Guten Tag zusammen. Ich betreibe eine Kälteverbundanlage für unsere drei Kühlräume, die nun in der Übergangszeit zunehmend mit schwankenden Lastzuständen zu kämpfen hat. Da die Außentemperaturen nachts deutlich abfallen, taktet der Verbundbetrieb spürbar häufiger als noch vor zwei Wochen. Habt ihr Erfahrungen, ob eine Anpassung der Mindestfrequenz des Frequenzumrichters beim Hauptverdichter hier das Takten beruhigen kann, ohne die Ölrückführung zu gefährden? Die Anlage läuft aktuell noch mit den Werkseinstellungen vom Hochsommer. Ich frage mich, ob die untere Frequenzgrenze vielleicht zu konservativ angesetzt ist, da die notwendige Kälteleistung bei den aktuell kühlen Nächten stark gesunken ist. Mir geht es primär um die Schonung der Schütze und die Lebensdauer der Mechanik bei häufigen Anläufen. Über eine Einschätzung aus der Praxis, ob man hier vorsichtig nachjustieren sollte oder ob das Risiko für den Verdichter bei niedrigen Drehzahlen überwiegt, würde ich mich sehr freuen. Beste Grüße, Marcus.
Verdichterfrequenz bei Verbundanlagen: Probleme bei schwankender Last im Herbst
Hallo Marcus, das ist ein klassisches Problem in der Übergangszeit. Ich kenne das von mehreren Anlagen. Wenn Sie die Mindestfrequenz ohne Anpassung der Ölmanagementstrategie zu weit absenken, riskieren Sie tatsächlich eine unzureichende Schmierung. Achten Sie darauf, ob Ihr Ölabscheider bei niedrigen Drehzahlen noch genügend Gasgeschwindigkeit erzeugt. Die VDI 4645 gibt hier gute Hinweise zur Auslegung von Wärmepumpensystemen, die wir oft auf Kälteverbunde übertragen. Ich würde Ihnen empfehlen, erst einmal die Hysterese des Druckreglers leicht zu vergrößern, anstatt den Frequenzumrichter direkt hart zu begrenzen. Damit erzielen Sie oft eine deutlich längere Laufzeit pro Takt. Wenn Sie den Umrichter anpassen, sollten Sie unbedingt die Herstellervorgaben zur minimalen Drehzahl beachten, da sonst der integrierte Motorlüfter bei luftgekühlten Modellen nicht mehr ausreichend kühlt. Bleiben Sie da lieber auf der sicheren Seite.
Moin Marcus! Thomas hat absolut recht, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Ich hatte genau das gleiche Szenario bei einer Anlage vor zwei Jahren. Wir haben die untere Grenze nur um fünf Hertz gesenkt, aber dann einen zusätzlichen Timer eingebaut, der den Verdichter bei sehr geringer Last in Intervallen laufen lässt, anstatt ihn durchlaufen zu lassen. Das hat das Problem mit der Ölrückführung elegant gelöst, ohne die Mechanik zu stressen. Prüf auch mal, ob deine elektronischen Einspritzventile in der Übergangszeit sauber regeln oder ob die bei niedriger Last anfangen zu schwingen. Das sorgt oft für unruhige Sauggasdrücke, die dann erst recht zum Taktverhalten führen. Wenn die Regelung stabil ist, kannst du dir das Gefummel am Frequenzumrichter meistens sogar sparen. Viel Erfolg bei der Optimierung, das kriegst du schon hin!
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