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Vereisung am Verflüssiger-Lamellenpaket: Erfahrungen mit PID-Regelung bei hoher Luftfeuchte

von Jens B. · 12.10.2026, 05:02 · 3 Aufrufe · 3 Antworten

Jens B. · 12.10.2026, 05:02

Hey Leute, brauche mal kurz euren Rat. Habe aktuell bei einem kleinen Kühlhaus für Frischware bei der herbstlichen Nebellage ständig das Problem, dass der Verflüssiger draußen massiv ansetzt, obwohl die Last eigentlich moderat ist. Die Anlage schaltet zwar ab, aber die Abtauintervalle bei den aktuellen Bedingungen sind echt nervig. Ich überlege, die PID-Regelung der Lüfterdrehzahl am Verflüssiger etwas aggressiver einzustellen, damit der Druck nicht so stark absackt, wenn es nachts feucht und kalt wird. Bisher fahre ich da eher konservativ mit einem festen Offset, aber das scheint mir bei der hohen Luftfeuchte momentan nicht mehr zu reichen, da die Lamellen einfach zu schnell dicht machen. Hat jemand von euch schon mal mit einer gleitenden Kondensationstemperatur in Abhängigkeit vom Taupunkt experimentiert? Oder meint ihr, dass ich mir da durch den Druckabfall bei niedrigen Drehzahlen eher Probleme mit der Einspritzung am Expansionsventil einhandle? Bin für jeden Tipp dankbar, bevor ich da am Wochenende wieder alles manuell nachregeln muss.

Markus K. · 12.10.2026, 05:03

Hallo Jens, das Problem kenne ich aus der Praxis nur zu gut. Wenn Sie die Lüfterdrehzahl aggressiver regeln, riskieren Sie bei fallenden Außentemperaturen tatsächlich einen zu starken Abfall des Verflüssigungsdrucks. Das Expansionsventil kann dann nicht mehr sauber regeln, da die Druckdifferenz über dem Ventil für eine stabile Einspritzung fehlt. Das führt dann schnell zu Störungen durch Überhitzungsfehler am Verdampfer. Ich würde Ihnen raten, die gleitende Kondensationstemperatur erst einmal über eine feste Mindestdruckhaltung abzusichern. Nutzen Sie zur Steuerung lieber einen Drucktransmitter, der die Lüfter drehzahlgeregelt so hält, dass ein stabiler Mindestdruck nicht unterschritten wird. Experimente mit der Taupunktregelung sind theoretisch spannend, verkomplizieren aber bei den aktuellen Witterungsbedingungen die Anlage ohne die entsprechende Sensorik nur unnötig.

Jens B. · 12.10.2026, 05:03

Danke für die schnelle Einschätzung, Markus. Die Sorge mit der Druckdifferenz am Expansionsventil treibt mich auch um, daher wollte ich vorab mal in die Runde fragen. Das mit der Mindestdruckhaltung ist ein wichtiger Punkt, da habe ich bisher in der Tat zu sehr auf den Stromverbrauch der Lüfter geschielt und den stabilen Betrieb vernachlässigt. Wenn ich den Druck jetzt über einen Transmitter strammer halte, meinst du, die Vereisung lässt sich dadurch physikalisch wirklich nennenswert reduzieren? Der Effekt durch die höhere Lamellentemperatur ist ja eher gering, aber vielleicht reicht es schon, um das kritische Fenster bei Nebel zu überbrücken. Ich werde das am Wochenende mal prüfen und den Drucksollwert leicht anheben.

Sven H. · 12.10.2026, 05:03

Servus Jens, lass die Finger von zu komplexen PID-Spielereien, wenn du bei Nebel draußen das Eis kleben hast. Das Hauptproblem ist meist nicht die Lüfterdrehzahl allein, sondern die ungünstige Luftführung bei hoher Feuchte. Wenn die warme Abluft direkt wieder angesaugt wird oder der Luftstrom bei reduzierter Drehzahl zu lahm ist, gefriert der Nebel sofort am kalten Aluminium. Ich habe bei ähnlichen Anlagen in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit einer zyklischen Ansteuerung der Lüfter gemacht, die das Paket kurzzeitig freibläst. Du solltest zudem sicherstellen, dass gemäß ChemKlimaschutzV und den Vorgaben zur Wartung die Lamellen absolut sauber sind. Staubablagerungen wirken wie Kristallisationskeime für das Eis. Ein hydraulischer Abgleich der Luftströme wirkt manchmal Wunder, bevor man an der Regelung verzweifelt.

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