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Hysterese bei der Brauchwasserbereitung – Taktung verhindern

von Klaus M. · 14.10.2026, 05:04 · 14 Aufrufe · 5 Antworten

Klaus M. · 14.10.2026, 05:04

Hallo zusammen. Bei meiner Luft-Wasser-Wärmepumpe beobachte ich aktuell, dass die Anlage während der Warmwasserbereitung sehr häufig taktet, sobald die Entnahme geringer ausfällt. Die aktuelle Hysterese steht auf 5 Kelvin. Ich überlege, diesen Wert auf 8 oder 10 Kelvin zu erhöhen, um längere Laufzeiten und damit weniger Schaltspiele für den Verdichter zu erreichen. Allerdings habe ich Bedenken, dass bei einer zu hohen Spreizung die Temperatur im Speicher zu stark abfällt und der Komfort bei der Dusche leidet, gerade wenn mehrere Personen hintereinander baden möchten. Kennt jemand von euch die optimalen Parameter für einen 300-Liter-Speicher? Ich möchte vermeiden, dass das Gerät gerade bei den kühleren Außentemperaturen unnötig oft den Startvorgang durchläuft, da das ja bekanntlich auf die Lebensdauer geht. Über eine kurze Einschätzung zu diesem Thema würde ich mich sehr freuen.

Markus S. · 14.10.2026, 05:05

Hallo Klaus. Deine Überlegungen gehen absolut in die richtige Richtung. Die Taktung bei der Warmwasserbereitung ist ein klassischer Punkt, um die Lebensdauer des Verdichters zu schonen. Bei einem 300-Liter-Speicher sind 5 Kelvin in der Tat recht sportlich eingestellt, was bei geringer Entnahme schnell zu den von dir beschriebenen kurzen Laufzeiten führt. Ich habe bei meiner Anlage den Wert auf 8 Kelvin angehoben. Der Komfortverlust ist absolut vernachlässigbar, da die Trägheit des Wasserspeichers eine spürbare Abkühlung bei einer Duschsession verhindert. Solange deine Mindesttemperatur im Speicher hygienisch im grünen Bereich bleibt, sehe ich da keine Probleme. Achte nur darauf, dass die Zirkulationspumpe nicht unnötig gegen die kältere Schichtung arbeitet.

Thomas B. · 14.10.2026, 05:05

Guten Tag Herr M., als SHK-Meister rate ich Ihnen zur Vorsicht bei pauschalen Anpassungen. Wir orientieren uns bei der Auslegung nach der VDI 4645, um sowohl den Nutzerkomfort als auch den effizienten Betrieb sicherzustellen. Eine Erhöhung der Hysterese ist zwar taktungsmindernd, führt aber auch dazu, dass die Wärmepumpe bei der nächsten Beladung deutlich länger gegen ein höheres Temperaturniveau arbeiten muss. Das verschlechtert wiederum den COP-Wert Ihres Systems. Prüfen Sie bitte zudem, ob die Fühlerposition im Speicher korrekt gewählt ist. Wenn der Fühler zu weit oben sitzt, wird der Speicher nur halb beladen und taktet entsprechend häufig. Manchmal reicht schon eine Verschiebung der Tauchhülse, um das Problem ohne tiefere Eingriffe in die Steuerung zu lösen.

Klaus M. · 14.10.2026, 05:05

Danke für die schnellen Antworten! Markus, dein Hinweis zur Zirkulationspumpe ist wertvoll, die läuft bei uns derzeit zeitgesteuert. Herr B., das mit der Fühlerposition ist ein spannender Ansatz, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Muss ich dafür das Wasser ablassen, um den Fühler neu zu positionieren? Ich möchte ungern den COP-Wert ruinieren, das ist ein guter Einwand. Vielleicht versuche ich es erst einmal mit 7 Kelvin, bevor ich auf 10 gehe. Gibt es einen Richtwert, ab welcher Speichertemperatur ich mir bezüglich der Legionellenprävention bei einer höheren Spreizung Gedanken machen muss? Ich möchte natürlich unter Einhaltung des GEG effizient bleiben.

Jens W. · 14.10.2026, 05:05

Hallo Klaus, mach dir wegen der Legionellen nicht zu viel Stress, wenn du den Speicher regelmäßig auf 60 Grad hochfährst, reicht das laut DVGW völlig aus. Ich bin kein Fachmann, aber bei meiner Anlage habe ich die Hysterese auf 9 Kelvin gestellt und die Warmwasserzeit auf ein festes Fenster am Nachmittag gelegt. So nutze ich den besten Wirkungsgrad der Luft-Wasser-WP, wenn die Außentemperaturen am höchsten sind. Seitdem taktet das Ding kaum noch und der Speicher reicht trotzdem für zwei Teenager, die morgens ewig duschen. Probier es einfach mal aus, die Parameter kann man ja jederzeit wieder zurückstellen, wenn es im Bad doch mal zu kühl wird.

Sabine L. · 14.10.2026, 05:05

Hallo in die Runde. Ich möchte kurz einwerfen, dass man bei der ganzen Optimierung das Thema Förderung nicht ganz aus den Augen verlieren darf. Wenn ihr eure Anlage nach dem hydraulischen Abgleich gemäß Verfahren B eingemessen habt, sollte die Wärmepumpe eigentlich sauber laufen. Manchmal ist die Ursache für das Takten auch eine falsch eingestellte Umwälzpumpe, die den Durchfluss im Speicherladerkreis zu stark begrenzt. Falls das Gerät dann zu schnell die Vorlauftemperatur erreicht, schaltet es ab, bevor der Speicher richtig durchgeladen ist. Kontrolliert doch mal, ob die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf bei der WW-Bereitung halbwegs stabil bleibt. Wenn die WP sofort in die Störung geht, ist oft der Durchfluss das eigentliche Problem, nicht die Hysterese selbst.

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