Guten Tag zusammen. Bei meiner vor knapp zwölf Monaten installierten Split-Klimaanlage musste ich heute feststellen, dass der Druck an den Anschlüssen am Innengerät leicht abgefallen ist. Bei der Sichtprüfung unter Zuhilfenahme von Lecksuchspray haben sich an der unteren Bördelverbindung feine Blasen gebildet. Da ich die Montage damals von einem zertifizierten Fachbetrieb durchführen ließ, frage ich mich nun, ob dies ein schleichender Prozess durch Materialermüdung oder eher ein Montagefehler bei der Bördelung war. Ich bin etwas verunsichert, da ich keine Lust auf ein ständiges Nachfüllen von Kältemittel habe, besonders im Hinblick auf die Umweltbelastung und die Kosten. Wie verhalte ich mich jetzt am besten gegenüber dem Installateur? Ist eine Nachbesserung im Rahmen der Gewährleistung hier eindeutig einzufordern, oder ist das bei Vibrationen im Betrieb eher als Verschleißteil zu betrachten? Über eine fachliche Einschätzung der Situation und Tipps für das weitere Vorgehen wäre ich sehr dankbar.
Kältemittelaustritt: Leckage an Bördelverbindung nach einem Jahr
Guten Tag Markus, als gelernter Kältetechniker kann ich Ihnen sagen, dass eine Bördelverbindung bei fachgerechter Montage eigentlich über Jahre hinweg dicht bleiben muss. Dass Sie nach nur einem Jahr Leckagen feststellen, deutet fast immer auf einen Fehler bei der Erstellung des Bördelkegels hin, etwa durch einen nicht entgrateten Rohrstumpf oder eine mangelnde Schmierung. Vibrationen sollten bei einer korrekt montierten Anlage nicht zu einem so schnellen Defekt führen. Sie sollten umgehend den Fachbetrieb schriftlich unter Fristsetzung zur Nachbesserung auffordern. Da die Anlage erst ein Jahr alt ist, greift die gesetzliche Gewährleistung, sofern kein Fremdeingriff vorliegt. Lassen Sie sich nicht mit der Aussage abspeisen, es handele sich um Verschleiß. Bestehen Sie zudem darauf, dass nach der Reparatur eine Dichtheitsprüfung gemäß ChemKlimaschutzV protokolliert wird.
Hallo Markus, das ist natürlich extrem ärgerlich. Ich kenne das leider aus eigenem Erleben. Bei meiner Anlage war es ähnlich, allerdings hatte ich die Leitungen selbst verlegt und nur das Vakuumieren dem Profi überlassen. Die Ursache war bei mir ein zu fest angezogenes Bördelmaß, das den Kupferkegel regelrecht zerdrückt hat. Das ist ein typischer Anfängerfehler, der einem Meisterbetrieb eigentlich nicht passieren darf. Mein Rat: Bleib hartnäckig. Wenn du den Installateur kontaktierst, erwähne direkt, dass du die Undichtigkeit mittels Lecksuchspray lokalisiert hast. Frag ihn ganz konkret, ob er nach der Reparatur eine Druckprüfung mit Stickstoff durchführt, bevor das System wieder befüllt wird. Das ist der einzige saubere Weg, um sicherzugehen, dass nicht noch mehr Verbindungen betroffen sind.
Vielen Dank für die schnellen und hilfreichen Einschätzungen, Klaus und Sabine! Das bestärkt mich in meinem Plan, hier nicht einfach klein beizugeben. Dass eine professionelle Anlage nach zwölf Monaten bereits Kältemittel verliert, schien mir auch intuitiv falsch. Der Hinweis auf die Dokumentation der Dichtheitsprüfung nach der ChemKlimaschutzV ist Gold wert. Ich werde morgen das Protokoll der Erstinstallation raussuchen und dann den Installateur kontaktieren. Ich erwarte von einem zertifizierten Betrieb, dass er seinen Fehler ohne Diskussion behebt. Ich werde darauf bestehen, dass bei dieser Gelegenheit auch die anderen Anschlüsse am Außengerät nochmals geprüft werden, damit ich nicht in einem halben Jahr wieder vor demselben Problem stehe.
Guten Tag in die Runde. Ich möchte kurz aus der Sicht der Planung ergänzen: Gemäß VDI 4645 ist eine sorgfältige Montage der Kältemittelleitungen essenziell für die Energieeffizienz und Betriebssicherheit einer Wärmepumpe oder Klimaanlage. Selbst kleine Leckagen führen nicht nur zum Kältemittelverlust, sondern können auch den Verdichter durch Ölaustritt dauerhaft schädigen, da die Schmierung beeinträchtigt wird. Markus, Sie haben absolut recht mit Ihrem Vorgehen. Der Betrieb ist in der Pflicht. Achten Sie bei der Nachbesserung auch darauf, dass eventuell nötige Korrekturen bei der Rohrführung vorgenommen werden, falls Vibrationen tatsächlich als Ursache vermutet werden. Eine mechanische Entlastung der Anschlüsse durch fachgerechte Schellenmontage sollte Standard sein. Lassen Sie sich das Übergabeprotokoll der Nachbesserung zwingend unterschreiben.
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