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KlimaCorner

Kühlstellenregler: Hysterese-Einstellungen bei Herbstwetter

von Thomas R. · 13.10.2026, 05:01 · 39 Aufrufe · 5 Antworten

Thomas R. · 13.10.2026, 05:01

Moin Leute, ich habe mal ne Frage zur Regelung meiner Kühlzelle für Gastronomiebedarf. Seit es nachts draußen kühler wird, habe ich das Gefühl, dass der Kühlstellenregler irgendwie völlig überdreht. Das Teil taktet in den kühlen Morgenstunden ständig hin und her, obwohl die Ware im Lager eigentlich stabil bei 4 Grad bleiben soll. Ich habe die Hysterese schon leicht angepasst, aber das Ergebnis ist noch nicht zufriedenstellend. Die Anlage läuft mit einer Verflüssigungsdruckregelung, aber irgendwie spielt die Kombination aus sinkenden Außentemperaturen und der Trägheit der gelagerten Waren momentan verrückt. Habt ihr da einen Tipp, wie ich die Regelparameter im Herbst feiner justieren kann, ohne dass mir die Bude einfriert oder der Verdichter durch das ständige Start-Stopp-Spiel den Geist aufgibt? Es nervt echt, wenn man morgens reinkommt und die Anlage im Dauertaktmodus ist. Freue mich über jeden praktischen Hinweis, wie ihr das bei euren Kunden löst.

Markus K. · 13.10.2026, 05:01

Hallo Thomas, das von dir beschriebene Problem mit dem Takten bei niedrigen Außentemperaturen kennen wir aus der Kältetechnik zur Genüge. Wenn die Außentemperatur sinkt, verringert sich die Druckdifferenz am Expansionsventil drastisch, sofern deine Verflüssigungsdruckregelung nicht sauber mitzieht. Prüfe bitte einmal, ob deine Regelung bei der kühlen Witterung den Verflüssigungsdruck eventuell zu stark absinken lässt. Das führt oft dazu, dass der Kältekreis instabil läuft und der Regler unruhig reagiert. Ich würde dir empfehlen, den Verflüssigungsdruck leicht anzuheben, damit das Expansionsventil wieder ein stabiles Druckgefälle vorfindet. Zudem solltest du die Schalthysterese nicht zu eng wählen, da dies bei den aktuellen Schwankungen direkt ins Takten führt. Ein Wert von 2,0 bis 2,5 Kelvin ist hier meist deutlich praxisgerechter als zu kleine Schritte.

Thomas R. · 13.10.2026, 05:01

Danke Markus, das klingt plausibel. Ich hatte den Verflüssigungsdruck bisher eher niedrig gehalten, um den Stromverbrauch in den warmen Monaten zu optimieren. Dass das im Herbst jetzt nach hinten losgeht, ergibt Sinn. Ich werde den Drucksollwert morgen früh mal testweise anheben und schauen, wie sich das Taktverhalten verändert. Meinst du, ich sollte die Hysterese dann direkt mit auf die von dir genannten 2,5 Kelvin anheben? Ich hatte sie testweise mal auf 1,5 Kelvin gestellt, aber da ging das Spiel erst richtig los. Bin gespannt, ob die Anlage dann ruhiger läuft.

Sabine L. · 13.10.2026, 05:01

Guten Tag zusammen. Ergänzend zu Markus Hinweis möchte ich noch einen wichtigen Punkt in den Raum stellen: Die Anordnung des Fühlers. Wir hatten bei einem Gastronomiekunden genau das gleiche Phänomen, weil der Temperaturfühler ungünstig direkt im Luftstrom des Verdampfers saß. Gerade wenn die Außentemperatur fällt, kühlt der Raum anders aus. Prüfe unbedingt, ob der Fühler thermisch entkoppelt ist und nicht durch Zugluft beeinflusst wird. Gemäß VDI-Richtlinien zur Temperaturüberwachung ist eine repräsentative Messung essenziell. Wenn der Fühler zu schnell reagiert, wird die Hysterese zur Nebensache, weil der Regler schlichtweg falsche Informationen erhält. Manchmal hilft es schon, den Fühler leicht zu versetzen oder mit einer Hülse etwas zu dämpfen, um die Trägheit des Warenbestandes besser abzubilden.

Dirk S. · 13.10.2026, 05:01

Moin Thomas, ich schließe mich den Vorrednern an. Was aber oft vergessen wird: Die ChemKlimaschutzV verlangt eine regelmäßige Wartung der Anlage. Bei solch einem Taktverhalten leidet besonders der Verdichtermotor unter den hohen Anlaufströmen, was auf Dauer zum vorzeitigen Ausfall führt. Hast du mal den Stromverbrauch während der Startphase gemessen? Wenn die Anlage durchgehend taktet, steigt die thermische Belastung der Wicklungen massiv an. Bevor du an der Elektronik schraubst, kontrolliere bitte auch, ob die Kältemittelfüllung stimmt. Wenn die Anlage leicht unterfüllt ist, führt das bei niedrigen Außentemperaturen oft zu genau diesem instabilen Verhalten, weil der Verflüssiger zu effizient arbeitet und das Kältemittel im System schlichtweg fehlt, um den Druck stabil zu halten.

Thomas R. · 13.10.2026, 05:01

Danke Dirk für den Hinweis zur ChemKlimaschutzV, das werde ich beim nächsten Serviceintervall auf jeden Fall mit dem Techniker besprechen. Ich habe heute Morgen den Drucksollwert leicht angehoben und den Fühler wie von Sabine empfohlen ein wenig isoliert, damit er nicht so extrem auf den kurzen Kaltluftschwall reagiert. Bisher sieht es deutlich besser aus. Die Anzahl der Schaltvorgänge ist schon um gefühlt 40 Prozent gesunken und die Temperatur im Lager bleibt absolut konstant bei 4,2 Grad. Das war ein wertvoller Tipp von euch beiden. Ich werde die Anlage die nächsten Tage noch beobachten, aber ich glaube, ich habe das Problem jetzt im Griff. Danke für die schnelle Hilfe hier im Forum!

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