Guten Tag zusammen. Ich betreibe in meiner rund 400 Quadratmeter großen Werkstatt seit letztem Winter eine Anlage mit Gas-Dunkelstrahlern. Seitdem die Temperaturen nun kräftig gefallen sind und wir in den letzten Tagen eine sehr hohe Außenluftfeuchtigkeit durch Nebel hatten, stelle ich vermehrt eine leichte Rußbildung an den Brennern fest. Das Zündverhalten ist etwas träger als im Sommerbetrieb. Kann es sein, dass die erhöhte Feuchtigkeit in der angesaugten Verbrennungsluft den Verbrennungsprozess negativ beeinflusst? Ich habe die Luftzufuhr bereits grob kontrolliert, aber da scheint alles frei zu sein. Gibt es hier Erfahrungen, ob eine Nachjustierung des Luft-Gas-Verhältnisses an der Regelarmatur bei winterlichen Bedingungen üblich ist, oder sollte ich eher die Abgasführung auf eventuelle Kondensatbildung prüfen? Ich möchte sicherstellen, dass die Anlage für den anstehenden Winter sauber läuft, ohne dass der Wartungsaufwand durch die feuchte Witterung explodiert. Über fachlichen Rat oder ähnliche Beobachtungen aus dem Bereich der gewerblichen Hallenheizung würde ich mich sehr freuen.
Gas-Dunkelstrahler in Werkstatt: Rußbildung bei herbstlicher hoher Luftfeuchtigkeit?
Guten Tag Markus. Als SHK-Meister mit Schwerpunkt Hallenbeheizung kann ich Ihnen sagen: Das Problem liegt selten direkt an der Feuchtigkeit der Außenluft, sondern meist am Sauerstoffmangel durch Schmutzeintrag im Luftfiltergehäuse. Wenn die Luftfeuchtigkeit steigt, verklebt der ohnehin vorhandene Staub an den Ansauggittern und verringert den freien Querschnitt massiv. Prüfen Sie bitte einmal, ob Ihre Anlage eine externe Verbrennungsluftzufuhr hat. Bei einer raumluftabhängigen Betriebsweise kann zudem der hohe Feuchtigkeitsgehalt in der Halle durch die Produktion zu einer unvollständigen Verbrennung führen. Stellen Sie keinesfalls eigenmächtig am Luft-Gas-Verhältnis der Armatur herum, da dies ohne Abgasmessgerät und entsprechende Zertifizierung gegen die geltenden Sicherheitsvorschriften und das GEG verstößt.
Hallo Markus, das kenne ich nur zu gut aus meiner eigenen Werkstatt. Bei mir war es damals tatsächlich ein Kondensationsproblem im Abgassystem, weil der Schornstein bei dem Nebelwetter nicht schnell genug auf Betriebstemperatur kam. Das hat dazu geführt, dass Abgase leicht zurück in den Brennerraum gedrückt wurden. Ich habe dann eine thermische Isolierung am Abgasrohr nachgerüstet und seitdem ist Ruhe. Dass die Zündung träger ist, spricht auch für ein leichtes Problem mit dem Abgasgegendruck. Ich würde an deiner Stelle mal jemanden mit einem professionellen Abgasmessgerät kommen lassen, um den CO-Gehalt zu prüfen. Sicherheit geht in der Werkstatt vor, gerade wenn man sich selbst viel darin aufhält!
Vielen Dank für die schnellen Antworten! Jürgen, das mit dem Staub am Ansauggitter habe ich geprüft – das war tatsächlich ordentlich zugesetzt durch die hohe Feuchtigkeit, die den Staub zu einem richtigen Film hat werden lassen. Das habe ich direkt gereinigt. Thomas, der Hinweis mit dem Abgasrohr ist spannend. Mein Rohr geht über das Dach, und bei den jetzigen Temperaturen bildet sich dort morgens oft ordentlich Kondensat. Ich werde einen Profi beauftragen, der die Anlage nach der Reinigung einmal komplett durchmisst, um sicherzugehen, dass das Verbrennungsgemisch auch unter Last korrekt ist. Sicherheit ist mir wichtig, da ich hier täglich arbeite.
Guten Tag zusammen. Ich möchte mich kurz als Planerin einmischen. Markus, Sie sollten bei der Gelegenheit auch prüfen, ob die Dimensionierung der Gasleitung und der Verbrennungsluftzufuhr noch den aktuellen Anforderungen entspricht, falls Sie die Halle in letzter Zeit energetisch saniert haben, etwa durch den Einbau neuer Fenster oder Torabdichtungen. Oft unterschätzen Betreiber, wie sehr ein Gebäude durch moderne Dämmmaßnahmen zur luftdichten Hülle wird. Wenn keine ausreichende Zuluftöffnung vorhanden ist, kämpfen die Dunkelstrahler buchstäblich um jeden Sauerstoffmolekül. Vielleicht ist es Zeit, eine kontrollierte Zuluftleitung von außen zu legen, um den Betrieb völlig unabhängig von der Hallenfeuchte und dem Öffnen der Tore zu machen. Das ist langfristig die stabilste Lösung für den Gewerbebetrieb.
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