Hi Leute, ich versuche gerade, meine Wärmepumpe über Modbus-RTU in meine Heimautomation einzubinden. Die Verbindung steht grundsätzlich, aber ich bekomme bei den Registern für die aktuelle Verdichterdrehzahl nur völlig unplausible Werte zurück. Hat schon jemand von euch bei einer Monoblock-Einheit die Registertabellen erfolgreich entschlüsselt? Manchmal scheint es so, als ob die Einheiten zwischen den Firmware-Versionen die Adressen ändern. Es ist wirklich frustrierend, wenn die Ansteuerung des SG-Ready Kontakts zwar funktioniert, aber die Auswertung der Leistungsdaten im Monitoring scheitert. Vielleicht liegt es auch an der Terminierung des Bus-Systems bei mir. Bin über jeden Hinweis dankbar, der mir hilft, die Daten endlich sauber in mein Dashboard zu bekommen. Wäre für einen Austausch unter Technik-Interessierten sehr dankbar.
Modbus-RTU Anbindung: Probleme beim Auslesen der Verdichterdrehzahl
Hallo Thomas, das Problem mit den unplausiblen Werten bei der Verdichterdrehzahl kenne ich nur zu gut. Hast du schon geprüft, ob die Register bei deiner Steuerung eventuell im Big-Endian oder Little-Endian Format übertragen werden? Manchmal vertauschen die Hersteller das Byte-Order-Verhältnis, was bei 32-Bit-Werten völlig absurde Zahlen ausspuckt. Ich hatte bei einer ähnlichen Monoblock-Anlage das gleiche Fehlerbild. Erst nach der Umstellung der Word-Reihenfolge in meiner Visualisierungssoftware stimmten die Werte plötzlich exakt mit dem Display der Wärmepumpe überein. Zudem solltest du sicherstellen, dass die Abschlusswiderstände von 120 Ohm an beiden Enden der Leitung korrekt gesetzt sind, um Reflexionen auf dem Bus zu vermeiden.
Danke Markus für den Tipp. Ich habe das mit der Byte-Reihenfolge tatsächlich noch nicht explizit in der Software invertiert, sondern nur die Registeradresse korrigiert. Ich werde das heute Abend mal mit einem Modbus-Scan-Tool testen, um zu sehen, ob sich die Werte bei einer anderen Interpretation der Bytes logisch zusammensetzen lassen. Bezüglich der Terminierung: Ich habe ein Twisted-Pair-Kabel mit Schirmung verwendet und an beiden Enden 120 Ohm Widerstände eingebaut. Die Verbindung ist stabil, nur die Daten sind eben Kraut und Rüben. Wenn das Umstellen der Byte-Order nicht hilft, befürchte ich fast, dass der Hersteller die Registertabelle mit einem Firmware-Update stillschweigend angepasst hat.
Guten Tag, Herr G. Bitte beachten Sie bei Eingriffen in die Steuerungsperipherie von Wärmepumpen stets die Anforderungen nach VDI 4645. Auch wenn der Modbus ein offener Standard ist, können fehlerhafte Schreibbefehle die Parameter für den modulierenden Betrieb beeinflussen. Dies könnte im Falle einer Störung Auswirkungen auf Ihre Gewährleistungsansprüche haben, insbesondere wenn die Anlage im Rahmen der BEG-Förderung fachgerecht zertifiziert wurde. Sollten Sie tiefer in die Modbus-Register eingreifen, achten Sie darauf, dass keine sicherheitsrelevanten Grenzwerte, etwa für den Kältekreisdruck, überschrieben werden. Als SHK-Meister rate ich Ihnen zur Vorsicht. Messen Sie die Leistungsaufnahme zusätzlich über ein externes Strommessmodul, um die Plausibilität der internen Daten zu validieren.
Mensch Thomas, lass dich nicht verrückt machen! Ich hab das bei meiner Anlage im letzten Winter auch durch. Die Hersteller sind da oft nicht sehr transparent, was die Modbus-Tabelle angeht. Ich hab bei mir einfach ein kleines Skript geschrieben, das die Werte der Drehzahl mit der Leistungsaufnahme in Watt korreliert. So kommt man meistens recht schnell drauf, ob es ein Skalierungsfaktor oder eine Adressverschiebung ist. Übrigens: Achte darauf, dass du nicht zu viele Anfragen pro Sekunde stellst. Wenn der Bus zu stark belastet wird, fängt die Steuerung bei manchen Modellen an, korrupte Datenpakete zu senden. Ein Intervall von zwei bis fünf Sekunden reicht für die Visualisierung im Dashboard völlig aus. Viel Erfolg beim Basteln!
Das ist ein spannendes Projekt, Thomas! Mein Mann und ich haben bei unserer Sanierung auch vieles selbst automatisiert, um das Gebäudeenergiegesetz optimal einzuhalten und den Eigenverbrauch durch die PV-Anlage zu maximieren. Wir hatten anfangs ähnliche Schwierigkeiten, weil wir nicht wussten, dass manche Register laut Datenblatt als Integer, in der Firmware aber als Float mit Faktor 0,1 hinterlegt sind. Hast du mal geschaut, ob du den Skalierungsfaktor in deiner Software anpassen kannst? Oft sind die Daten korrekt übertragen, aber man sieht nur 3000 statt 300 Umdrehungen pro Minute. Wenn du den Wert durch zehn teilst, sieht er meistens schon viel plausibler aus. Wir haben so die gesamte Effizienzüberwachung für den hydraulischen Abgleich hinbekommen.
Danke für die vielen Rückmeldungen! Der Hinweis von Anja mit dem Faktor 0,1 war der entscheidende Durchbruch. Ich habe den Skalierungsfaktor in meiner Node-Red Umgebung angepasst und siehe da: Die Werte liegen jetzt exakt in dem Bereich, den ich bei der aktuellen Außentemperatur und dem Warmwasserbedarf erwarte. Ich bin erleichtert, dass der Bus stabil läuft. Die Bedenken von Herrn Weber sind natürlich berechtigt, aber ich greife nur lesend auf die Register zu. Danke auch an Jens für den Tipp mit der Abfragefrequenz, das hat das leichte Flackern im Log sofort beseitigt. Jetzt kann ich mich endlich an die Optimierung der Heizkurve basierend auf den echten Daten machen. Tolles Forum hier!
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