Hallo zusammen, meine Monoblock-Wärmepumpe läuft seit dem Sommer einwandfrei. Da der erste Winter vor der Tür steht, mache ich mir Gedanken über einen möglichen Stromausfall bei starkem Frost. Wenn die Pumpe mangels Strom ausfällt, gefriert mir bei -10 Grad im schlimmsten Fall der Wärmetauscher im Außengerät. Ich bin jetzt am Überlegen, ob ich die Anlage mit einem Frostschutzgemisch nachrüste, um auf der sicheren Seite zu sein. Ein Bekannter meinte allerdings, das würde den Wirkungsgrad verschlechtern und wäre bei einer hocheffizienten Anlage eher kontraproduktiv. Alternativ habe ich an eine kleine USV gedacht, die im Ernstfall nur die Umwälzpumpe am Laufen hält. Hat jemand von euch Erfahrung mit Glykol in einem ansonsten geschlossenen Heizkreis? Wie sehr sinkt da der COP-Wert in der Praxis? Oder gibt es technisch elegantere Lösungen, um das Einfrieren ohne chemische Zusätze zuverlässig zu verhindern? Freue mich über eure fachlichen Einschätzungen dazu.
Frostschutz bei Monoblock: Glykol oder besser eine USV-Notstromlösung?
Hallo Markus, als SHK-Meister sehe ich das Thema Glykol kritisch. Zwar bietet ein Wasser-Glykol-Gemisch Sicherheit, aber der Viskositätsanstieg verschlechtert tatsächlich das Strömungsverhalten und damit den Wärmeübergang im Plattenwärmetauscher messbar. Zudem ist eine Anlage mit Frostschutzmittel bei einer eventuellen BEG-Förderung oder im Rahmen der VDI 2035 oft problematisch, da die Inhibitoren regelmäßig geprüft werden müssen. Eine USV-Lösung für nur die Umwälzpumpe ist zwar technisch reizvoll, aber bei einem Monoblock müssen Sie bedenken, dass bei extremen Minusgraden auch die Steuerung und die Enteisungsfunktion Strom benötigen. Wenn nur die Pumpe läuft, das Außengerät aber ohne Strom bleibt, droht dennoch Vereisung. Ich empfehle Ihnen eher ein mechanisches Frostschutzventil, das den Kreislauf bei einer Wassertemperatur nahe dem Gefrierpunkt kontrolliert entleert. Das ist in der Fachwelt die bewährte Methode, um ohne Chemie und komplexe Elektronik auf der sicheren Seite zu bleiben.
Servus Markus, ich stand bei meinem Umbau vor genau der gleichen Frage. Ich habe mich gegen das Glykol entschieden, weil ich mir die Effizienz meiner WP nicht durch die zähere Flüssigkeit versauen wollte. Ich habe stattdessen auf die mechanischen Frostschutzventile gesetzt, von denen Andreas sprach. Die Dinger kosten nicht die Welt und arbeiten rein physikalisch ohne jeden Stromanschluss. Wenn die Wassertemperatur im Gerät auf etwa 3 Grad fällt, öffnen sie und lassen den Kreislauf leerlaufen. Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Sorgen Sie unbedingt für eine vernünftige Anbindung an einen Abfluss oder ein Kiesbett unter dem Gerät, sonst haben Sie bei einer Auslösung einen kleinen See auf der Terrasse. Wenn Sie es doch mit einer USV versuchen wollen, brauchen Sie eine deutlich größere Anlage, um auch die interne Regelung sicher zu versorgen, was den Aufwand und die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen lässt.
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