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KlimaCorner

Ansteuerung der Zusatzheizung bei Multisplit-Anlagen

von Tobias K. · 10.10.2026, 05:01 · 24 Aufrufe · 3 Antworten

Tobias K. · 10.10.2026, 05:01

Hi, ich stehe vor der Entscheidung, wie ich meine Multisplit-Anlage für den Winter optimal konfiguriere. Ich möchte die Anlage als primäre Wärmequelle nutzen, habe aber Sorge, dass sie an richtig kalten Tagen im Januar oder Februar an ihre physikalischen Grenzen stößt. Jetzt frage ich mich, wie man eine ergänzende elektrische Zusatzheizung, beispielsweise eine Infrarotheizung in einem Raum, sinnvoll koppelt. Die Steuerung über das eigene Interface der Anlage ist ja eher rudimentär. Gibt es hier Erfahrungen mit externen Smarthome-Lösungen, um die Zusatzheizung nur dann freizugeben, wenn die Leistung der Klimaanlage einen definierten Wert unterschreitet? Ich möchte verhindern, dass die Heizungen gleichzeitig gegenläufig arbeiten oder die Stromaufnahme in den Spitzenzeiten unnötig in die Höhe treiben. Eine smarte Lösung wäre hier mein Ziel, um den Energieverbrauch im Auge zu behalten. Habt ihr das schon mal mit einem Home-Assistant oder ähnlichen Systemen umgesetzt? Danke für eure Tipps.

Markus S. · 10.10.2026, 05:02

Hallo Tobias, als SHK-Meister rate ich Ihnen zur Vorsicht bei der Kopplung. Eine Multisplit-Anlage ist zwar effizient, aber Sie müssen zwingend die VDI 4645 beachten, wenn Sie die Anlage als primäre Wärmequelle einsetzen wollen. Eine rein temperaturbasierte Schaltung via Home-Assistant ist technisch machbar, aber energetisch oft ineffizient. Mein Rat: Nutzen Sie eine Hysterese-Steuerung. Wenn die Anlage unter den COP-Wert von etwa 2,0 fällt, schaltet das System die Zusatzheizung zu. Bedenken Sie dabei jedoch die Lastspitzen im Stromnetz. Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) muss zudem sichergestellt sein, dass die Anlage nicht durch das ständige An- und Ausschalten der Zusatzheizung in ungünstigen Betriebspunkten arbeitet. Eine fachgerechte Installation durch eine Elektrofachkraft ist hier Pflicht, besonders wenn es um die Lastabwurfschaltung geht.

Jens B. · 10.10.2026, 05:02

Hi Tobias, ich habe das bei mir zu Hause mit Home-Assistant gelöst und es läuft seit zwei Wintern echt stabil. Ich nutze den Energieverbrauch der Multisplit-Innengeräte als Trigger. Sobald die Stromaufnahme pro Raum über einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau bleibt, ohne dass die Zieltemperatur erreicht wird, schaltet meine Infrarotheizung dazu. Ich habe dafür smarte Steckdosen mit Leistungsmessung verbaut. Wichtig ist, dass du eine Zeitverzögerung einbaust, damit die Infrarotheizung nicht bei jedem kurzen Takten der Klimaanlage sofort anspringt. Das schont die Elektronik und spart Nerven. Ich habe mir zusätzlich einen Temperatursensor in der Raummitte platziert, der als echte Referenz dient. So heizt du nie gegenläufig, sondern ergänzt nur dann, wenn es wirklich nötig ist. Das System läuft super zuverlässig.

Tobias K. · 10.10.2026, 05:02

Danke für die schnellen Antworten! Markus, der Hinweis auf die VDI 4645 ist berechtigt, da achte ich bei der Planung der Schaltschwellen drauf. Ich will ja gerade verhindern, dass das System unnötig taktet und die Effizienz des Kältekreises durch ständige Lastwechsel leidet. Jens, deine Idee mit den smarten Steckdosen finde ich sehr pragmatisch. Ich werde mal prüfen, ob meine Multisplit-Anlage über das WLAN-Modul direkt die Leistungsdaten ausgibt, damit ich keine zusätzliche Hardware für die Messung brauche. Wenn das klappt, kann ich mir den Umweg über die Steckdosen sparen. Ich werde mal einen Versuchsaufbau in einem Raum starten und die Daten loggen, bevor ich das im ganzen Haus ausrolle. Die Idee mit dem externen Sensor in Raummitte werde ich definitiv übernehmen, das klingt nach der saubersten Lösung.

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