Moin zusammen. Ich bin gerade dabei, meine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe final zu planen. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten lässt sich der Abstand zwischen dem Außengerät und der hydraulischen Anbindung im Keller nicht unter 12 Meter realisieren. Mich treibt die Sorge um, dass die Wärmeverluste auf dieser Strecke, auch bei guter Dämmung, meine Jahresarbeitszahl im Winter negativ beeinflussen könnten. Reicht eine handelsübliche Isolierung für die Vor- und Rücklaufleitung in der Erdtrasse aus, oder sollte ich hier auf speziell gedämmte Nahwärmerohre setzen, um das Temperaturniveau stabil zu halten? Die Berechnung der Heizlast nach EN 12831 habe ich bereits gemacht, aber die Leitungswiderstände und die Wärmeverluste sind ja oft ein unterschätzter Faktor. Hat jemand von euch Erfahrungswerte bei einer ähnlichen Installation? Lohnt sich der finanzielle Mehraufwand für die Premium-Dämmung oder ist das eher vernachlässigbar?
Effizienzverlust durch lange Zuleitungen bei Luft-Wasser-WP
Hallo Thomas, das ist ein absolut valider Punkt, den viele bei der Planung leider übersehen. Bei 12 Metern Distanz zwischen Außeneinheit und Technikraum sprechen wir über eine signifikante Oberfläche. Wenn Sie hier nur die Standard-Dämmung wählen, verlieren Sie über den Winter massiv Energie, was die JAZ direkt nach unten zieht. Ich rate Ihnen dringend zu einem vorgedämmten Nahwärmerohrsystem mit einem hochwirksamen PU-Schaumkern und einem diffusionsdichten Außenmantel. Das mag zwar in der Anschaffung erst einmal teurer erscheinen, aber energetisch ist das der einzig saubere Weg, um die Anforderungen an die Systemeffizienz gemäß VDI 4645 langfristig zu halten. Bedenken Sie auch, dass ein zu hoher Druckverlust durch dünne Leitungen die Umwälzpumpen stärker fordert, was den Stromverbrauch zusätzlich treibt.
Danke für die schnelle Antwort, Markus. Das mit dem Druckverlust hatte ich bisher nur am Rande bedacht, aber Ihr Hinweis auf die Umwälzpumpen ist ein wichtiger Aspekt. Ich werde die Rohrdimensionierung dann wohl noch einmal mit dem Planer durchgehen müssen. Können Sie aus Erfahrung sagen, ob sich die Mehrkosten für ein hochwertiges Nahwärmerohr durch die BEG-Förderung oder die Stromeinsparung in einem realistischen Zeitrahmen amortisieren? Ich möchte natürlich nicht überinvestieren, wenn der Effekt am Ende nur bei 0,1 Prozent der JAZ liegt.
Hallo Thomas, lass mich kurz aus meiner Praxis als Energieberaterin berichten. Wir haben bei ähnlichen Projekten oft gemessen, dass eine unzureichende Dämmung im Erdreich bei schlechtem Wetter wie ein Kühlkörper wirkt. Bei 12 Metern Länge und feuchtem Boden hast du schnell Energieverluste, die du bei den aktuellen Strompreisen nicht unterschätzen darfst. Meiner Meinung nach ist die Investition in Premium-Dämmung nicht nur eine Frage der JAZ, sondern auch des Verschleißes. Wenn die WP ständig gegen die Verluste ankämpfen muss, hast du mehr Taktungen. Und weniger Takte sind immer besser für die Lebensdauer deines Geräts. Die Kosten für das Rohr sind im Vergleich zur gesamten Anlagentechnik eher ein kleiner Posten, aber einer mit großer Hebelwirkung.
Moin. Ich sehe das etwas pragmatischer. Thomas, hast du mal geschaut, was die Hersteller der Wärmepumpe bezüglich der maximalen Leitungslänge vorschreiben? Oft liegt da das Nadelöhr eher beim Kältemittelkreislauf, falls es ein Monoblock mit Wasserführung nach außen ist. Wenn du ein Monoblock-System hast, das mit Wasser nach draußen geht, ist ein gedämmtes Rohr Pflicht, keine Kür. Wenn du aber ein Split-Gerät meinst, wo nur Kältemittelleitungen liegen, dann ist die Dämmung des Kältemittelrohrs ohnehin durch die Montagevorschriften des Herstellers definiert und meistens bei diesen Distanzen kritisch, was das Thema Ölrückführung angeht. Da solltest du dringend den Werkskundendienst konsultieren, bevor du hier groß investierst.
Jürgen, danke für den wichtigen Hinweis. Es handelt sich um ein Monoblock-System, also führen tatsächlich die Heizungswasserleitungen durch den Graben. Das Thema Kältemittel und ChemKlimaschutzV entfällt hier also glücklicherweise, da die Anlage hermetisch verschlossen ist. Ich werde dann definitiv die hochwertigen Nahwärmerohre nehmen. Die Argumentation bezüglich der Taktung und der Pumpenlast hat mich überzeugt. Sicherheitshalber werde ich die Rohrleitung auch noch mit einem zusätzlichen Schutzrohr gegen Feuchtigkeit versehen, damit die Dämmwirkung auch nach zehn Jahren noch gegeben ist.
Gute Entscheidung, Thomas. Achte beim Einbau unbedingt darauf, dass der Graben trocken bleibt. Nichts ist ärgerlicher als ein hochwertiges Nahwärmerohr, das in einem wasserführenden Graben liegt, weil dann durch die Kapillarwirkung oder bei Beschädigung des Mantels Feuchtigkeit in die Isolierung zieht. Vergiss am Ende nicht, den hydraulischen Abgleich für das gesamte System penibel durchzuführen. Nur wenn der Durchfluss stimmt und die Leitungen keine unnötigen Widerstände bieten, wirst du die Effizienz erreichen, die du dir erhoffst. Das GEG und die aktuellen Förderrichtlinien setzen hier ohnehin hohe Standards. Wenn das Setup sauber läuft, wirst du mit deiner Wärmepumpe auch bei 12 Metern Entfernung keine Probleme haben und im Winter ein behagliches Haus genießen.
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