Hallo. Wir rüsten gerade eine ältere Lagerhalle mit einer neuen Be- und Entlüftungsanlage inkl. Wärmerückgewinnung nach. Dabei nutzen wir teilweise die vorhandenen Lüftungskanäle, um Kosten zu sparen. Mein Problem ist der erhöhte Druckverlust, da die alten Kanäle im Querschnitt für die geforderten Luftwechselraten eigentlich unterdimensioniert sind. Ich bin mir unsicher, ob ich einfach die Ventilatordrehzahl über den Frequenzumrichter nach oben drehen kann, ohne dass die Schallemissionen im Lagerbereich unerträglich werden. Hat jemand Erfahrung mit der Schalldämmung bei höheren Strömungsgeschwindigkeiten in Kanalsystemen? Ich überlege, zusätzliche Kulissenschalldämpfer einzubauen, habe aber im Bereich der Auslässe kaum noch Platz. Gibt es hier kompakte Alternativen, die den statischen Druck nicht unnötig in die Höhe treiben? Ich will vermeiden, dass die Anlage nachher zwar fördert, aber durch die Lärmentwicklung den Arbeitsschutz in Bedrängnis bringt. Über praktische Tipps zur Optimierung der Strömung wäre ich sehr dankbar.
Druckverlustproblematik bei RLT-Kanälen in Bestandshallen
Hallo Klaus, das Problem kenne ich aus der Bestandssanierung nur zu gut. Einfach die Drehzahl am FU zu erhöhen, ist riskant, da du mit der Kennlinie schnell in einen Bereich kommst, in dem die Wirkungsgrade massiv einbrechen und der SFP-Wert nicht mehr den Anforderungen des GEG entspricht. Zudem steigt der Lärmpegel bei einer Drehzahlerhöhung überproportional an. Anstatt den Druckverlust durch neue Dämpfer zu forcieren, solltest du prüfen, ob du die Strömungsführung an den kritischen Stellen durch optimierte Formstücke glätten kannst. Wenn der Platz für Kulissenschalldämpfer fehlt, wären Rohrschalldämpfer mit größerem Durchmesser eine Option, sofern es die Trassenführung zulässt. Hast du mal eine strömungstechnische Druckverlustberechnung für die einzelnen Abschnitte gemacht, um zu sehen, wo genau die größten Widerstände sitzen?
Moin Klaus, vergiss das mit der Drehzahlerhöhung, das wird nur laut und frisst unnötig Strom. Ich habe bei einem ähnlichen Projekt in einer Lagerhalle mal mit aktiven Schallabsorbern gearbeitet, die benötigen kaum Platz in der Tiefe. Wenn das Budget eng ist, schau dir mal laminare Strömungsgleichrichter direkt vor den Auslässen an. Die entwirbeln die Luft, was nicht nur den Lärm reduziert, sondern auch den Druckverlust durch stabilere Strömungsprofile verringert. Bitte achte bei der Abnahme auch darauf, dass du trotz der alten Kanäle einen hydraulischen Abgleich der Luftmengen machst. Das ist zwar bei Luft nicht so exakt wie bei Wasser nach VDI 4645, aber es verhindert, dass einzelne Bereiche unzulässig laut werden, weil du dort die Drosselklappen zu weit schließen musst. Viel Erfolg bei der Optimierung!
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