Sehr geehrte Fachkollegen, ich habe eine Frage zur Schallemission von Wandgeräten in Schlafräumen bei niedrigen Außentemperaturen. Im Heizbetrieb steigt die Lüfterdrehzahl bei meiner aktuellen Installation öfter an, sobald die eingestellte Zieltemperatur erreicht werden soll, was zu einem unangenehmen Luftrauschen führt. Könnte eine Drosselung der maximalen Lüfterdrehzahl im Servicemenü das Problem lösen, oder riskiere ich damit eine thermische Überlastung der Komponenten bei hoher Lastanforderung? Die Anlage ist grundsätzlich korrekt dimensioniert, jedoch ist das Strömungsgeräusch bei hoher Gebläsestufe deutlich wahrnehmbar und stört den nächtlichen Betrieb erheblich. Gibt es bewährte Ansätze, um den Luftstrom zu optimieren, ohne dass die Wärme gleichmäßig verteilt wird? Ich würde gerne vermeiden, dass der Inverter aufgrund mangelnder Luftmenge in eine Störung geht. Über Ihre Einschätzung zu den technischen Grenzen bei einer solchen Parameteränderung wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Geräuschentwicklung durch Luftstrom bei hoher Gebläsestufe
Guten Tag Thomas, Ihre Sorge um die thermische Stabilität ist berechtigt. Grundsätzlich lassen sich bei vielen Inverter-Geräten über das Servicemenü die Drehzahlobergrenzen in den Lüfterstufen anpassen. Sie müssen hierbei jedoch die VDI 4645 beachten, die eine korrekte Auslegung auf die Heizlast voraussetzt. Wenn Sie den Luftstrom drosseln, verringern Sie die Wärmeabgabe über den Wärmetauscher, was die Vorlauftemperatur bzw. den Kältemitteldruck ansteigen lässt. Ich empfehle Ihnen, die Parameter in kleinen Schritten zu ändern und dabei die Kältemitteldrücke per Manometer oder Diagnose-Software zu überwachen. Wenn das Gerät in den Hochdruckschutz läuft, schaltet es ab. Das ist zwar keine direkte Gefahr für die Hardware dank interner Schutzmechanismen, führt aber zum Abbruch des Heizbetriebs. Testen Sie das lieber an einem milden Tag, nicht bei -10 Grad Außentemperatur.
Hallo Thomas, das Problem kenne ich nur zu gut aus eigenen Kundenprojekten. Oft liegt die Ursache nicht an einer falschen Einstellung, sondern an der Luftführung im Raum. Wenn die Lamellen des Innengeräts den Luftstrom ungünstig ablenken, entstehen Verwirbelungen, die das Rauschgeräusch massiv verstärken. Bevor Sie die Software-seitige Drosselung angehen, prüfen Sie doch einmal die Ausrichtung der horizontalen und vertikalen Luftleitbleche. Manchmal hilft schon ein Grad Veränderung, um die Akustik entscheidend zu verbessern. Haben Sie zudem geprüft, ob eventuell ein hydraulischer Abgleich des gesamten Systems im Rahmen der BEG-Förderungsvorgaben korrekt durchgeführt wurde? Manchmal taktet die Anlage nur deshalb so hoch, weil die Systemhydraulik die Wärmeabnahme nicht optimal steuert.
Danke für die schnellen Rückmeldungen! Sabine, die Ausrichtung der Lamellen habe ich bereits in allen erdenklichen Winkeln getestet, leider ohne nennenswerte Besserung. Es ist definitiv ein Strömungsgeräusch direkt am Wärmetauscher durch den hohen Durchsatz. Markus, Ihr Hinweis zur Überwachung der Kältemitteldrücke ist sehr hilfreich. Ich werde das mit meinem Servicetool protokollieren. Hat jemand von euch schon einmal erfolgreich einen 'Silent-Mode' permanent über das Servicemenü konfiguriert, ohne dass die Raumtemperatur-Stabilität leidet? Ich möchte vermeiden, dass der Raum morgens beim Aufwachen nicht die gewünschten 20 Grad hat.
Servus Thomas, ich sag's mal direkt: Finger weg vom Servicemenü, wenn du kein Profi bist! Als Elektrofachkraft sehe ich bei solchen Eingriffen oft, dass die Betriebsparameter außerhalb der vom Hersteller spezifizierten Kennlinien laufen. Das GEG und die ChemKlimaschutzV setzen hier klare Grenzen, was die Anlagensicherheit betrifft. Wenn das Rauschen nachts stört, ist die Anlage schlichtweg überdimensioniert oder falsch platziert. Eine Drosselung ist nur Symptombekämpfung. Wenn die Elektronik dann wegen Überhitzung aussteigt, hast du bei einer gewerblichen Anlage ein Haftungsproblem und bei einer privaten Anlage keinen Versicherungsschutz bei Folgeschäden. Mein Rat: Akzeptiere die physikalischen Grenzen oder lass einen Fachbetrieb die Anlage neu einmessen, um eventuelle Strömungswiderstände im Kanal zu reduzieren.
Jens, deine Warnung in allen Ehren, aber in der Praxis ist eine Drosselung der Lüfterdrehzahl bei moderaten Lasten völlig unkritisch. Wir machen das bei unseren Installationen häufig, wenn Kunden explizit einen 'Nachtmodus' wünschen, der über die Standard-Fernbedienung nicht abrufbar ist. Die Inverter-Technik ist heute so weit, dass sie den Kompressor bei geringerem Luftstrom ohnehin in der Leistung zurückfährt. Thomas, wenn du das machst, achte einfach darauf, die untere Modulationsgrenze des Kompressors nicht zu unterschreiten. Wenn der Lüfter zu langsam dreht, während der Kompressor noch ordentlich Kältemittel pumpt, vereist dir im Extremfall der Wärmetauscher. Das hörst du dann aber an einem leicht veränderten Laufgeräusch. Taste dich mit 5-prozentigen Schritten an das Maximum deiner Schmerzgrenze heran.
Danke für die kontroversen und hilfreichen Einschätzungen! Ich werde den Mittelweg wählen: Ich habe mir heute die Messwerte der letzten Nächte angesehen und werde die Lüfterdrehzahl nur in der 'Leise-Stufe' manuell minimal absenken, um genau unter die kritische Frequenz zu kommen, bei der das Rauschen so nervig wird. Christian, dein Hinweis mit dem Vereisungsrisiko ist der entscheidende Punkt. Ich werde das Gerät morgen bei niedriger Last unter Beobachtung halten und die Temperaturen der Lamellen prüfen. Wenn die Anlage stabil läuft und die Zieltemperatur hält, belasse ich es dabei. Andernfalls werde ich wohl mit dem Geräusch leben müssen oder über eine zusätzliche Schalldämmung im Wandaufbau nachdenken, wobei das natürlich extrem aufwendig wäre.
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