bloß nicht ohne Sanftanlauf oder Frequenzumrichter laufen. Wenn die Absicherung bereits am Limit ist, wird dir das Ding beim ersten heißen Tag rausfliegen, sobald der Verdichter anläuft. Der hohe Einschaltstromstoß sorgt für massive Spannungsabfälle, was die Lebensdauer der elektrischen Komponenten extrem verkürzt. Ich habe das bei einem ähnlichen Projekt erlebt, wo wir am Ende nachrüsten mussten, weil die Hauptsicherung ständig wegen der Lastspitzen kam. Ein Softstarter ist da die sicherste Variante. Er reduziert den Stromstoß mechanisch und elektrisch spürbar. Bei der Dimensionierung solltest du auch die VDE 0100 im Hinterkopf behalten, um die Netzrückwirkungen auf die restliche Anlage im Gebäude zu minimieren. Sicherheit geht hier vor Kosten, erspare dir den Stress mit dem Kunden.
Guten Tag zusammen, Markus hat vollkommen recht. Ergänzend zu den elektrischen Aspekten sollten Sie bei einer Anlage dieser Größenordnung unbedingt auch die energetische Bewertung nach DIN V 18599 beziehungsweise die Vorgaben aus dem GEG im Blick behalten. Ein Frequenzumrichter ist hier technisch die deutlich überlegene Lösung gegenüber einem einfachen Sanftanlasser, da er nicht nur den Anlaufstrom begrenzt, sondern auch die Effizienz im Teillastbetrieb massiv verbessert. In vielen Gewerbeobjekten lassen sich dadurch zudem die Betriebskosten senken, was beim Bauherrn immer gut ankommt. Prüfen Sie bitte auch, ob die Netzimpedanz am Einspeisepunkt für die Lastspitzen ausgelegt ist. Falls der Schaltschrank ohnehin schon grenzwertig bestückt ist, wäre eine energetische Sanierung der Anlage inklusive FU-Regelung auch ein Punkt, den man im Rahmen der technischen Gebäudeausrüstung zur Vermeidung von Fehlern bei der Inbetriebnahme dringend empfehlen sollte.
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