Hallo Leute, ich habe hier eine 3,5 kW Multisplit, die mich aktuell echt nervt. Jetzt, wo es draußen tagsüber noch mild ist, aber abends ordentlich abkühlt, fängt das Außengerät an zu takten, anstatt einfach mit niedriger Frequenz durchzulaufen. Das ist doch bei einer Inverter-Anlage eigentlich nicht Sinn der Sache, oder? Ich dachte, die regelt stufenlos runter, um die Temperatur im Wohnzimmer konstant zu halten, ohne ständig an- und auszuschalten. Ist meine Anlage vielleicht einfach überdimensioniert für den aktuellen Übergangsbetrieb? Die Wärmelast ist gerade minimal, aber das nervöse Anspringen des Kompressors raubt mir echt den letzten Nerv. Gibt es in den tieferen Systemeinstellungen eine Möglichkeit, das Ansprechverhalten der Inverter-Steuerung etwas zu dämpfen, oder muss ich damit leben, dass die Elektronik bei geringer Last einfach das Handtuch wirft? Bin für jeden Hinweis aus der Praxis dankbar, da mich dieses ständige Klacken im Außenbereich wirklich stört.
Verdichterfrequenz: Warum taktet die Anlage bei 15 Grad Außentemperatur?
Hallo Jens, das klingt nach einem klassischen Fall von Überdimensionierung in der Teillast. Auch wenn die Anlagen als Inverter beworben werden, haben sie eine untere Modulationsgrenze. Wenn die Wärmelast des Raumes bei 15 Grad Außentemperatur unter die minimale Leistungsaufnahme des Verdichters fällt, bleibt der Steuerung physikalisch nichts anderes übrig, als abzuschalten, um ein Takten zu vermeiden. Das ist kein Defekt, sondern eine Schutzfunktion gemäß der Betriebsparameter. Prüfen Sie einmal, ob der Temperaturfühler der Inneneinheit vielleicht ungünstig platziert ist oder durch einen Wärmestau direkt am Gerät beeinflusst wird. Oft täuscht die Elektronik dann eine zu hohe Ist-Temperatur vor und schaltet vorsorglich ab. Sollte das nicht helfen, ist es bei der aktuellen Anlagenauslegung schwierig, an den Werkseinstellungen etwas zu ändern, ohne die Betriebserlaubnis oder Garantie zu gefährden.
Moin Jens, ich kenne das Problem nur zu gut aus der Praxis mit meiner Multisplit-Anlage. Ich habe bei mir die Lüfterdrehzahl am Innengerät fest auf eine niedrige Stufe gestellt, anstatt den Automatikmodus zu nutzen. Das sorgt für eine gleichmäßigere Luftumwälzung und verhindert, dass die Elektronik bei minimalem Temperaturgefälle ständig neu berechnet und den Verdichter unnötig abwürgt. Zudem habe ich den Sollwert um ein halbes Grad angehoben. Es mag banal klingen, aber manchmal reicht dieser kleine Puffer aus, damit der Inverter in der niedrigen Frequenz verweilen kann, anstatt ständig in den Start-Stopp-Zyklus zu gehen. Achten Sie bei Eingriffen an der Elektronik unbedingt darauf, dass Sie hierfür laut VDI 4645 fachlich qualifiziert sind oder einen SHK-Profi hinzuziehen, damit Ihre Gewährleistung bestehen bleibt und Sie keine unerwünschten Betriebszustände provozieren.
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