Hallo Leute, ich plane aktuell meine Klimaanlage, die ich im Winter als Unterstützung zur Gasheizung nutzen will. Mein Plan ist, ein Innengerät im Flur zu installieren, damit die warme Luft in die angrenzenden Schlafzimmer ziehen kann. Ich habe allerdings Bedenken, ob das so wirklich effizient funktioniert. Die Türen stünden dann natürlich offen, aber reicht der Luftstrom wirklich aus, um die Räume gleichmäßig zu temperieren, ohne dass ich das Gerät auf voller Stufe laufen lassen muss und dabei durch die Strömungsgeräusche den Schlaf störe? Hat einer von euch schon mal probiert, nur über den Flur zu heizen? Mir geht es vor allem darum, ob der Inverter bei dieser Art der Anordnung nicht ständig unnötig hochregelt, weil der Sensor am Innengerät die Temperatur im Flur als Referenz nimmt, während es in den Schlafzimmern noch kühler bleibt. Über ein paar Tipps zur Platzierung oder zum Setup wäre ich sehr dankbar, bevor ich die Bohrungen setze.
Heizbetrieb mit Multisplit: Innengerät im Flur für Schlafzimmernutzung
Hallo Jens. Als SHK-Meister rate ich dir aus fachlicher Sicht dringend davon ab. Das Innengerät wird über den internen Thermistor im Flur sehr schnell die Zieltemperatur erreichen und den Kompressor drosseln, während es in den Schlafzimmern aufgrund der Türzargen und der fehlenden Luftzirkulation noch empfindlich kalt bleibt. Die VDI 4645 sieht hier eine präzise Heizlastberechnung pro Raum vor. Zudem wird das Gerät im Flur unter Volllast laufen müssen, um einen Wärmetransport durch Konvektion in die Zimmer zu erzwingen. Das erzeugt genau die Strömungsgeräusche, die du vermeiden willst. Bei einer Investition in dieser Größenordnung, die vielleicht sogar über die BEG-Förderung laufen soll, ist ein solches Provisorium technisch nicht sinnvoll. Bitte plane ein Gerät pro Schlafraum ein, um die Behaglichkeit zu sichern.
Danke für die schnelle Einschätzung, Markus. Deine Argumente mit dem Thermistor leuchten ein. Ich hatte gehofft, durch den Verzicht auf weitere Bohrungen Kosten zu sparen. Wenn ich jedoch ein Gerät pro Raum plane, steigt der Aufwand durch die Leitungsverlegung und die Anzahl der Inneneinheiten massiv an. Gibt es denn eine Möglichkeit, externe Sensoren zu nutzen, die die Temperatur im Schlafzimmer messen und das Gerät im Flur steuern? Oder ist die Auslegung der Kälteleistung dann so komplex, dass es physikalisch ohnehin keinen Sinn ergibt?
Hallo Jens! Ich habe das bei mir im Dachgeschoss genau so probiert, wie du es vorhast. Mein Fazit nach zwei Wintern: Lass es lieber. Ich habe sogar einen Deckenventilator im Flur installiert, um die warme Luft in die Zimmer zu drücken, aber die Schlafräume blieben bei Minustemperaturen draußen immer zwei bis drei Grad kühler als der Flur. Das war für uns nicht komfortabel. Wir haben dann im letzten Sommer nachgerüstet und in jedes Zimmer ein eigenes Gerät installiert. Jetzt läuft die Anlage im Schlafzimmer im Silent-Modus fast lautlos, während der Flur als Heizquelle nur noch das Treppenhaus temperiert. Die Investition in die Mehrkosten für die Geräte hat sich durch den Gewinn an Schlafqualität absolut gelohnt.
Moin Jens, kurz und knapp: Deine Idee ist ein klassischer Planungsfehler. Die Luftmassen, die du bewegen müsstest, um über einen Flur zwei oder drei Schlafzimmer energetisch sinnvoll zu heizen, erzeugen bei den typischen Wandgeräten einen unangenehmen Luftzug, den du nachts nicht im Gesicht haben willst. Zudem musst du das Gebäudeenergiegesetz im Blick behalten. Auch wenn es eine Unterstützung zur Gasheizung ist, sollte das System effizient laufen. Wenn du das Innengerät im Flur ständig quälst, sinkt der SCOP-Wert deiner Wärmepumpen-Anlage erheblich. Steck das Geld lieber in zwei kompakte Konsolengeräte oder Wandgeräte mit gutem Leise-Modus. Das ist fachlich sauber und du bist auf der sicheren Seite.
Ich sehe das etwas entspannter als die Kollegen. Wenn dein Haus einen sehr hohen energetischen Standard nach GEG erfüllt, ist die Heizlast der Schlafzimmer ohnehin sehr gering. In einem gut gedämmten Neubau kann es funktionieren, wenn die Türen großzügig bemessen sind. Allerdings bleibt das Problem mit der Regelung. Du bräuchtest ein System, das sich per Funk-Raumfühler steuern lässt, damit nicht der Flur als Referenz dient. Das unterstützen aber längst nicht alle Hersteller bei ihren Standard-Multisplit-Systemen. Achte bei der Auswahl unbedingt auf eine zertifizierte Elektrofachkraft, die dir das Setup gemäß der ChemKlimaschutzV abnimmt. Wenn du nur sparen willst, ist das Risiko einer Fehlplanung bei Klimageräten immer recht hoch.
Danke an alle für die ehrlichen Rückmeldungen. Das hat meine anfängliche Skepsis nun endgültig bestätigt. Ich werde den Plan verwerfen, die Räume über den Flur zu heizen. Die Argumente zur Regelungstechnik und zum Luftstrom sind zu gewichtig, um sie zu ignorieren. Ich werde mich jetzt mit meinem SHK-Betrieb zusammensetzen und eine Lösung mit kleinen, flüsterleisen Einzelgeräten in den Schlafzimmern planen. So bin ich auch fördertechnisch auf der sicheren Seite und habe am Ende eine Anlage, die wirklich komfortabel heizt, statt nur Luft durch die Gegend zu schaufeln. Eure Hilfe hat mir sicher einiges an Ärger erspart.
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