Moin, meine Wärmepumpe steht platzbedingt in einer Nische, die baulich einem tiefen Lichtschacht ähnelt. Bisher läuft alles wunderbar, aber ich mache mir Sorgen um den kommenden Winter. Wenn das Gerät aufgrund der engen Umgebung bei hoher Luftfeuchtigkeit vereist, komme ich von der Seite kaum an den Verdampfer heran, um bei Bedarf manuell einzugreifen oder Schmutz zu entfernen. Sollte ich das Gehäuse bei dieser speziellen Aufstellung irgendwie zusätzlich dämmen, um die Vereisungsneigung durch die kühle Schachtluft zu verringern, oder ist das kontraproduktiv für die Ansaugung? Ich möchte auch sicherstellen, dass die Luftzirkulation nicht leidet, da der Schacht den Luftstrom ja doch etwas stauen könnte. Wie handhabt ihr das bei eingeschränkten Platzverhältnissen? Gibt es spezielle Wartungsklappen, die man nachrüsten kann, oder ist bei der Montage in einer Nische generell ein größerer Abstand zum Mauerwerk einzuplanen, den ich vielleicht unterschätzt habe? Danke für eure praktischen Hinweise aus dem Alltag.
Wartungszugang bei Monoblock im Lichtschacht
Guten Tag Jürgen. Als SHK-Meister rate ich Ihnen dringend davon ab, das Gehäuse nachträglich zu dämmen. Eine Monoblock-Wärmepumpe ist ab Werk thermisch optimiert. Wenn Sie die Außenhülle dämmen, verfälschen Sie nicht nur die sensorischen Werte der Steuerung, sondern riskieren bei fehlender Hinterlüftung sogar Korrosion durch Kondensatbildung am Gehäuseblech. Das eigentliche Problem bei Lichtschacht-Aufstellungen ist der Luftkurzschluss. Gemäß VDI 4645 müssen Sie zwingend darauf achten, dass die ausgeblasene Kaltluft nicht sofort wieder angesaugt wird. Wenn der Schacht zu eng ist, sinkt der Wirkungsgrad massiv ab, was bei einer geförderten Anlage laut BEG-Richtlinien langfristig zu Problemen beim Nachweis der Jahresarbeitszahl führen kann. Bitte messen Sie den Volumenstrom bei unterschiedlichen Drehzahlen, um sicherzugehen, dass das Gerät nicht gegen einen Stau arbeitet.
Danke Markus für die schnelle Rückmeldung. Den Luftkurzschluss hatte ich bisher gar nicht so stark auf dem Schirm, da die Anlage subjektiv leise läuft. Wenn ich den Schacht oben offen lasse, sollte die Luftzirkulation eigentlich ausreichen, oder? Die Dämmung lasse ich nach deinem Hinweis definitiv weg, das ergibt Sinn. Wie sieht es denn mit der Reinigung aus? Ich komme wirklich nur schwer an den Verdampfer. Gibt es da Reinigungsmittel, die man bei Vereisung vorsichtig nutzen kann, oder ist das bei einem Monoblock mit R290 oder R32 Kältemittel aufgrund der ChemKlimaschutzV nur dem Fachmann vorbehalten? Ich will bei der Wartung nichts beschädigen.
Moin Jürgen, ich bin zwar kein SHK-Profi, habe aber bei meinem eigenen Hausbau vor zwei Jahren eine ähnliche Situation lösen müssen. Ich habe in meinem Lichtschacht eine Gitterrost-Abdeckung mit einem größeren Freiraum nach oben montiert, damit die feuchte Luft besser abziehen kann. Das hat bei mir die Vereisung deutlich reduziert, weil die Luft nicht mehr so stark im Schacht steht. Zur Wartung: Ich habe mir einfach eine kleine Revisionsöffnung in die seitliche Schachtwand gemauert, um mit einem Hochdruckreiniger auf niedrigster Stufe an die Lamellen zu kommen. Das war zwar etwas Arbeit, aber es spart mir jetzt jedes Jahr den teuren Kundendiensteinsatz für die einfache Reinigung. Achte nur darauf, dass der Abfluss im Schacht nicht verstopft, sonst stehst du bei Tauwetter schnell im Wasser.
Vorsicht bei solchen Eigenbauten, Jürgen. Als Planer sehe ich oft, dass bei beengten Lichtschächten die Mindestabstände des Herstellers massiv unterschritten werden. Wenn das Gerät aufgrund der engen Nische zu oft in den Vereisungsschutzmodus geht, steigt der Stromverbrauch enorm an. Das GEG und die aktuellen Anforderungen an die Effizienz bei der Förderung setzen voraus, dass die Anlage frei atmen kann. Wenn die Vereisung so stark zunimmt, ist oft nicht der Schacht schuld, sondern eine falsch eingestellte Heizkurve oder ein mangelhafter hydraulischer Abgleich, durch den das Gerät in der Taktung unnötig belastet wird. Bevor du anfängst, am Schacht zu basteln, lass lieber mal einen Fachmann die Parameter prüfen. Manchmal hilft eine Anpassung der Abtauzyklen in der Software mehr als jeder Umbau am Gebäude.
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