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Eisbildung an Kältemittelleitungen nach erstem Heizbetrieb

von Markus S. · 12.10.2026, 05:02 · 35 Aufrufe · 4 Antworten

Markus S. · 12.10.2026, 05:02

Hallo zusammen, meine vor zwei Wochen installierte Multisplit-Anlage zeigt nun beim Umschalten in den Heizmodus ein seltsames Verhalten. Sobald die Außentemperaturen unter 10 Grad fallen, bildet sich am Übergang von der Isolierung zum Außengerät ein leichter Frostansatz direkt an der dickeren Kältemittelleitung. Ich habe die Isolierung gemäß Montageanleitung mit UV-beständigem Klebeband nachgebessert, aber der Effekt bleibt bestehen. Handelt es sich hierbei um eine normale Kondensatbildung bei hoher Luftfeuchtigkeit im Oktober oder deutet das auf ein Problem mit der Kältemittelmenge hin? Die Anlage läuft ansonsten in allen drei Zimmern tadellos und erreicht schnell die gewünschten Zieltemperaturen. Die Rohrleitungen sind etwa sechs Meter lang und wurden fachgerecht evakuiert. Ich mache mir Sorgen, dass hier langfristig Feuchtigkeit in die Wanddämmung eindringen könnte. Ist ein zusätzlicher Schutzanstrich oder eine dickere Dämmhülse an dieser Stelle ratsam? Über eine kurze Einschätzung von einem Experten oder Leuten mit ähnlicher Erfahrung wäre ich sehr dankbar.

Thomas B. · 12.10.2026, 05:03

Guten Tag Markus, als SHK-Meister sehe ich dieses Phänomen in der Übergangszeit häufig. Da Ihre Anlage im Heizbetrieb die dicke Leitung als Saugleitung nutzt, liegt der Verdampfungsdruck bei niedrigen Außentemperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Wenn an der Stelle, wo die Isolierung endet, ein kleiner Spalt bleibt, kondensiert und gefriert die Luftfeuchtigkeit dort unmittelbar. Das ist physikalisch bedingt und meist kein Indiz für einen Kältemittelmangel. Prüfen Sie bitte kritisch, ob die Dämmung wirklich lückenlos bis in das Gehäuse des Außengeräts geführt wurde. Nach der ChemKlimaschutzV darf zwar nur zertifiziertes Personal an den Kältemittelkreislauf, aber das Abdichten der Dämmung ist Sache der handwerklichen Sorgfalt. Wenn die Leistung stimmt und die Anlage keine Fehlermeldung auswirft, ist der Kältemittelhaushalt höchstwahrscheinlich im grünen Bereich. Eine dickere, diffusionsdichte Dämmhülse aus EPDM-Material kann hier Abhilfe schaffen.

Sabine K. · 12.10.2026, 05:03

Hallo Markus, das kenne ich nur zu gut von unserer Multisplit-Anlage! Bei uns war es im letzten November ganz genauso. Ich hatte anfangs auch Panik, dass unsere neue Fassadendämmung ruiniert wird. Wir haben dann einfach eine zusätzliche Schicht Armaflex-Schlauch über die betroffene Stelle gezogen und mit speziellem Kautschukkleber komplett versiegelt, damit absolut keine Luft mehr an das Rohr kommt. Seitdem ist das Eis weg, obwohl die Anlage bei Frost richtig ackern muss. Solange deine Temperaturen in den Zimmern stabil bleiben und die Wärmepumpe nicht ständig in die Abtauung geht, würde ich mir keine großen Sorgen machen. Ein Anstrich bringt da meist wenig, das Problem ist wirklich die kühle Stelle am Übergang, wo die warme Außenluft auf das kalte Kupferrohr trifft. Viel Erfolg beim Nachbessern!

Markus S. · 12.10.2026, 05:03

Vielen Dank für die schnellen Antworten! Das beruhigt mich sehr. Ich habe heute Morgen nochmal genau geschaut: Die Isolierung saß tatsächlich nicht zu 100 Prozent stramm am Gehäusedurchbruch. Da war ein minimaler Spalt von vielleicht zwei Millimetern. Ich werde mir jetzt wie von Sabine empfohlen ein hochwertiges EPDM-Dämmmaterial besorgen und den Anschlussbereich damit sauber einkleiden. Schön zu hören, dass dies kein systemisches Problem mit dem Kältemittel zu sein scheint. Die VDI 4645 hatte ich bei der Planung im Hinterkopf, aber an diesen kleinen Details der physikalischen Kondensation lernt man als Bauherr dann doch am meisten. Ich werde das Ganze mal beobachten und schauen, ob der Frostansatz nach der Abdichtung verschwindet.

Dr. Ing. Weber · 12.10.2026, 05:03

Kurze Ergänzung aus planerischer Sicht: Achten Sie bei der Nachdämmung darauf, dass diese UV-beständig und vor allem diffusionsdicht ist. Handelsübliche Dämmstoffe aus dem Baumarkt sind oft nicht für den dauerhaften Außeneinsatz geeignet und verspröden unter Sonneneinstrahlung sehr schnell. Wenn Sie hier Pfusch betreiben, zieht sich über die Zeit Feuchtigkeit in die Dämmung, was die Isolierwirkung komplett aufhebt. Sollte nach der Optimierung der Dämmung dennoch eine massive Eisbildung auftreten, die weit über das Rohrstück hinausgeht, müssten Sie den Betriebsdruck der Anlage durch einen Fachbetrieb prüfen lassen. Ein Unterdruck im Verdampfer könnte dann doch auf einen Kältemittelmangel hindeuten, der die Effizienz senkt und die Lebensdauer des Kompressors beeinträchtigt. Aber erst einmal: Erst die physikalische Schwachstelle an der Isolierung beheben, dann die Messwerte prüfen.

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