Guten Tag zusammen. Ich betreibe eine Kfz-Werkstatt mit einer Hallenhöhe von etwa 6 Metern. Jetzt, wo es Richtung November geht, merke ich deutlich, dass meine Gas-Dunkelstrahler oben unter der Decke extrem viel Wärme produzieren, während wir unten am Boden mit etwa 15 Grad arbeiten, um nicht zu frieren. Es ist schlichtweg ineffizient. Ich überlege nun, ob die Installation von speziellen Destratifikationsventilatoren oder einem aktiven Wärmerückgewinnungssystem wirtschaftlich Sinn ergibt. Hat jemand von Ihnen Erfahrungen, wie viel Prozent Energie man bei einer solchen Hallenhöhe realistisch einsparen kann, bevor die Investition in den Amortisationsbereich rutscht? Ich bin für jede fundierte Einschätzung dankbar, da mir die Heizkosten letzten Winter fast das Budget gesprengt haben. Meine Anlage läuft über eine zentrale Steuerung, die ich gerne einbinden würde. Gibt es hier bei der Regelung der Ventilatordrehzahl basierend auf der Temperaturdifferenz zwischen Boden und Decke kritische Punkte, die man beachten muss, um Zugluft in den Arbeitsbereichen zu vermeiden?
Temperaturschichtung in der Kfz-Werkstatt: Lohnt sich ein Wärmerückgewinnungssystem?
Hallo Markus, das ist ein klassisches Problem bei Hallen dieser Höhe. Als SHK-Meister kann ich dir sagen, dass Destratifikationsventilatoren bei 6 Metern Deckenhöhe absolut sinnvoll sind. Wir planen solche Anlagen regelmäßig und erreichen damit Einsparungen bei den Heizkosten zwischen 15 und 25 Prozent. Wichtig ist dabei die drehzahlgeregelte Steuerung, die nur dann läuft, wenn die Differenz zwischen Decke und Boden einen Schwellenwert von etwa 4 bis 5 Kelvin überschreitet. Zur Vermeidung von Zugluft ist der korrekte Einbau der Ventilatoren entscheidend. Die Geräte müssen die Warmluft langsam nach unten drücken, ohne den Luftstrom direkt auf die Arbeitsplätze zu lenken. Eine Einbindung in deine zentrale Steuerung ist über einen PID-Regler problemlos möglich. Achte darauf, dass die Sensoren für den Deckenfühler nicht durch die Strahlungswärme der Dunkelstrahler direkt beeinflusst werden.
Danke Thomas für die schnelle Rückmeldung. Die 15 bis 25 Prozent Einsparung klingen sehr verlockend, das würde bei den aktuellen Gaspreisen enorm helfen. Das mit der Strahlungswärme der Dunkelstrahler ist ein guter Hinweis, daran hatte ich noch nicht gedacht. Wie tief sollten die Deckenfühler denn hängen, um das zu vermeiden? Wie sieht es eigentlich mit der Förderfähigkeit durch die BEG aus? Wenn ich die Steuerung modernisiere und die Ventilatoren nachrüste, könnte das unter eine Einzelmaßnahme fallen. Hat hier jemand in letzter Zeit Erfahrungen mit der BAFA gemacht oder ist der Aufwand für den Nachweis im Gewerbebereich zu hoch?
Hallo Markus, bei der BEG-Förderung für Nichtwohngebäude im Bestand ist das immer etwas heikel. Eine reine Destratifikation wird selten als Einzelmaßnahme gefördert, es sei denn, du verbesserst die Gesamteffizienz deines Heizsystems im Rahmen eines hydraulischen Abgleichs oder einer umfassenden Anlagenoptimierung. Die Anforderungen des GEG sind hier recht streng, und der energetische Nachweis muss meist durch einen Energieberater geführt werden. Ich würde an deiner Stelle eher auf die Amortisation durch die direkte Einsparung setzen. Bei einer 6-Meter-Halle hast du die Investitionskosten durch den niedrigeren Gasverbrauch oft schon nach drei bis vier Jahren wieder drin. Prüfe aber unbedingt vorher, ob deine elektrische Anlage die zusätzlichen Ventilatoren problemlos aufnimmt, und lass die Installation von einer Elektrofachkraft abnehmen.
Moin zusammen, ich kann aus der Praxis bestätigen, was Thomas geschrieben hat. Wir haben bei uns in der Werkstatt vor zwei Jahren drei Ventilatoren mit Hochleistungs-EC-Motoren installiert. Die Dinger sind extrem leise und der Effekt ist spürbar. Früher hatten wir oben locker 28 Grad und unten 14 Grad, heute liegt die Differenz selten über 2 Grad. Das spart nicht nur Gas, sondern verbessert auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter massiv. Ein Tipp zur Regelung: Kopple die Steuerung über einen Stufenschalter direkt an die Dunkelstrahler. Sobald die Brenner anspringen, laufen die Ventilatoren auf niedriger Drehzahl mit. Das verhindert den Hitzestau von Anfang an. Zugluft hatten wir bisher keine, solange die Gehäuseform der Ventilatoren eine laminare Strömung nach unten begünstigt.
Guten Tag, als Planer in der Hallentechnik möchte ich noch einen wichtigen Punkt ergänzen: Die VDI 3803 gibt Hinweise zur Auslegung von Raumlufttechnischen Anlagen, aber bei einfachen Destratifikatoren ist vor allem die Luftwechselrate pro Stunde entscheidend. Bei 6 Metern Höhe sollte der Luftvolumenstrom so berechnet werden, dass das gesamte Hallenvolumen etwa zweimal pro Stunde sanft umgewälzt wird. Beachten Sie auch die ChemKlimaschutzV, falls Sie in der Halle gleichzeitig mit Kältemittel-basierten Wärmepumpen arbeiten, was heute oft zur Ergänzung von Dunkelstrahlern eingesetzt wird. Wenn Sie ein aktives Wärmerückgewinnungssystem mit Wärmetauscher planen, steigen die Kosten natürlich drastisch, da Sie eine entsprechende Luftführung benötigen. Ein reiner Destratifikationsventilator ist hier fast immer die wirtschaftlichere Lösung für den Bestand. Bleiben Sie bei einer frequenzgeregelten Lösung, um die Drehzahl feinfühlig anzupassen.
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