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Durchflussoptimierung bei altem Einrohrsystem mit neuer Monoblock

von Markus B. · 13.10.2026, 05:01 · 22 Aufrufe · 5 Antworten

Markus B. · 13.10.2026, 05:01

Hallo zusammen, ich habe bei meinem 80er-Jahre-Bestandsbau nun endlich die neue Monoblock-Wärmepumpe hydraulisch angebunden. Da das Haus ein klassisches Einrohrsystem besitzt, mache ich mir nun Gedanken über den Volumenstrom. Die Pumpe meckert bei zu geringer Spreizung, sobald ich mehr als drei Heizkörper voll aufdrehe. Ich überlege nun, ob ich einen Überströmventil-Bypass einbauen soll oder ob der hydraulische Abgleich hier eher über eine drehzahlgeregelte Pumpe in der Therme gelöst werden muss. Hat jemand von euch schon mal ein Einrohrsystem erfolgreich auf eine Monoblock-WP umgestellt, ohne das komplette Rohrnetz zu erneuern? Ich bin für jeden praktischen Hinweis dankbar. Die Einbindung des Schlammabscheiders hat glücklicherweise problemlos funktioniert. Die Anlage läuft seit zwei Tagen, aber die Taktrate ist bei aktuellen 12 Grad Außentemperatur noch etwas unruhig. Über Tipps zur Anpassung der Pumpenkennlinie im Einrohr-Kontext würde ich mich freuen.

Andreas K. · 13.10.2026, 05:01

Hallo Markus, ich bin selbst SHK-Meister und muss dir hier leider den Wind aus den Segeln nehmen. Einrohrsysteme und moderne Monoblock-Wärmepumpen sind hydraulisch oft wie Feuer und Wasser. Dein Problem mit der Spreizung ist physikalisch bedingt, da der Volumenstrom bei Einrohrschleifen durch die festen Drosselungen in den Anschlusseinheiten vorgegeben ist. Ein Überströmventil ist hier eher kontraproduktiv, da du dir damit nur den warmen Vorlauf direkt in den Rücklauf jagst und die WP in die Taktung treibst. Du solltest dich eher mit der VDI 4645 beschäftigen. Ohne einen sauberen hydraulischen Abgleich, bei dem die Durchflussmengen pro Heizkörper exakt berechnet werden, wirst du die Anlage nicht effizient betreiben können. Hast du schon mal über den Einsatz von speziellen Ventiladaptern nachgedacht, die den Volumenstrom am Heizkörper präziser steuern können?

Markus B. · 13.10.2026, 05:01

Danke für die direkte Rückmeldung, Andreas. Die Problematik der Einrohrschleifen habe ich befürchtet. Das mit dem Überströmventil leuchtet ein, das wäre dann wohl nur eine Verschlimmbesserung. Ich habe bereits versucht, die Pumpenkennlinie in der Monoblock-Steuerung anzupassen, aber bei konstanter Drehzahl schießt mir der Druck in den Einrohr-Ventilblöcken zu stark nach oben, sobald ich mehr Heizkörper öffne. Ich versuche gerade, die Heizkurve massiv abzusenken, um die Spreizung bei der hohen Laufzeit in den Griff zu bekommen. Meinst du, dass eine drehzahlgeregelte Pumpe in Kombination mit einer exakten Heizkurveneinstellung das Taktverhalten beruhigen kann, oder ist der hydraulische Abgleich bei diesem Rohrsystem faktisch zum Scheitern verurteilt ohne einen Umbau auf Zweirohr?

Susanne M. · 13.10.2026, 05:01

Servus Markus, ich habe das bei meinem Haus aus 84 ähnlich erlebt und konnte es tatsächlich ohne Kernsanierung lösen. Ich habe bei allen Einrohr-Ventilblöcken die Einsätze gegen solche mit voreinstellbaren Ventilen getauscht. Das war zwar eine elendige Fummelei, aber es hat den hydraulischen Abgleich erst möglich gemacht. Zusätzlich habe ich eine Pufferspeicher-Lösung im Rücklauf installiert, die mir die nötige thermische Trägheit verschafft, um das Takten bei den aktuellen Temperaturen zu minimieren. Achte unbedingt darauf, dass der Schlammabscheider sauber bleibt, da sich in alten Systemen trotz Spülung oft noch loser Rost löst. Mit der VDI 4645 im Hinterkopf solltest du dich nicht stressen lassen, aber erwarte keine Wunder bei der Effizienz wie in einem Neubau.

Thomas W. · 13.10.2026, 05:01

Ich sehe das wie Susanne, man kann viel über die hydraulische Einbindung steuern. Wichtig ist jedoch, dass du bei deiner Anlage nach der BAFA-Richtlinie bzw. den Anforderungen der BEG-Förderung darauf achtest, dass der hydraulische Abgleich nach Verfahren B dokumentiert wird. Das ist nicht nur für die Förderung wichtig, sondern auch dein Nachweis für eine fachgerechte Einstellung. Prüfe auch, ob deine WP die Mindestumlaufwassermenge überhaupt erreicht. Wenn die Pumpe meckert, fehlen oft schlichtweg Liter pro Minute im Kreislauf. Hast du mal versucht, die Ventilvoreinstellungen so zu wählen, dass der gesamte Volumenstrom im Haus bei voll geöffneten Thermostaten genau den Vorgaben des Herstellers entspricht? Manchmal ist weniger Einstellung mehr, wenn man den Gesamtwiderstand des Systems betrachtet.

Markus B. · 13.10.2026, 05:01

Vielen Dank für die Tipps, Susanne und Thomas! Das mit den voreinstellbaren Ventileinsätzen klingt nach einer machbaren Herausforderung für das nächste Wochenende. Ich werde mich mal auf die Suche nach passenden Einsätzen für meine alten Ventilblöcke machen. Das Thema mit dem Verfahren B ist ein guter Hinweis, das werde ich für die Unterlagen auf jeden Fall sauber dokumentieren. Die Mindestumlaufwassermenge scheint bei mir tatsächlich der Knackpunkt zu sein, da das System bei den alten Rohrdurchmessern enorme Widerstände bietet. Ich werde versuchen, die Pumpe auf eine leistungsproportionale Kennlinie umzustellen, statt nur auf konstanten Druck zu fahren. Mal sehen, ob sich das Taktverhalten morgen bei den kühleren Temperaturen stabilisiert. Danke für die Unterstützung hier im Forum!

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