Guten Tag verehrte Fachkollegen, ich analysiere aktuell das Regelverhalten meiner Inverter-Split-Klimaanlage im reinen Heizbetrieb während der aktuellen Übergangsphase. Mir fällt auf, dass das Gerät bei einer Außentemperatur von circa 12 Grad und moderatem Heizbedarf zu einem diskontinuierlichen Betrieb neigt, anstatt den Inverter in den tiefsten Teillastbereich von unter 300 Watt Leistungsaufnahme zu modulieren. Die Sollwertvorgabe der Fernbedienung ist stabil, dennoch beobachte ich eine zyklische Anpassung der Ventilatorgeschwindigkeit, die mit einem unangenehmen Strömungsgeräusch am Innengerät einhergeht. Liegt hier unter Umständen ein Parameterfehler in der werksseitigen Kennlinie vor, oder ist das bei diesem Modelltyp eine notwendige Maßnahme zur Aufrechterhaltung des Rücklaufstroms am Wärmetauscher? Mich würde interessieren, ob Sie bei ähnlichen Installationen vergleichbare Beobachtungen gemacht haben und ob eine manuelle Anpassung des Ventilator-Offsets via Service-Menü hier Abhilfe schaffen könnte. Ich bin an einer technisch fundierten Diskussion interessiert, da ich das Takten des Kompressors zur Schonung der Mechanik unbedingt minimieren möchte.
Inverter-Modulation bei niedriger Last in der Übergangszeit
Guten Tag Dr. Hubert V., das beschriebene Phänomen ist bei hochwertigen Invertergeräten tatsächlich ein bekanntes Thema. Oftmals zwingt die interne Software des Geräts den Ventilator in eine höhere Drehzahl, um die Mindestüberhitzung am Verdampfer sicherzustellen. Sinkt die Heizlast in der Übergangszeit unter die physikalische Untergrenze des Kompressors, greifen Schutzalgorithmen, die das Takten provozieren. Ich würde Ihnen raten, zunächst nicht am Ventilator-Offset zu manipulieren, da dies die Betriebssicherheit gemäß Herstellervorgaben gefährden könnte. Haben Sie bereits die interne Temperaturspreizung über einen externen Logger geprüft? Manchmal liegt das Problem schlicht an einer zu nah am Gerät sitzenden Messwerterfassung, die durch den warmen Luftstrom das Thermostat austrickst.
Hallo Hubert, ich kenne das Problem von meiner Anlage im Altbau. Ich habe das über einen zusätzlichen Fühler gelöst, der nun weiter weg vom Innengerät misst. Seitdem moduliert der Inverter bei 12 Grad Außentemperatur deutlich tiefer und hält die Temperatur konstant, ohne dieses nervige An-Aus. Die werksseitigen Kennlinien sind leider oft sehr konservativ programmiert, vermutlich um Kondensatbildung oder Vereisung bei Extremwerten sicher zu vermeiden. Wenn du dich traust, an die Service-Parameter zu gehen, sei vorsichtig. Ich habe bei mir nur den Offset für die Lüfterdrehzahl leicht nach unten korrigiert und das Strömungsgeräusch ist jetzt fast unhörbar. Aber pass auf, dass du dir nicht die Garantiebedingungen verdirbst.
Als SHK-Meister muss ich hier kurz einhaken. Bitte bedenken Sie bei solchen Eingriffen die Zertifizierung nach ChemKlimaschutzV und die geltenden VDI-Richtlinien zur Betriebssicherheit. Wenn Sie die Lüfterdrehzahl manipulieren, verändern Sie den Volumenstrom über den Wärmetauscher. Das kann bei ungünstiger Konstellation zu Vereisungen im Innenbereich führen, auch wenn es aktuell nur um Heizbetrieb geht. Es ist technisch korrekt, dass der Kompressor bei niedriger Last an seine hydraulische oder thermische Untergrenze stößt. Ein takten bei extrem niedriger Teillast ist bei vielen Luft-Luft-Systemen leider konstruktiv bedingt, da die Elektronik zur Ölrückführung im Kompressor eine gewisse Mindestdrehzahl erzwingen muss. Ein zu tiefer Betrieb könnte langfristig den Kompressor schädigen.
Danke für die schnellen und fachkundigen Rückmeldungen. Der Hinweis von Herrn R. bezüglich der Ölrückführung ist in der Tat ein kritischer Punkt, den ich so noch nicht ausreichend gewichtet habe. Die thermische Trägheit ist bei meiner aktuellen Regelung ohnehin schon grenzwertig. Wenn ich die Lüfterdrehzahl reduziere, sinkt zwar das Geräusch, aber wie von Ihnen erwähnt, steigt die Gefahr einer zu geringen Wärmeabfuhr. Vielleicht ist der Weg über eine präzisere externe Sollwertvorgabe, wie von Sabine L. vorgeschlagen, die elegantere Lösung, um das Takten durch eine sanftere Ausregelung zu umgehen. Ich werde die Temperaturen einmal über den gesamten Tag aufzeichnen und schauen, ob eine flachere Kennlinie das Gesamtsystem stabilisiert.
Moin zusammen, ich bin zwar kein Ingenieur, aber bei mir im Neubau habe ich das gleiche Verhalten. Die Anlage taktet bei 12 Grad ständig. Ich habe mir einfach angewöhnt, das Gerät in der Übergangszeit manuell auf eine feste, sehr niedrige Lüfterstufe zu stellen, statt auf Automatik. Seit ich das mache, hört man zwar ein leichtes Säuseln, aber der Kompressor läuft durch, anstatt ständig zu starten und zu stoppen. Ich habe auch den Eindruck, dass das deutlich weniger Strom frisst, als wenn das Gerät ständig wieder hochfahren muss. Für mich ist das ein guter Kompromiss, um die Mechanik zu schonen, ohne gleich in die Tiefen des Service-Menüs einsteigen zu müssen. Vielleicht hilft dir das bei deinem Projekt ja auch weiter.
Interessante Diskussion. Bei den aktuellen Anforderungen an die Effizienz im Rahmen des GEG müssen wir bei Split-Klimageräten tatsächlich genauer hinschauen. Die Inverter-Modulation ist oft der Flaschenhals bei der JAZ-Optimierung. Wenn die Anlage zu oft taktet, verschlechtert sich das Gesamtergebnis massiv. Ich stimme Herrn R. zu, dass man bei Software-Anpassungen vorsichtig sein muss. Dennoch ist eine manuelle Offset-Anpassung bei vielen Modellen offiziell im Handbuch für Fachpartner vorgesehen. Wenn Sie Zugriff auf die entsprechenden Service-Level haben, schauen Sie mal in die Einstellwerte für den unteren Modulations-Punkt. Oft lässt sich dort ein kleiner Spielraum nutzen, um den Stillstand des Kompressors um einige Minuten zu verzögern. Das entlastet den Anlaufkondensator und verlängert die Lebensdauer erheblich.
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