Hallo Leute, ich habe hier ein nerviges Problem mit einer TK-Zelle bei einem Kunden. Sobald es draußen kühler wird, steigt der Druckverlust im System an, und die Ölrückführung zum Verdichter scheint bei den längeren Stillstandszeiten in der Nacht nicht mehr richtig zu klappen. Es riecht fast so, als ob sich das Öl in den Leitungen sammelt, anstatt sauber zurückzulaufen. Wir haben die Saugleitung im Außenbereich unter der Decke geführt, wo es jetzt morgens schon empfindlich kalt ist. Ich vermute, dass das Kältemittel dort zu stark abkühlt und das Öl zähflüssig wird. Überlege gerade, ob ich den Abschnitt draußen mit einer zusätzlichen Begleitheizung ausstatten oder das Rohr besser isolieren muss. Hat jemand von euch schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht, dass bei tieferen Temperaturen die Rückführung zickt? Ist eine Begleitheizung hier die gängige Praxis oder sollte ich eher über die Dimensionierung der Saugleitung im Außenbereich nachdenken? Bin für jeden Tipp dankbar.
Ölrückführung bei Tiefkühlzellen im Winter – Leitungsführung kritisch?
Hallo Jens, das ist ein bekanntes Problem bei längeren Saugleitungen im Außenbereich. Wenn die Kältemitteltemperatur in den Sättigungsbereich fällt, steigt die Viskosität des Öls massiv an, und es bleibt buchstäblich an den Rohrwandungen kleben. Eine Begleitheizung würde ich nur als absolute Notlösung betrachten, da sie unnötig Energie frisst und die Anlagenleistung insgesamt senkt. Prüfe lieber erst einmal die Dimensionierung der Saugleitung. Falls die Geschwindigkeit bei Teillast zu gering ist, findet kein ausreichender Transport statt. Vielleicht ist der Querschnitt für den realen Betriebspunkt im Winter zu groß gewählt? Eine Reduzierung der Leitung oder der Einbau eines Ölabscheiders, falls noch nicht vorhanden, bringt hier meist deutlich mehr Betriebssicherheit als eine rein elektrische Nachrüstung. Achte zudem auf ein korrektes Gefälle in Richtung Verdichter, damit sich keine Ölsäcke bilden können.
Guten Tag Jens, darf ich mich da kurz einklinken? Herr K. hat vollkommen recht mit dem Gefälle, aber schauen Sie sich bitte auch die Isolierung noch einmal genauer an. Nach EnEV beziehungsweise GEG sind die Vorgaben für Kälteleitungen ohnehin streng, aber bei einer TK-Anwendung müssen Sie im Außenbereich zwingend diffusiondicht arbeiten. Wenn Feuchtigkeit in die Dämmung zieht, bricht die Isolierwirkung komplett zusammen. Wir hatten bei einem Kundenprojekt ähnliche Schwierigkeiten und haben das Problem durch eine sogenannte Ölfalle vor dem Steigrohr gelöst. Zusätzlich wurde der Außenbereich mit einer hochwertigen, geschlossenzelligen Dämmung versehen, die wir nochmals mit einem Blechmantel vor Witterungseinflüssen geschützt haben. Prüfen Sie auch, ob der Verdichter eventuell eine Kurbelwannenheizung benötigt, um das Öl im Stillstand flüssig zu halten, falls das Startverhalten nach den langen Pausen problematisch bleibt. Das ist bei unseren Projekten nach VDI 4645 oft eine Standardanforderung, um Ausfälle sicher zu vermeiden.
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