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Glykol-Konzentration im Monoblock-Kreislauf: Frostschutz bei 0 Grad Außentemperatur

von Dr. Ing. Sabine H. · 16.10.2026, 05:04 · 39 Aufrufe · 5 Antworten

Dr. Ing. Sabine H. · 16.10.2026, 05:04

Sehr geehrte Community, im Hinblick auf den kommenden Winter befasse ich mich derzeit mit der korrekten Einstellung der Frostschutz-Konzentration bei meiner Außenaufstellung. Da mein Monoblock über eine wasserführende Leitung an das Innensystem angebunden ist, steht die Frage nach dem optimalen Glykol-Anteil im Raum. Die Herstellerunterlagen geben hier Spielräume vor, jedoch möchte ich den Wirkungsgrad der Wärmeübertragung im Wärmetauscher nicht durch eine zu hohe Viskosität unnötig verschlechtern. Wir hatten hier nachts bereits Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Ab welcher Konzentration muss ich mit spürbaren Einbußen bei der JAZ rechnen? Zudem stellt sich die Frage der langfristigen Materialverträglichkeit mit den verbauten Dichtungen in meinem System. Ist eine jährliche Überprüfung mittels Refraktometer bei einer hermetisch geschlossenen Anlage zwingend erforderlich, oder reicht eine grobe Kontrolle der Siedepunkte aus? Ich freue mich auf eine sachliche Einschätzung durch die Fachkollegen hier im Forum. Vielen Dank für Ihre Expertise.

Markus K. · 16.10.2026, 05:04

Hallo Frau Dr. H., das ist ein valider Punkt. Grundsätzlich empfehle ich bei Monoblöcken in unserer Region eine Frostschutzmischung bis etwa minus 15 Grad. Das entspricht meist einer Konzentration von 25 bis 30 Prozent Glykol. Höhere Anteile führen in der Tat zu einer schlechteren Wärmekapazität und erhöhen die Viskosität deutlich, was Ihre Umwälzpumpen stärker belastet. Bezüglich Ihrer Sorge um die JAZ: Bei dieser Konzentration sind die Einbußen messtechnisch kaum relevant. Achten Sie bei der Befüllung unbedingt auf die VDI 2035, um Korrosionsschäden zu vermeiden. Eine jährliche Prüfung mit dem Refraktometer ist bei einem geschlossenen System meiner Meinung nach übertrieben, alle zwei bis drei Jahre reicht vollkommen aus.

Sabine H. · 16.10.2026, 05:04

Vielen Dank, Herr K., für die schnelle Rückmeldung. Die VDI 2035 habe ich bei der Anlagenplanung bereits berücksichtigt, allerdings war ich mir beim Glykol-Anteil unsicher. Wenn Sie sagen, dass 30 Prozent für die JAZ vertretbar sind, werde ich mich an diesem Wert orientieren. Wie sieht es denn mit der Materialverträglichkeit der Dichtungen aus? Manche Hersteller warnen bei bestimmten Inhibitoren im Glykol vor Versprödungen. Gibt es da Langzeiterfahrungen zu den üblichen EPDM-Dichtungen in den gängigen Monoblock-Anschlüssen?

Thomas B. · 16.10.2026, 05:04

Moin, vergiss den ganzen Labor-Stress mal ein bisschen. Ich betreibe meine Wärmepumpe seit sechs Jahren mit Standard-Glykolgemisch und hatte noch nie Probleme mit den Dichtungen. EPDM ist da meist recht unempfindlich, solange du kein minderwertiges Produkt aus dem Baumarkt nimmst. Das Wichtigste ist, dass die Anlage hydraulisch sauber abgeglichen ist und der Durchfluss stimmt. Wenn die Pumpe gegen zu hohen Widerstand arbeitet, weil die Viskosität durch zu viel Frostschutz zu hoch ist, frisst das mehr Strom als der leichte Verlust bei der Wärmeübertragung. Bleib bei den 25 Prozent, das ist der goldene Mittelweg für unsere Breitengrade.

Dr. Ing. Sabine H. · 16.10.2026, 05:04

Guten Tag Herr B., vielen Dank für Ihre pragmatische Einschätzung. Das beruhigt mich sehr, insbesondere der Hinweis auf die EPDM-Beständigkeit. Ich werde das System entsprechend mit 25 Prozent befüllen. Ich hatte bei der Inbetriebnahme ohnehin einen hydraulischen Abgleich nach VDI 4645 durchgeführt. Insofern sollte die Pumpenleistung bei der korrekten Glykol-Mischung innerhalb der Spezifikationen bleiben. Haben Sie bei der Kontrolle des Glykols spezielle Empfehlungen für den pH-Wert der Flüssigkeit?

Jürgen W. · 16.10.2026, 05:04

Sehr geehrte Frau Dr. H., als SHK-Meister rate ich Ihnen dringend dazu, den pH-Wert nicht außer Acht zu lassen. Glykol altert und kann über die Jahre sauer werden, was dann Ihre Rohrleitungen von innen angreift, selbst bei hochwertigen Systemen. Messen Sie diesen Wert einmal jährlich. Bezüglich Ihrer Frage zum Refraktometer: Dieses ist präziser als jede Siedepunktprüfung, da diese bei Gemischen nicht linear verläuft. Ein einfaches optisches Handrefraktometer kostet nicht viel und gibt Ihnen die nötige Sicherheit. Wenn Sie die Werte im Protokoll festhalten, sind Sie auch bei der Gewährleistung gegenüber dem Hersteller auf der sicheren Seite, falls es doch mal zu Undichtigkeiten kommen sollte.

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