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ASR A3.5: Mindesttemperaturen in Kfz-Werkstatt bei extremen Minusgraden halten

von Jürgen M. · 15.10.2026, 05:03 · 19 Aufrufe · 6 Antworten

Jürgen M. · 15.10.2026, 05:03

Moin Leute, wir haben in unserer Werkstatt das Problem, dass wir bei richtig fiesen Winternächten die 17 Grad gemäß ASR A3.5 für mittelschwere körperliche Arbeit morgens um sieben Uhr kaum halten können. Die Bude kühlt über Nacht einfach zu stark aus. Wir haben eine Luft-Luft-Wärmepumpenanlage, die auch im Heizbetrieb läuft, aber das Aufheizen dauert bei den aktuellen energetischen Werten der Halle einfach zu lange. Ich frage mich jetzt, ob es Sinn ergibt, die Anlage über Nacht mit einer abgesenkten Zieltemperatur durchlaufen zu lassen, statt sie komplett abzuschalten. Besteht hier die Gefahr von Vereisungsproblemen am Außengerät bei den dann längeren Teillastphasen oder ist das energetisch gesehen der bessere Weg, um morgens nicht gegen eine kalte Halle anzukämpfen? Wie handhabt ihr das in euren Werkstätten, um die gesetzlichen Vorgaben zur Raumtemperatur ohne horrende Kosten zu erfüllen? Bin für jeden praktischen Hinweis dankbar, wie man das Temperaturmanagement effizienter gestalten kann, ohne die Anlage zu überlasten.

Markus K. · 15.10.2026, 05:03

Moin Jürgen, das Problem kennen wir aus vielen Werkstätten. Das Durchheizen mit einer reduzierten Nachtabsenkung ist energetisch fast immer effizienter als das Auskühlenlassen. Wenn Sie die Anlage komplett abschalten, müssen Sie morgens die gesamte Masse der Halle aufheizen, was die Wärmepumpe unter Volllast zwingt. Im Teillastbetrieb über Nacht halten Sie dagegen die Grundtemperatur, was weniger Stromspitzen verursacht. Bezüglich der Vereisung am Außengerät: Moderne Inverter-Anlagen sind für den Heizbetrieb bei Minusgraden ausgelegt. Die Abtauzyklen sind automatisiert und laufen über die Sensorik der Steuerung. Achten Sie lediglich darauf, dass die Ansaugfläche am Außengerät frei von Verwehungen bleibt und das Kondensat im Winter sicher abfließen kann, damit dort kein Eispanzer entsteht. Das ist ein Standard-Thema der VDI 4645, das man bei der Wartung immer auf dem Schirm haben sollte.

Jürgen M. · 15.10.2026, 05:03

Danke Markus für die schnelle Rückmeldung! Das leuchtet ein. Ich hatte bisher Sorge, dass die Wärmepumpe bei den langen Laufzeiten bei -10 Grad draußen dann zum Eismonster mutiert. Wenn ich die Temperatur nachts auf zum Beispiel 12 Grad halte, läuft der Verdichter doch aber viel länger, oder? Ich hoffe, dass die Mechanik das über Jahre mitmacht. Bei der aktuellen Strompreislage sind die Kosten natürlich mein Hauptargument gegenüber dem Chef.

Bernd S. · 15.10.2026, 05:03

Moin Jürgen, ich bin zwar SHK-Meister, sehe das aber etwas skeptisch. Wenn die Halle energetisch schlecht dasteht, heizt du bei -10 Grad Außentemperatur quasi die Umgebung mit. Schau dir mal die Transmissionswärmeverluste über die Tore an. Oft sind die Sektionaltore die Schwachstelle. Bevor du die Wärmepumpe quälst, prüfe mal die Dichtungen. Wenn es zieht wie Hechtsuppe, hilft auch kein Durchheizen, dann ist die Energiebilanz trotz Teillast miserabel. Wenn du eine Förderung nach BEG für eine Sanierung anstrebst, wäre das auch ein Punkt für den Energieberater. Eine Wärmepumpe im Gewerbe muss effizient laufen, das geht nur, wenn die Hülle den Wärmebedarf nicht explodieren lässt. Schau dir auch mal die Einstellung für den Abtauvorgang an, manche Anlagen erlauben eine Anpassung der Parameter, damit sie bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht zu früh in den Vereisungsmodus gehen.

Sabine F. · 15.10.2026, 05:03

Hallo Jürgen, ich habe das bei uns in der Tischlerei ähnlich gelöst. Wir haben die Anlage auf eine Nachtabsenkung von 14 Grad programmiert und dazu eine smarte Regelung installiert, die morgens zwei Stunden vor Arbeitsbeginn auf den Sollwert hochfährt. Seitdem haben wir morgens keine kalten Finger mehr beim ersten Handgriff. Die Stromkosten sind im Vergleich zum morgendlichen Aufheizen unter Volllast sogar leicht gesunken, weil die Anlage nicht mehr so extrem taktet. Das Wichtigste ist, dass die Wärmepumpe nicht ständig an- und ausgeht. Der Verschleiß der Komponenten sinkt, wenn die Anlage konstant in einem stabilen Bereich arbeitet. Hast du eigentlich mal den hydraulischen Abgleich für das gesamte System geprüft? Manchmal liegt es nur an einer ungleichmäßigen Wärmeverteilung, dass manche Ecken der Halle ewig brauchen, um warm zu werden.

Andreas W. · 15.10.2026, 05:03

Kurze Anmerkung dazu aus der Elektrotechnik-Perspektive: Wenn du das System über Nacht durchlaufen lässt, achte bitte unbedingt darauf, dass die Absicherung und die Zuleitungen für den Dauerbetrieb ausgelegt sind. Wir hatten schon Fälle, wo Klemmen in der Verteilung bei jahrelanger Dauerlast unter Teillastbetrieb durch thermische Ausdehnung locker geworden sind. Ein kurzer Check durch eine Elektrofachkraft kann hier böse Überraschungen oder gar Kabelbrände verhindern. Die ASR A3.5 ist für den Arbeitsschutz bindend, das ist klar. Aber bevor man nur auf die Heizung setzt, überlegt doch mal, ob ihr lokale Infrarotstrahler an den Arbeitsplätzen installiert. Die geben sofort Wärme ab, wenn man sie braucht, und müssen nicht die ganze Hallenluft auf 17 Grad erwärmen, wenn dort gar nicht gearbeitet wird. Das spart bei den Heizkosten massiv ein.

Jürgen M. · 15.10.2026, 05:03

Das sind klasse Tipps, danke euch! Die Idee mit den Infrarotstrahlern für die spezifischen Arbeitsbereiche ist ein sehr guter ergänzender Ansatz zu unserer Luft-Luft-Wärmepumpe, Andreas. Ich werde das mal mit der Werkstattleitung besprechen. Den Hinweis auf die Klemmen in der Verteilung nehme ich direkt mit auf die Liste für den Elektriker, sicher ist sicher. Ich werde ab nächster Woche mal den Test mit der 13-Grad-Nachtabsenkung wagen und den Stromverbrauch genau im Auge behalten. Mal sehen, ob die Vereisung bei uns dann tatsächlich so ein Thema bleibt oder ob die Anlage das durch das ruhigere Takten besser wegsteckt. Danke für eure Zeit und das Teilen eurer Erfahrungen!

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