Guten Tag zusammen. Ich betreibe seit dem letzten Winter eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in meinem Bestandsgebäude mit klassischen Heizkörpern. Während die Temperaturen nun wieder deutlich sinken, frage ich mich, wie ich die Heizkurve im Hinblick auf den Stromverbrauch der Wärmepumpe am effizientesten einstelle. Bisher fahre ich mit einer Steilheit von 1,2 und einer Parallelverschiebung von 2 Grad. Die Räume werden zwar warm, aber der Verdichter läuft gefühlt recht lange und häufig. Lohnt es sich hier, den hydraulischen Abgleich nochmals fein zu justieren, um die Vorlauftemperatur weiter zu senken, oder stoße ich bei normalen Typ-22-Heizkörpern physikalisch an Grenzen? Wie handhaben Sie die Balance zwischen thermischem Komfort und dem Erhalt einer akzeptablen Jahresarbeitszahl bei Heizkörpern? Über Ratschläge zur systematischen Absenkung der Heizkurve in der Übergangszeit wäre ich sehr dankbar.
Optimale Vorlauftemperatur bei Luft-Wasser-WP und Heizkörpern
Hallo Markus. Eine Steilheit von 1,2 ist für ein modernes Wärmepumpensystem bei Heizkörpern meist deutlich zu hoch angesetzt. Sie verschenken hier massiv Effizienz, da die Vorlauftemperatur unnötig weit nach oben gejagt wird. Als erfahrener SHK-Meister empfehle ich Ihnen dringend, den hydraulischen Abgleich nach dem Verfahren B gemäß VDI 4645 prüfen zu lassen. Wenn Sie die Heizkurve schrittweise senken, beobachten Sie die Raumtemperaturen über mehrere Tage bei stabilen Außentemperaturen. Ziel sollte es sein, die Kurve so flach wie möglich zu halten, ohne dass der thermische Komfort leidet. Bei Typ-22-Heizkörpern können Sie oft auf eine Steilheit von 0,6 bis 0,8 kommen, sofern die Heizflächen im Haus ausreichend dimensioniert sind. Probieren Sie das unbedingt aus, bevor Sie über teure Hardware-Investitionen nachdenken.
Moin Markus, ich stehe vor einem ähnlichen Projekt. Mein Ansatz war pragmatischer: Ich habe im letzten Winter alle Thermostatventile voll aufgedreht und dann systematisch die Heizkurve gesenkt. Sobald ein Raum zu kalt wurde, habe ich die entsprechende Heizfläche im hydraulischen Abgleich leicht nachjustiert. Das hat bei mir Wunder gewirkt. Die JAZ ist laut meinem Energiezähler spürbar gestiegen, da die Wärmepumpe nun mit viel niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeitet und nicht mehr so taktet. Haben Sie bei sich mal geprüft, ob Ihre Umwälzpumpe auf den richtigen Durchfluss eingestellt ist? Ohne genügend Volumenstrom nützt auch die beste Heizkurve nichts, da die Wärme nicht schnell genug von der WP in die Heizkörper transportiert wird.
Danke für die schnellen Tipps! Thomas, den hydraulischen Abgleich habe ich tatsächlich noch nicht offiziell nach Verfahren B durchführen lassen, das war bisher nur eine grobe Einstellung vom Vorbesitzer. Sarah, der Tipp mit den voll aufgedrehten Ventilen klingt sehr einleuchtend, das werde ich am Wochenende direkt umsetzen. Ich war bisher immer etwas vorsichtig, weil ich Angst hatte, dass die Hütte bei den ersten richtigen Minusgraden nicht mehr warm wird. Aber wenn die Vorlauftemperatur insgesamt niedriger ist, läuft die Pumpe vielleicht wirklich durchgängiger, statt ständig den Verdichter mit hoher Leistung anzusteuern. Ich werde berichten, wie sich die Senkung der Steilheit auf das Taktverhalten auswirkt.
Vorsicht beim massiven Senken der Heizkurve, Markus! Bedenken Sie das GEG und die Anforderungen an den Bestandsschutz. Wenn Sie die Vorlauftemperatur zu weit senken, riskieren Sie, dass die Wärmepumpe in den Bereich kommt, in dem sie die Zieltemperatur bei sehr kalten Tagen nicht mehr schafft. Das führt zu einer hohen Belastung für den Heizstab, was Ihren Stromverbrauch dann erst recht explodieren lässt. Sinnvoll ist es, die Heizlastberechnung Ihres Gebäudes einmal zur Hand zu nehmen. Falls keine vorliegt, lassen Sie das von einem Fachmann machen. Oft sind die Typ-22-Heizkörper bei hohen Systemtemperaturen zwar effizient genug, aber für eine echte Wärmepumpen-Optimierung stößt man hier physikalisch tatsächlich an Grenzen. Manchmal hilft es, einzelne kritische Heizkörper gegen Typ-33-Modelle zu tauschen, um die Oberfläche ohne hohen Umbauaufwand deutlich zu vergrößern.
Genau das ist der entscheidende Punkt, Jürgen. Ich habe bei meiner Altbausanierung letztes Jahr auch zwei Heizkörper im Wohnzimmer gegen größere Typ-33-Exemplare getauscht. Das war eine Investition, die sich durch die BEG-Förderung und den reduzierten Stromverbrauch der WP über die nächsten Jahre definitiv amortisiert. Markus, versuchen Sie erst einmal die Kurve zu flachen, wie die anderen vorgeschlagen haben. Wenn Sie dann bei 0 Grad Außentemperatur merken, dass der Wohnbereich die Wunschtemperatur nicht mehr hält, wissen Sie genau, wo Sie ansetzen müssen. Ein hydraulischer Abgleich ist ohnehin Pflicht, auch im Hinblick auf eventuelle Förderanträge für zukünftige Optimierungen. Arbeiten Sie sich langsam vor und dokumentieren Sie Ihre täglichen Stromverbräuche in einer kleinen Tabelle.
Das sind wirklich wertvolle Hinweise, danke an alle. Die Idee mit dem Typ-33-Tausch klingt nach einer soliden Lösung für die kritischen Räume. Ich werde jetzt erst einmal den Weg über die Heizkurve und den Abgleich gehen und dabei genau Buch über den Energieverbrauch führen. Es ist beruhigend zu hören, dass eine Steilheit von 1,2 tatsächlich eher in Richtung 'Heizkörper mit Ölheizung' geht und bei einer Wärmepumpe Raum nach unten ist. Ich werde die Steilheit morgen mal auf 0,9 reduzieren und schauen, wie sich das Gebäude über die nächsten 48 Stunden verhält. Sollte die Wärmeabgabe nicht mehr ausreichen, weiß ich ja jetzt, dass ich die Durchflussmengen oder die Heizkörperoberfläche prüfen muss. Vielen Dank für eure Unterstützung bei diesem Optimierungsprozess!
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