Moin in die Runde. Ich plane für den kommenden Sommer die Installation einer Multisplit-Anlage in meinem Büro. Wichtig ist mir der Hinweis zur ChemKlimaschutzV: Da ich keinen Kältemittelschein habe, werde ich keinesfalls das System öffnen. Ich kaufe explizit ein Modell mit vorbefüllten Leitungen und Schnellverschlüssen. Mich würde interessieren, wie ihr die Leitungen ästhetisch durch die Fassade geführt habt, ohne dass es nach Bastellösung aussieht. Nutzt ihr spezielle Mauerdurchführungshülsen oder habt ihr das mit Dichtmassen gelöst? Ich möchte vermeiden, dass mir im Winter durch die Wandöffnung Kältebrücken entstehen oder gar Feuchtigkeit in das Mauerwerk zieht. Außerdem stellt sich mir die Frage, ob die biegsamen Kupferleitungen bei der Montage leicht knicken. Gibt es hier Tipps für ein handliches Biegewerkzeug für den Hobby-Bereich? Ich bin technisch recht versiert, aber bei Kältetechnik will ich absolut kein Risiko eingehen, da eine undichte Stelle für mich als Laie das Ende der Anlage bedeuten würde.
Erfahrungen mit Kältemittelleitungen bei Multisplit-DIY
Hallo Jens, erst einmal vorab: Sehr lobenswert, dass Sie die ChemKlimaschutzV respektieren und bei den Schnellverschlüssen bleiben. Als SHK-Meister sehe ich leider viel zu oft Pfusch, der nach zwei Jahren zu Undichtigkeiten führt. Für die Mauerdurchführung empfehle ich Ihnen dringend ein Kernbohrrohr mit einer leichten Neigung nach außen, damit eventuelles Kondensat nicht in das Mauerwerk läuft. Verwenden Sie für die Abdichtung im Bereich des GEG unbedingt einen passenden Mauer-Dichtstopfen oder Quellband, anstatt nur Silikon hineinzuschmieren. Das ist auf Dauer einfach nicht luftdicht genug. Bezüglich der Leitungen: Die biegsamen Kupferrohre knicken extrem schnell, wenn man den Biegeradius unterschätzt. Ein einfaches Biegegerät für weiche Kupferrohre aus dem Baumarkt ist okay, aber besser ist eine Innenbiegefeder. Achten Sie darauf, die Isolierung beim Biegen nicht zu beschädigen, sonst droht Ihnen im Winter Tauwasserbildung direkt in der Wand. Viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben.
Servus Jens, coole Sache mit dem DIY-Projekt! Ich hab das bei meiner Multisplit auch so gelöst. Mit dem Knicken hatte ich am Anfang echt Probleme, weil ich das unterschätzt habe. Mein Tipp: Kauf dir eine ordentliche Rohrbiegezange. Mit der Feder kommst du bei den vorisolierten Leitungen oft nicht gut klar, weil die Isolierung den Biegeradius blockiert. Die Zange kostet zwar ein paar Euro mehr, aber das ist es wert, damit die Leitung nicht kollabiert. Zur Abdichtung: Ich hab das mit einem speziellen Montageschaum gemacht, der ausdrücklich für Fassaden-Durchbrüche geeignet ist, um Wärmebrücken zu vermeiden. Achte beim Verlegen echt penibel darauf, dass du die Schnellkupplungen nicht verkantest, wenn du sie anziehst. Wenn da Schmutz reinkommt oder die Dichtung schief sitzt, hast du den Ärger. Hab mir damals eine zweite Person als Helfer dazu geholt, das erleichtert das Handling der langen Leitungen enorm.
Vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen, Markus und Stefan! Das hilft mir bei der Planung enorm weiter. Den Tipp mit der Biegezange statt der Biegefeder werde ich beherzigen, das leuchtet ein, besonders wegen der Isolierung. Markus, danke auch für den Hinweis mit dem Gefälle und dem Quellband; das mit der Luftdichtheit laut GEG hatte ich so gar nicht auf dem Schirm, aber das ergibt natürlich Sinn, um Zugluft und Feuchtigkeitsschäden im Kern zu vermeiden. Ich werde wohl zwei Kernbohrungen machen, damit ich die Leitungen nicht zu eng verlegen muss. Eine zweite Person für die Montage einzuspannen, ist auch ein guter Plan, vor allem um die schweren Außeneinheiten sicher an die Konsole zu bringen. Gibt es eigentlich noch etwas bei der elektrischen Absicherung zu beachten? Ich dachte an eine separate Absicherung im Zählerschrank, auch wenn es nur ein Büro ist. Muss das eine Elektrofachkraft abnehmen?
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