Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin aktuell bei der Montage meines Monoblocks. Dabei stellt sich die Frage nach der idealen Positionierung des Außentemperaturfühlers. Ich habe gelesen, dass die Abwärme des Geräts sowie die kalte Abluft während des Betriebs die Messwerte verfälschen können. Wenn der Fühler zu nah am Gerät sitzt, regelt die Heizung bei frostigen Temperaturen falsch, was den Verbrauch unnötig in die Höhe treibt. Welche Abstände haben sich bei Ihnen in der Praxis bewährt? Reichen zwei Meter Abstand zur Fassade aus, oder ist eine geschützte Montage an der Nordseite des Hauses zwingend erforderlich, auch wenn die Leitungslänge dann deutlich zunimmt? Ich möchte keine Fehler bei der Inbetriebnahme riskieren, da ich die Heizkurve im ersten Winter akribisch auf mein Gebäude abstimmen will. Über hilfreiche Erfahrungen aus Ihren Projekten würde ich mich sehr freuen.
Platzierung Außenfühler: Einfluss der Abwärme des Monoblocks vermeiden
Hallo Klaus, als SHK-Meister kann ich dir nur dringend raten, den Fühler keinesfalls in den direkten Abstrahlbereich oder in den Abluftstrom des Monoblocks zu setzen. Gemäß VDI 4645 und gängiger Praxis ist die Nordseite die einzig verlässliche Option. Wenn du den Fühler in der Nähe des Geräts montierst, hast du im Winter bei Frost sofort massive Fehlmessungen. Die Abwärme oder der kühlende Luftzug verfälschen die Regelung deiner Heizkurve permanent. Selbst wenn das längere Kabel einen minimalen Aufwand bedeutet: Spare nicht an dieser Stelle. Die korrekte Erfassung der Außentemperatur ist die Grundvoraussetzung für den effizienten Betrieb und letztlich auch für den hydraulischen Abgleich, den du bei einem Selbsteinbau ohnehin sorgfältig dokumentieren solltest.
Ich habe das bei meinem Umbau letztes Jahr genau so gelöst wie Markus vorschlägt. Mein Monoblock steht an der Westseite, den Außenfühler habe ich aber mit einem geschirmten Kabel fast zehn Meter weiter zur Nordfassade verlegt. Das war zwar etwas Gefummel mit dem Leerrohr, aber die Werte sind jetzt absolut stabil. Du solltest auch darauf achten, dass keine direkte Sonneneinstrahlung auf den Fühler trifft, sonst regelt die Heizung bei klarem Winterwetter sofort runter, obwohl es eigentlich saukalt ist. Nutze dafür am besten ein kleines Schutzgehäuse oder montiere ihn unter einem Dachüberstand. Das kostet fast nichts und schützt die Elektronik zusätzlich vor Schlagregen.
Vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen! Das hilft mir sehr bei der Planung. Wenn ich euch richtig verstehe, ist der Weg zur Nordseite alternativlos, um die Heizkurve im ersten Winter nicht durch Zufallswerte zu verstellen. Ich werde die Leitungslänge in Kauf nehmen. Da ich das ohnehin für die BEG-Förderung und den hydraulischen Abgleich alles sauber dokumentieren muss, ist ein sauber verlegter Fühler ein Pflichtpunkt auf meiner Liste. Was für einen Kabeltyp empfehlt ihr eigentlich für die Außenverlegung, damit ich bei der Leitungsführung keine Störungen durch andere Stromkabel bekomme?
Hallo Klaus, für den Außenfühler verwende ich immer eine geschirmte JY(ST)Y Leitung, um Einstrahlungen zu vermeiden. Da der Fühler ja meist nur ein Widerstandssignal liefert, sind Störungen durch parallel verlaufende Stromkabel zwar selten, aber sicher ist sicher. Verlege die Leitung am besten in einem UV-beständigen Schutzrohr, wenn sie im Außenbereich liegt. Achte auch darauf, dass du das Kabel nicht direkt durch die Wand bohrst, ohne es ordentlich abzudichten. Ein kleines Loch mit dauerelastischem Dichtstoff verschlossen verhindert, dass dir Feuchtigkeit in die Dämmung zieht. Viel Erfolg beim Einbau, das wird schon!
Kurzer Einwurf von meiner Seite aus dem Planungsalltag: Bitte prüft bei der ganzen Aktion auch die Vorgaben eurer Wärmepumpen-Hersteller. Manche Steuerungen reagieren empfindlich auf zu lange Leitungen durch den dadurch entstehenden Leitungswiderstand. In der Regel ist das zwar vernachlässigbar, aber bei extrem langen Wegen sollte man den Querschnitt kurz prüfen. Ansonsten kann ich den Vorrednern nur beipflichten. Die Nordseite ist Gold wert, weil sie eben genau das verhindert, was du befürchtest: den Einfluss der Betriebstemperatur des Geräts auf die Steuerung. Wer hier schlampt, ärgert sich später nur über unnötig hohe Stromkosten durch eine ständig verschobene Heizkurve. Gutes Gelingen bei deinem Projekt!
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